58 Uebergänge, katehetiſche = Ueberladung des Gedächtniſſes.
wohl alle Reden, die unwahr ſind, Lügen? oder? Macht der Glaube,
der leer an guten Werken iſt, den Menſchen ſelig? 2. Die drei
vornehmſten Tugendübungen ſind Beten , Faſten und Almoſen geben.
Wir haben lekßhin vom Beten geſprochen, auf was werden wir jekt
zu ſprechen kommen ? 2.
Uebergänge, katechetiſche. Der Katechet muß nicht nur
die einzelnen Theile einer Katechiſation , ſondern auch mehrere zu-
ſammenhängende Unterredungen durch geſchickte Uebergänge auf eine
einfache und ungezwungene Weiſe aneinander knüpfen. Oft kann
er durch einzelne, bisweilen bloß durch eine einzige Frage den einen
Theil der Katechiſation mit dem andern verbinden, ja die eine
Frage kann zugleich vorbereitend und hinleitend auf den folgenden
Gedanken ſeyn, der vom Schüler gefunden werden ſoll. Die Ue-
bergänge von einer Unterredung zur andern können meiſtens nicht
ſo kurz ſeyn; es ſind dazu mehrere Gedanken und daher auch meh-
rere Fragen ndthig. Den Stoff zu ſchieklichen Uebergängen bieten
öfters treffende Cinwendungen , zweckmäßige Erzählungen - oder eine
kurze , ſummariſche Ueberſicht deſſen , was in der vorigen Stunde
behandelt und gelernt worden iſt, Auch ſind ſchnelle Uebergänge
von einem allgemeinen Gedanken zum andern erlaubt, Beiſpiele
von Uebergängen in ihren verſchiedenen Beziehungen finden ſich in
den trefflichen Katecheſen von dem verewigten Erzbiſchof Gruber
in Salzburg, auf welche wir daher auch jeden jüngern Katecheten
mit voller Zuverſicht hingewieſen haben wollen.
lebergewicht eines einzelnen Schülers über die
andern. (S. Art. Tonangeben.)
Ueberladung des Gedächtniſſes. Der Lehrer gebe nie
zu viel auf einmal Wie der ſchwache Magen vor Ueberladung be-
wahrt werden muß, ſo auch das noc< ſchwache und ungeübte Ge-
dächtniß der Kinder ; und wie jener die Speiſen leiblich , ſo muß
auch die Seele das Mitgetheilte geiſtig verdauen, damit es wirkliche
Nahrung för ſie werde. Sehen die Kinder, daß ſie das zu Viel
nicht behalten können, ſo verlieren ſie leicht das ſo ndthige Vertrauen
zu ſich ſelbſt , welches der Lehrer ihnen doch auf jede Art zu erhal:
ten ſuchen muß, wenn anders ſein Unterricht überhaupt gedeihen
ſoll. Er darf das Wort des Weiſen nie vergeſſen : Omnibus in
rebus gravis est inceptio prima (- der Anfang iſt in allen Dingen
ſchwer, und beſonders für noch ſchwache Kinder. Der Gedanke bei
dem Kinde: „-Ic< vermag es nicht,“ wirkt, wie auf alle Geiſtes-
kräfte , ſo auch insbeſondere nachtheilig auf das Gedächtniß zurück,
lähmt die Willenskraft und Aufmerkſamkeit, und den Entſchluß des
Behaltens- Man kann es kaum glauben , wie Muthloſigkeit und
Mangel an Selbſtvertrauen auch dieſe Seelenkraft abſpannt; der
Gedanke z- B. die Zeit iſt zu kurz das aufgegebene Penſum, es
mag entweder in einer Geſchichte oder in einem Gedichte , wie es
etwa in Schmids Bläthen vorkommt 1c., beſtehen , auswendig zu
ſevnen „““ oder 2? „-es iſt zu viel und zu ſchwer, was ich memoriren
foll „““ iſt im Stande, ſagt Handel, uns das Behalten wirklich

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