Jugend - Erziehung. =- Jungfrau, 6381
„H&ndern ſie entwickeln zugleich ihre Intelligenz und geben dem Her-
zen derſelben eine gute und edle Richtung. =- Es wäre daher gewiß
ſehr wünſchenswerth, wenn in jeder Schule eine kleine Sammlung
von Schriften der Art angelegt und von Zeit zu Zeit fortgeſelt würde.
Der Nußken hievon würde auf jeden Fall die gemachte Auslage auf-
wiegen, zumal dadurch, wenn die Schriften den Kindern zum Leſen
nach Hauſe mitgetheilt würden, viel zur Bildung des Geiſtes und
Herzens beigetragen werden könnte. Auch dürften durch dieſen Ka-
nal ſelbſt den Erwachſenen manche Segnungen zufließen, wenn die
Kinder angehalten würden , dieſelben an Sonn - und Feiertagen oder
auch an Winterabenden vorzuleſen oder kürzere Geſchichten mündlich
zu erzäblen. (S. auch Art. Erzählung von Beiſpielen.)
Jugend-Erziehung. (S. Art. Erziehung.)
Jugendſünden = geheime. (S. Art. Unzuchtsſünden.)
Jungfrau (die.) Wir haben zwar ſchon früher (Art. Er-
ziehung der Töchter) die Hauptmomente angeführt, welche die
Erziehung hinſichtlich des weiblichen Geſchlechtes zunächſt nicht aus
dem Auge laſſen darf, wenn dasſelbe ſeiner Beſtimmung entgegen-
geführt werden ſoll. Es erübriget uns daher nur noh einige we-
ſentliche Punkte hier zur Sprache zu bringen, welche ſich auf die
eigentliche Berufsſphäre der künftigen Hausmutter beziehen. -- Die
eigenthümliche Tugend; welche die ledige Tochter vermöge ihres Ge-
ſchlechtes und namentlich in Beziehung auf ihren jungfräulichen
Stand auszeichnen ſoll, iſt Unſchuld als die ſchönſte Zierde der Jung»
frau , welche ihr eben ſo heilig ſeyn ſoll, als das Leben ſelbſt, und
wohl noch heiliger als dieſes. Die Unſchuld und Würde des weib-
lichen Geſchlechtes faßt aber folgende Stücke in ſich : a) Reinheit,
b) Schamhaftigkeit und Sittſamkeit. Die erſtere erlaubet
ſich keinen Gedanken , keine Begierde und keine Handlung, wodurch
das Herz befle>et würde. Die zweite iſt der ſprachloſe Ausdruck
nicht nur der innern und äußern Seelenreinheit, ſondern aud) der
zarten Scheu vor jeder auch der geringſten Verlekung derſelben, ſich
durch das liebliche Roth der Wangen ankündigend,. Die dritte iſt
die äußere Form des innern reinen Sinnes, ſofern ſich dieſer durc
Blick , Mienen und Gebärden und. durc offenbart. Oder die, wie Jean Paul ſagt, durc) Unſchuld und
Beſcheidenheit und durch ihr ganzes Weſen ergökt, ohne es ſelbſt
zu wiſſen, ſo wie durch ihre unbefangene Weiſe ſich darzuſtellen und
auszuſprechen. (Fibel S. 199.) Dieſe drei Tugenden bilden zu-
ſammen die. köſtlichſten Perlen im jungfräulichen Kranze, und fon-
ſtruiren miteinander den Charaker der ſchönen Züchtigkeit, die den
ganzen innern und äußern Menſchen in ſorgſame Verwahrung nimmt
und darin erhält, damit auch nicht das Mindeſte , was andern zum
Anſtoße gereichen könnte, an ihm bemerklich werde, und ſich ebenſo
wenig Unlauteres in ſein Inneres einſchleichen könne. In dem mehr
herangereiften Alter kann übrigens hier bloß von einer Züchtigkeit
die Rede ſeyn , welche mit Verſuchung und Kampf verbunden iſt.
Dieſe iſt, da ſie jede Entweihung der Seele und des Leibes meidet,

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