Zerſtreutheit, Zerſtreuung. 415
Z's Werk. Noch jekt beſorgt er als Schulinſpektor die Anordnung
und Einrichtung des Unterrichts, der Disciplin und des ganzen In-
nern der Schule, beſonders aber achtet er darauf, daß nicht nur
jede einzelne Schule ihre Beſtimmung feſt im Auge behalte, ſondern
daß auch ſämmtliche Schulen als ein wohlgeordnetes Ganzes ſich in
die Hand arbeiten. Die dermalige Einrichtung des magdeb, Schuls-
weſens beſchrieb er ſelbſt in ſ. „Kurzen Nachricht über das neu or“
ganiſirte Schulweſen in Magdeburg'* (1820). Das neu errichtete
Seminar für Volksſchullehrer, welches Z. ſeit 1825 dirigirt, zählte
ſchon 1825 zwei und achtzig Zöglinge , welche, auſſer dem Direktor
ſelbſt, von zwei angeſtellten Lehrern und zehn Hülfslehrern in Allem
unterrichtet und geübt werden, was ihnen zur Bildung brauchbarer
Lehrer nöthig und nüklich iſt. Z. wohnt mit einem Lehrer und den
meiſten Zöglingen in dem ſchönen und zweckmäßig eingerichteten
Seminargebäude. Z,. hat ſich auch als Schriftſteller durch praktiſche
Lehre und Methodenbücher große Berdienſie um das Schulweſen
erworben. Mit [. „„Denkübungen““ ſteht ſein „„Hülfsbuch für Leh-
rer und Erzieher bei den Denkübungen der Jugend“ (4 Bde) in
Verbindung; von ſeinem „„Methodenbuche für Volksſchullehrer““ iſt
die 4. ſehr verm. Ausg. erſchienen, eben ſ. hat auch |, „neuer deutz
ſcher Schulfreund“' bereits die 6 Aufl. erlebt, Noc legeblätter für den Unterricht in der deutſchen Sprache“ „„Grund-
ſäße der Schulerziehung, Schulkunde und Unterrichtswiſſenſchaft
und mehrere andere Schriften herausgegeben, die wir ſpäter anfüh-
ven werden,
Zerſtreutheit. Zerſtreuung. Unter Zerſtreuung verſte-
hen wir eine jede Beſchäftigung welche derjenigen, die der Lehrer
mit den Kindern wirklich anſtellt, fremd iſt, wobei ſie ſonac<ß ihre
Aufmerkſamkeit auf andere fremdartige Gegenſtände richten. Zwar
iſt ihr Geiſt dabei thätig, nur nicht auf die rechte Weiſe weil er
bei keinem Gegenſtande verweilt, ſondern beſtändig von einem zum
andern überſpringt». Dieß kommt namentlich bei Kindern aus den
höhern Ständen meiſt daher, weil ſie entweder frühzeitig mit Spiel-
ſachen überladen wurden, wo ſie dann höchſtens diejenige aufſuchten,
die ihrer Neigung am meiſten zuſagte, und dabei etwas länger ver-
weilten, die andern aber nur flüchtig überblickten, oder daß man
ihren Gedanken überall freien Lauf ließ, ohne es ſich jemals ein-
fallen zu laſſen, ihnen einmal eine beſtimmte Richtung zu geben
und ſie eine Zeit lang dabei feſtzuhalten. So hat der Lehrer dann
wohl geſchäftige Seelen vor ſich, aber ihre Geſchäftigkeit beſteht in
Flattern und Springen, und hält eben nicht Stand, wo es getade
ndthig iſt, Anders verhält es ſich bei Kindern aus den niedern
Ständen und beſonders bei den meiſten Kindern der Armen. Dieſe
werden oft gar zu früh zu ſolchen leiblichen Arbeiten und Geſchäf-
ten angehalten, die rein mechaniſch ſind und die Denkthätigkeit eher
abſtumpfen als fördern. Wer denkt hier nicht an das Viehhuüten,
Pferdetreiben und ſolche Arbeiten auf dem Lande, die theils rein
mechaniſch ſind, theils die kindlichen Kräfte beinahe übeſteigen, und

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