Trägheit. 43
jedesmal die darauf Bezug habenden Gegenſtände beſonders heraus-
gehoben, bemerkt und ausführlich dargeſtellt ſind, Wir hjzaben an
topographiſchen Specialcharten keinen Manzel. Zu den Vorzüglic-
ſten derſelben gehdren die Specialcharten von Deſtreich , von Salz-
burg und Tirol; der topographijche Atlas von Bayern; die neue
Specialcharte von Württemberg 3 die von Michaelis vollendete Boh-
nenberger-Amann'ſche topogr. Darttellung des ſädweſtlichen Deutſch-
lands u, a, im,
Trägheit iſt der Gegenſaß von Thätigkeit, und beſteht daritt,
daß man, wenn man je auch eine Arbeit übernimmt, ſie do) nur
ungern und verdrießlic) verrichtet, In der Schule offenbart ſie ſich
als Unfleiß, Saumſeligkeit und Nachläßigkeit in den
Arbeiten, als Unaufmerkſamkeit, Theilnahmlojigkeit
und Faulheit. DOefters kommt die Trägheit von körperlichen Zu-
ſtänden her, z. B. von Kränklichkeit und allzuſtarken Wachsthum ;
nicht ſelten aber auch“ ans einer Gleichgültigkeit gegen alles , was
erlernt werden ſoll. Dieſe Gleichgültigkeit mag zuweilen wohl aud)
ihren Grund im Mangel an Anlagen, jedoch häufiger in der Zer-
ſtreutheit und Flatterhaftigkeit haben. Die Zerſtreutheit kann am
erſten dadurch gehoben werden, daß der Lehrer die Liebe des Sc<-
lers zu gewinnen ſucht, und dann dem Lehrgegenſtande , wobei der-
ſelbe ſich zerſtreut zeigt, alle möglichen Reize zu geben bemühet ift.
Iſt der Schüler in ollen Lehrgegenſtänden gleich zerſtreut, ſo ſuche
der Lehrer ihn anfänglich vorerſt nur für einen zu gewinnen, damit
er den Genuß des Gelingens ſchmecke, Rührt aber die Trägheit
von den kaum bemerkten körperlichen Zuſtänden her, dann bleibt
dem Lehrer wohl nichts anderes übrig, als ſie einesweilen zu tras
gen, bis ſich dieſe Zuſtände geändert haben. Zur Bekämpfung der
Trägheit werden im Allgemeinen folgende Regeln empfohlen: a)
Der Lehrer ſey ſelbſt in ſeiner Haltung und in jeinem Gange, in
ſeinem Reden und Handeln ein Muſterbild von Munterkeit , Fleiß
und Thätigkeit; b) er flöße durch Fröhlichkeit und Liebe, durch Herz-
lichkeit und Lebendigkeit ſeinen Kindern Muth und Luſt zur Arbeit
ein; c) er laſſe die Kinder die Früchte ihrer Arbeit genießen, indem
er das beſonders heraushebt , was ſie ſich bereits erworben haben ;
d) er laſſe endlich keines, das der Trägheit huldiget, gehen, jondern
verfolge es von einer Ecke in die andere, worin es ſich verkriechen
mag, er laſſe es, jo lange es dert Faulheit pflegen will, nie aus
ſeinem Auge, Harniſch ſeßt bei: Nur die Trägheit , die wirkli
aus bloſſer geiſtiger Erſchlaffung des Willens hervorgeht, kann dur)
Zuchtmittel gemindert werden. Kömmt die Trägheit aus Selbſt-
ſchwächung , ſo kann ſie nur dadurch) gehoben werden, daß der Schü-
ler dieſe unterläßt. In dieſer Beziehung wird der Lehrer alles be-
obachten, was wir früher hierüber (S. Art, Selbſtſc geführt haben. (S. anch Art. Müſſiggang.) (Röm. 12, 11.
Hebr. 12. 1. Sir. 37, 14. und ganz beſonders das erhabene Bei-
ſpiel Jeſu, Joh. 9, 4.)

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