208 Verhütung und Heilung geheimer Jugendſünden,
er dieß thue. Auch den beſſern Kindern kann er etwa ſagen ; „„Hel-
fet mir auf das Betragen des N. Acht haben; wenn er wirklich
eines ſo ſchlimmen Vergehens ſchuldig iſt, ſo wird das vielleicht da-
zu dienen, ihn könftig davon abzuhalten und zu beſſern : iſt aber
ſein Gewiſſen rein, ſo wird es ihn nur deſto mehr freuen, wenn
der Verdacht gegen ihn völlig aufhören wird.“ Oder ; Id) wünſchte
recht ſehr, daß es nicht wahr wäre , weſſen man dich zeiht, und
was auch andere betrifft, ſo müßte es mich ſchmerzen, wenn ihr
dem N, etwas mit Unrecht zur Laſt legen ſolltet. Nun, ic) will die
Sache nicht weiter unterſuchen; aber ſorge du N. dafür , daß deine
Mitſchüler durchaus nichts Böſes mehr von dir denken können.“
Uf. Ww. Auf dieſe und ähnliche Weiſe wird dem Knaben wenig-
ſtens der Weg zum Weiterlügen und zu noch größerer Verſtocktheit
abgeſchnitten, und dabei von dem Lehrer weder der Wahrheit, noc
ſeinem Anſehen etwas vergeben, zugleich aber auch der flagende
Theil möglichſt beſchwichtiget. (Job. 15, 6, Spr. 12, 2. B.d.
Weish. 17, 10. Matth. 12, 7.)
Verhütung und Heilung geheimer Jugendſünden,
Indem wir den Leſer auf das hinweiſen, was wir ber dieſen Ge-
genſtand (Art. Bewachung des Geſchlechtstriebes) geſagt haben, fü:
gen wir dieſem hier nunmehr noch folgende Bemerkung bei: Jeder
aufmerkſame Erzieher wird Zweifelsohne ſchon Gelegenheit gehabt
haben, ſich davon zu überzeugen, daß leider ein ziemlich) bedeutender
Theil unſerer Jugend der geheimen Jugendſünde ergeben iſt, und
nur wenige ſich unverderbt erhalten mögen. Woher aber dieſe be-
trübende und ſchmerzliche Erſcheinung in unſern Tagen? Daher:
die Sorgeloſigkeit ſo vieler Eltern, welche ihren Kindern freien
Spielraum geſtatten, ihren Launen und ihrem Hange zum Umher-
ſchwärmen zu folgen, trägt wohl zunächſt dazu bei, daß dieſelben auf
Abwege gerathen. Nicht weniger tragen die böſen Geſellſchaften der
Jugend dazu bei, Es bedarf oft mehr nicht als eines Anblicks
eines einzigen unanſtändigen Wortes, einer einzigen Berührung, und
das Kind iſt zur Sünde verleitet, welche Seele und Leib zugleich
zu Grunde richtet. Aber am meiſten verdirbt das böſe Beiſpiel der
Eltern ſelbſt, Oder was ſoll man von Eltern ſagen, die in Gegen-
wart ihrer Kinder Dinge thun, oder zulaſſen, oder vorbereiten,
welche denſelben ehr mit dem dichteſten Schleier verhüllt ſeyn ſoll-
ten ? -- So wird denn in Folge dieſer einreiſſenden Sinnenluſt die
phyſiſche und zum Theile die geiſtige Kraft der Menſchheit ſchwächer
von Geſchlechte zu Geſchlecht. So wird alſo das Uebel, aus wel-
ſchlechts hervorgeht, vornehmlich von denen ſelbſt in's Daſeyn geru-
fen, deren heiligſte Pflicht es ſeyn ſollte, die Unſchuld ihrer Kinder
zu bewachen und ſie von jeder, auch der geringſten Verlekßung zu
bewahren ? Und was werden Eltern, wenn ſie zur Erkenntniß der
geheim getriebenen Sünde ihrer Kinder kommen, um ſie davon zu
befreien, thun? --- Wie ſie ſich wenig daraus machten, die Verföhrer
derſelben zu werden, eben ſo wenig wird ihnen daran gelegen ſeyn,

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