HÜlfe == Hülfslehrer, 647
ihm die Förderung des jugendlichen Unterrichts ſehr am Herzen,
Auch läßt ſich aus der Menge der Auflagen, welche ſeine Schriften
erlebten, auf das Bedürfniß derſelben zu ihrer Zeit mit Recht ſchlie-
ßen. So erhielten z. B. ſeine ,, Kurzen Fragen aus der alten und
neuen Geographie ““ noch bei ſeinem Leben ( ſeit 1693) 36 Auflagen
und wurden in die meiſten neuen Sprachen überſeßt. Eben ſo wurde
auch ſein kleiner Sculatlas (Atlas Scholasticus) und die mit Richey
und Fabricius bearbeitete Hamburgiſche Geſchicht - Bibliothek mit
vielem Beifalle gebraucht , wozu ohne Zweifel der treuherzige , ein-
fache Ton derſelben beitrug, mit welchem er ſelbſt Mährc Geſchichte faßlich und angenehm erzählte ; denn er hatte die meiſten
ſeiner Schriften fär den Schulunterricht beſtimmt, und wollte in
denſelben eine leichte, zugleich belehrende und unterhaltende Ueber-
ſicht Deſſen geben, was ihm wiſſenswürdig ſchien. Hübner iſt übri-
gens am meiſten dur ſeine in den ältern deutſchen Schulen belieb-
ten „„Bibliſchen Hiſtorien ,'' (ſeit 1714 in mehrern Auflagen über-
ſebt 2c.) bekannt geworden, welchen jekt noch häufig der Vorzug
vor andern, die nach ihm bearbeitet wurden, zugeſtanden wird. =-
Hülfe, fremde. (S. Art. Einflüſtern.)
Hülfen,. (S. Art. Schulgeſeße.)
Hülfslehrer. Iſt die Zahl der Schüler für einen Lehrer zu
groß und die Anſtellung eines zweiten nicht möglich, ſo muß ihm
ein Gehülfe oder Unterlehrer beigegeben werden. Da dieſer aber in
die Reihe der eigentlichen Lehrer gehört, ſo kann hier die Rede von
einem ſolchen nicht ſeyn; denn hier verſtehen wir unter einem oder
mehrern Hülfslehrern zunächſt ſolche Schüler, die im Stande ſind
den Lehrer bei ſeinem Unterrichts - Geſchäfte zu unterſtüßen und ihm
dasſelbe einigermaaßen zu erleichtern. =- Zwar hat man in neue-
rer Zeit gegen die Aufſtellung ſolcher Hülfslehrer , welche der Lehrer
aus der Mitte ſeiner übrigen Schüler auswählt, manches eingewen-
det , was jedoch unſers Bedünkens von geringer Erheblichkeit iſt.
Da, wo die Schülerzahl zu groß und das Lehrzimmer überfüllt iſt,
ſehen wir nicht ein, wie die Aufſtellung einiger brauchbaren Schü-
ler zu Hülfslehrern Tadel verdienen könnte. In ſolchen Verhält-
niſſen nicht bloß zuläßig, ſondern unter gewißen Bedingungen ſogar
ein treffliches Mittel zur Handhabung und Förderung der Thätig-
keit, Zucht und ſittlichen Bildung der Kinder. Zudem dürfen wir
Seneca's Ausſpruch hiebei nicht unberückſichtiget laſſen : „Qui alios
docet, 5e ipzum docet,“ d, i. wer Andere lehrt, lernt immer
ſelber mit. Durch's Lehren wird am beſten gelernt, und das Ge-
lernte prägt ſich ungleich tiefer ein. Nur hat der Lehrer ſorgſam
darauf zu achten, daß er hiezu ſtets ſol welchen er a) Liebe gegen ihre Mitſchüler, hb) die erfor-
derliche Kenntniß und Fertigkeit, c) Geduld und Selbſt-
beherrſchung zutrauen darf. Achtet der Lehrer hierauf nicht ganz
genau , und finden ſich dieſe Eigenſchaften bei irgend einem Schüler,
der als Hülfslehrer aufgeſtellt wird, nicht vor, dann wird durch
eine ſolche Anordnung immer mehr verloren als gewonnen, . Auch

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