Full text: Deutsche Lehrerinnenzeitung : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. - 45.1928 (45.1928)

 
 
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45. Jahrgang 
Nummer 25 
 
 
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Berlin 
1. September 1928 
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Organ des Allgemeinen Deufſchen Lehrerinnenvereins 
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Schriftleitung; Irma Stoß, Hamburg 37, Iſeſtr. 36. 
Bezugspreiz: vierteljährl. 1,50 M. ; für Mitglieder des A. D. L. V. bei Bezug durch 
die Vereine vierteljährl. 1,15 M. ; einzelne Nummern 25 Pf.=- Poſtſc<he>-Nr. des Verlages 
F. A. Herbig, G.m.b.H., Berlin, 514 70, =- Erſcheint am 1., 10. und 20. des Monats, 
Verlag: F. A. Herbig, G. m. b. H. Berlin W 35. 
Anzeigen koſten: Die fünf eſpaltene Millimeter-Zeile 25 Pf. Alleinige 
Anzeigen-Annahme: erthol Gieſel, Berlin W 57, Potsdamer Str. 75. Fſpr. 
Lüßow 8588. Pofſtſch. Berlin 6018. Schluß der Annahme 8 Tage vor Erſcheinen. 
 
Manuſkripte ohne ausreichendes Rü>porto werden nicht zurückgefandt Anfragen ohne Nite>porto ni<t beantwortet 
 
 
 
Inhalt: Sikung des Geſamtvorſtandes in Kaſſel am 3. und 4. Oktober 1928. =- Hedwig Bender. Von Dr. Bertha Kipfmüller. = 
Aus engliſchen Landerziehuna8heimen. Von Dr. Mia Schwarz. = Induſtrie und Fachſchulen in England. Von Els8berh Lange. == Die modernen 
Sprachen im franzöſiſchen höheren Unterricht. =- Hollands Unterricht8weſen. 
Von I. M. I. de Hulſter. = Eine ſchwediſche Tageszeitung „zur Charak= 
teriſtik der gelöſten Schulfrage“ in Schweden. -- Aus dem Reich und den Ländern. =- Vom Vorſtand. =- Bücherſchau. =- Mitteilungen. 
 
 
Sitzung des Geſamtvorſtandes in Kaſſel am 3. und 4. Oktober 1928. 
Vorläufige Tagesordnung: 
1. Der Aufbau unſeres Schulweſens und die Frage der Berechtigungen. 
2. Die Generalverſammlung in Wien. 
3. Anträge. 
4. Verſchiedenes, 
Anm. : Alle näheren Mitteilungen über Ort und Zeit der Sißungen, Art der Anmeldungen uſw. werden 
den Mitgliedern direkt zugehen, ebenſo die zur Beſchlußfaſſung vorliegenden Anträge und die endgültige Tagesordnung. 
Am 2. Oktober tagt in Kaſſel der vom Vorſtand eingeſezte Ausſ<uß zur Bearbeitung 
der Fragen des Schulaufbaues. 
Auch hierfür erfolgen noh dirette Einladungen und Mitteilungen. 
Hedwig Bender. 
Ein Wort zu ihrem Gedächtnis. 
Von Dr. phil. Bertha Kipfmüller. 
Wer war ſie? Wo lebte ſie? Gehörte ſie zu uns? So 
werden mance fragen, die heute no<h jung und mitten im 
forſchen blühenden Leben ſtehen und niemals etwas von 
der ſtillen vornehmen Perſönlichkeit hörten, die wir mit 
Stolz zu den Unſeren zählen durften, obwohl ſie niemals 
den Lehrerinnenberuf ausgeübt hatte. Aber Erzieherin 
war ſie und das werden mir alle zugeben, die je einen 
Hauch ihres Geiſtes verſpüren durften. 
Hedwig Bender gehörte mit zu den Begründerinnen 
des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins zu Friedrich» 
roda 1890. Sie war dorthin gekommen aus reinem JInter- 
eſſe für die Sache der Frauen und der Lehrerinnen ins- 
beſondere, denen ſie ſich äußerlich durc< die Ablegung eines 
Examens, innerlich dur<) hohe Auffaſſung des Erzieher- 
berufes zugeſellte. Schon damals ſaß ſie am „Journaliſten- 
tiſch“, eine zierliche vornehme Erſcheinung, die dur< ein 
feines, ſc<harfgeſchnittenes Profil abſta<. Jhre Feder 
brachte den A. D. L. V., der ſeine ſtille Geburtsſtunde eben 
erlebte, in die Öffentlichkeit. Nach ihrer Rükehr ſammelte 
ſie die Eiſenacher Lehrerinnen zu einem Verein, deſſen 
 
Führerin ſie lange Jahre blieb, auch noch als ſie ihre ſchrift- 
Der Vorſtand. I. A.: Emmy Be&mann. 
ſtelleriſ<e Tätigkeit auf ein anderes Gebiet als das der 
Pädagogik lenkte. 
Hedwig Bender war Philoſophin und hat eine Anzahl 
philoſophiſcher Schriften verfaßt, von denen ich nenne: 
Zur Löſung des metaphyſiſ<en Problems; Giordano 
Bruno; Weſen der Sittlichkeit; Deutſc<he Frauenbewegung; 
Märtyrer des freien Denkens; Frauenwünſche und Frauen= 
beſtrebungen; George Eliot; Luiſe von Frangois; Philo- 
ſophie, Metaphyſik und Einzelforſ<ung u. a. Hedwig 
Bender war nicht dur< akademiſ<e Schulung gegangen. 
Sie erfaßte das „Ding an ſich“ mit den Dingen aus ſich, 
und ſuchte ſie aus eigenſtem Denken zu klären. Sie wagte 
es ſogar, einzelne Säße kantiſher Lehre anzugreifen und 
da ſie ihre Schriften unter dem Zeihen H. Bender heraus- 
gab, wurde ſie natürlih für einen Mann gehalten. 
Als der Philoſoph =- ich glaube dieſer war es =- Fal>en- 
berg mit ihr gelegentlich eines Badeaufenthaltes als Tiſch- 
nachbarin in ein Geſpräch über Kant kam, war er nicht 
wenig erſtaunt, in der kleinen Frau neben ſich die ſ<arfe 
Polemikerin zu finden, die er aus ihren Schriften ahnungs= 
los zum Manne geſtempelt hatte. Dies war nod) zu jener 
Zeit, da es kaum eine Frau wagte, wenn ſie etwas Geſcheites 
ſchrieb, mit ihrem vollen Namen zu zeihnen. Später hat 
ſie es getan und im Laufe ihres Lebens und ihrer Arbeit 
trat ſie dadurc<h zu hervorragenden Männern in Beziehung, 
die ſo man<mal das ſchöne Heim im Johannisthale zu 
 
  
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

	        

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