Unterbrechungen =- Unterhalt des Lebens. 117
Unterabtheilungen entweder gar nicht oder nur ſchwer zurechtfinden ;
manche dagegen mißbrauchen ſie, laſſen die größern Knaben Schule
halten und kümmern ſich um den Unterricht bereits gar nicht mehr.
Dabei kommt dann freilich) wenig heraus, und diejenigen, welche
die grdßern und kleinern Kinder ſelbſt auf gleiche Weiſe zuſammen
beſchäftigen, leiſten zuleßt mehr, als dieſe, wenn ſie es anders red-
lich metnen. Uebrigens wird jeßt auf dem gegenwärtigen Stand-
punkte, auf dem ſich unſer Schulweſen befindet, wohl ſchwerlich ein
Lehrer ohne Hülfe bei ſeinem Unterrichte ausreichen, und es iſt je-
dem Lehrer ſo viele Hülfe zu wünſchen, als er zu leiten im Stande
iſt z denn nur ſo viele Arme ſind einem Leibe gut, als der Kopf zu
gebrauchen verſteht. Am beſten aber wird es immer gethan ſeyn,
wenn man einem jeden Lehrer die beſondern Lehreinrichtungen ſelber
überläßt. Die Sucht, Alles vorſchreiben wollen, wie ſolches in uns
ſern Tagen ſo häuſig geſchicht, ſchadet bei Lehreinrichtungen mehr,
als man gewöhnlich glaubt, und wenn wir auc) nur den Umſtand
erwägen, daß ſie die Lehrerluſt und Freudigkeit niederhält, ſo wäre
dieß in der That nachtheilig genug, der übrigen Nachtheile wollen
wir hier nicht gedenken, die ein ſol bei führen muß. =- Noc< müſſen wir bemerken, daß der Lehrer
auch in manchen Lehrgegenſtänden Unterabtheilungen zu machen hat,
was bei andern nicht der Fall iſt. Namentlich geht dieß durchaus
nicht an: a) beim Unterrichte im Chriſtenthum; h) im Geſang - und
deutſchen Sprachunterrichte ; dagegen €) geht dieß am beſten im
Rechnen , in den anſchaulichen Theilen der Weltkunde und in dem
mittelbaren Sprachunterrichte- Da, wo Unterabtheilungen ſtattfin-
den können , iſt es auc) zweckmäßig, ältere Schüler als Gehülfen zu
gebrauchen , jedoch immer nur ſo, daß der Lehrer dfters in allen
Abtheilungen auch ſelbſt unterrichtet. Da, wo ſich gerade die mei-
ſten Schwierigkeiten häufen, muß der Lehrer immer ſelbjt bei der
Hand ſeyn und einſchreiten. Jedoch) ſind nie mehr als fünf Ab-
theilungen zu machen , weil ſonſt dem Lehrer die Ueberſicht entgeht.
Um ſich aber no< mehr zu helfen, wird der Lehrer wohl thun,
wenn er ſchwächere und ſtärkere Schüler wieder in den Abtheilun-
gen vertheilt, damit die erſtern durch die leßtern unterſtüßt werden.
Nur unter den angegebenen Beſtimmungen ſind Unterabtheilungen
für den Lehrer eine große Erleichterung, und den Kindern erwach-
ſet in vielfacher Beziehung die gewünſc Unterbrechungen. (SD, Art. Zerſtreuung.)
Unterhalt des Lebens. (RöFſicht der Erziehung hiet-
auf.) Es gehört zu den Pflichten der Eltern dafür zu ſorgen , daß
ihre Kinder in jenen Stand und Beruf eingeleitet werden, der ih-
nen Brod und ein zufriedenes Leben gewähren kann. Die Vorbe»
reitung der Kinder zum ordentlichen Durchkommen in der Welt muß
ſonach auch als ein nicht unwichtiger Theil der häuslichen Erziehung
betrachtet werden, Es haben alſo die Eltern nicht bloß die leib-
liche und geiſtige Erziehung ihrer Kinder zu beſorzen, ſondern
auch die pragmatiſche == auf ihr känftiges Verhalten anwend?

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