Kräfte, die, des Geiſtes ſollen die Kinder kennen lernen, 789
den muß, nur höchſt ſelten umſonſt und ohne erwünſchten Erfolg
anwenden... (S. auch Art. Knechte erziehen Knechte.)
Kraft (des Glaubens.) Der Kinder an ihm ſelbſt immer nur die heilige Kraft des Glaubens --
in Tugend und Frömmigkeit =- wahrnehmen, ſey es wirkend oder
leidend, hoffend oder beſorgend , genießend oder entbehrend, am Tage
der Freude oder in der Nacht der Trauer und des Schmerzes , gegen
Freund und Feind, befehlend oder gehorchend. Er weiß es, wie
mächtig ſein lebendiges Beiſpiel auf die Herzen der Kinder wirkt.
Er iſt daher nicht mit dem bloßen Wiſſen der heiligen Lehren , wie
ſie ihm der Glaube bietet, zufrieden, ſondern er bemüht ſich auch,
dasſelbe in Leben und Geſinnung darzuſtellen. Was er thut, iſt nie
etwas anderes. als ein Ausfluß des Glaubens, der in ſeinem Herzen
lebt, und ein Erzeugniß ſeines Willens, der Gott und der Tugend
unverrückt zugewendet iſt, woran ſich ſeine Kinder ſpiegeln und ſtär-
ken. Was ſeine Lebenslage auch mit ſich bringt, er zeigt dabei
überall Zufriedenheit, Gleichmuth, Freudigkeit, in ſeinem ganzen
Benehmen müſſen ſeine Kinder ſehen, daß ſein Inneres über ſeine
äußere Lage erhaben iſt, und daß dieſe über den Frieden ſeines Her-
zens nicht gebieten kann. Der wahrhaft immer freudig hoffend, wenn er der Zukunft gedenkt, aber immer
mit ebenſo freudiger Ergebung in die Fügungen der ewigen Weis-
heit: „„Gott ſpricht er, iſt meine Hülfe! ich vertraue und zage nichts;
er iſt mein Helfer und mein Schild!“ (Zſai. 12, 2.) Beſorgt er
einen Unfall oder Schmerz, ſo thut er nicht ängſtlich, nicht klein-
müthig , nicht klagend, ſondern ſpricht gelaſſen? ,,Ic< will muthig
tragen, was Gott mir ſchickt.“ Im Genuſſe zeigt er ſich mäßig,
im Entbehren genügſam und guten Muths , in der Freude beſcheiden
und liebend, im Schmerze gelaßen und ſtandhaft, in der Freund-
ſchaft treu und auch Opfer nicht ſcheuend, wenn ſie gebracht werden
ſollen 3; gegen den Feind mild, nachſichtig, verſöhnlich ; im Befehlen
liebreich , wohlwollend, aber feſt und beſtimmt; im Gehorchen be-
reitwillig und gewiſſenhaft, nicht weil ihn ſonſt Zwang odrr Strafe
erwartet, ſondern weil es das Geſeß des Herrn verlangt. Wo ein
Wunſch, eine Begehrung , eine Luſt, ein Genuß mit ſeiner Pflicht
in Widerſpruch geräth , da zeigt er ſich nie ſchwankend und zweifel-
haft: „dem Willen Gottes muß alles weichen,“ dieſer iſt
ihm die einzige Regel und Richtſchnur ſeines Verhaltens, und ſoll
auch Regel und Richtſchnur ſeiner Kinder ſeyn. Auf ſolc offenbart ſich des Lehrers Glaubenskraft in ihrer ganzen Herrlichkeit.
Möchte ſie == dieſe heilige Kraft =- in jedem Lehrerherzen wohnen
- und ſich kundgeben auf die beſagte Weiſe! Wie unausſprechlich viel
wäre dann uicht nur für jeden Lehrer ſondern auch für ſeine Schüler
gewonnen! =- (1. Cor. 2, 5. Eph, 1, 19, 1, Theß. 1, 5.)
Kräfte, die, des Geiſtes ſollen die Kinder kennen
lernen. Der Lehrer ſuche, ſo viel möglich, die Schüler mit den
Kräften ihres Geiſtes zu befreunden und ihnen begreiflich zu machen,
daß ſie dieſe Kräfte nur empfangen haben um zu lernen und immer
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