646 Hoffnung = Hübner,
Wie die meiſten Giftgewächſe nur im Schatten gedeihen, ſo erwache
ſen auch Kleinmuth, Verzagtheit , ängſtliche Beſorgniß, Unruhe,
Mißtrauen, Trübſinn , Verzweiflung u. ſ. w. in dem Dunkel der
Familien, in welches kein Strahl der milden Himmelshoffnung
dringt. =- Was die Augartungen der Hoffnung betrifft, ſo ſehe man
die Art. Mißtrauen, Leichtſinn, Vermeſſenheit, c.
Hoffnung (die) iſt an keinem Kinde aufzugeben,
Der Erzieher häte ſich an der ſittlichen Beſſerung eines Kindes ganz
zu verzweifeln. Die Hoffnung, die ihm in andern Fällen ſo wohl-
thätig entgegen kommt, darf ihn bei ſeinem Erziehungsgeſchäfte nicht
verlaſſen. Immer muß er bedenken, daß das rechte Mittel, ein
verivrtes Kind wieder zurück zu führen, von ihm noch nicht gefun:
den ſey, könne und werde ſich aber noc< finden. Es iſt im ſitili-
dadjen Gebiete vieles möglich, was an's Wunderbare gränzt. Die
Stimme des göttlichen Geiſtes kann auch in dem verwahrlosteſten
und bösartigſten Kinde nie gonz verſtummen, und man iſt nicht im
Stande, die verborgenen Wege zu berechnen, welche dieſer Geiſt
noch einſchlagen kann, um das kindliche Herz zu rühren , in ſeinem
Gewiſſen ſich vernehmlicher kund zu geben und es ſo noch für beſſere
Eindrücke zu gewinnen. Auf dieſe Weiſe kann immer noch aus
einem Saulus ein Paulus werden, wenn man auch nicht weiß, und
nicht einmal ahnen kann --- wie. Wenn der Erzieher aber auch
in ſeinem Innern den Zweifel an dem Gelingen ſeiner Bemühuns*
gen nicht zu unterdrücken vermöchte, ſo dürfte er ihn doch dem Kinde
ſelbſt in keinem Falle bemerklich machen 3 denn ein ſittlicher Gewinn
wäre ohnehin nie davon zu erwarten, wohl aber wird die kindliche
Seele dadurch nur noch mehr umdüſtert. Und was iſt es denn,
was hier zu retteu it? =- O es iſt viel, unausſprechlich viel! Es
iſt eine Seele, ein Menſchenkind, geſchaffen nach dem Bilde Got-
tes, das für Wahrheit, Tugend und Seligkeit gebildet werden ſoll.
Dieſer Gedanke mutß den Erzieher zu immer erneuerter Anſtrengung,
zu nie ermüdender Ausdauer begeiſtern 3 er muß laufen durc Geduld
in den Kampf, der ihm verordnet iſt, ( Hebr. 12, 1.) damit für
ein ſolches Kind das Kleinod des ewigen Lebens errungen werde,
Hohn. (S. Art. Aeußerungen -- unfromme 2c.)
Hören. (S. Art. Gehör.)
Hübner (Johann), ein verdienter Schulmann des vorigen
Jahrhunderts, durch eine in allen Schulen gebrauchten hiſtoriſchen
und geographiſchen Werke und durch ſeine zweckmäßige Erfindung,
die Landc Homann in Nürnberg ſeit 1702 den erſten Gebrauch machte, vor-
züglich bekannt. Er ward 1668 zu Tyrgau, unweit Zittau , gebo-
ren, lehrte nach Vollendung ſeiner Studien dffentlich Geographie
und Geſchichte auf der Univerſität zu Leipzig, ward 1694 Rektor
in Merſeburg, dann 1711 an dem Johanneum zu Hamburg, und
ſtarb als ' ſolcher 1751. Um ſeine Verdienſte gerec muß man ſich in jene Zeit verſeßen, zu der er lebte, Allerdings
war er in manc

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