Full text: Deutsche Lehrerinnenzeitung : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. - 48.1931 (48.1931)

A, 
 
 
 
 
 
48, Jahrgang Berlin 
Nummer 14 10. Mai 1931 
 
rinnenzeilung=<= 
Organ des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins 
ÖAR SINE TETTT SSER TISCHEN SOSE MH EETN IRENE ERES SERRE AGR RRT RET 
MR nn a a HEESEN 
Verlag: F. A. Herbig, G.m.b.H., Berlin W 35. 
 
5 Shriftleitung: Irma Stoß, Hamburg 37, Iſeftr. 36. 
ezugspreis: vierteljährl. M.; für Mitglieder des A.D.L.V. bei Bezug durh | Anzeigen koſten: Die fünfgeſpaltene Millimeter-Zeile 25 Pf. Alleinige 
dieBerei Ze jährl. 1,50 M. ; für Mitglieder „D.L. ju 3 ge : le 
eljährl. 1, . 25 Pf. = UY<&e>-Nr. des Verlages Anz.-Ann.: Anz.-Verw. Bertho jeſel G.m.b.H., Berlin W 57, Bot3damer tr. 76b. 
F.A EE Emztne Nummern R PNS 20. des Monts. Fſpr. Pallas 4588. Poſtſch. Berlin 6018 S<luß der Annahme 8 Tage vor Erſcheinen, 
“A. Herbig, G.m.b.H., Berlin 514 70, == Erſcheint am 1.,1 
1 24 00 2eberlzs dran meine Manuſkripte ohne ausreichende8 Rü>porto werden nicht zurüFgeſandt 
 
 
 
 
 
 
Gebilde, deſſen Eigenart mit nichts anderem verglihen 
bürgerfundti | | werden kann.“ Es iſt. das Verdienſt der Frau, dieſe große 
eutſche ENE EEE REEDE HRRS DE Kulturleiſtung vollbracht zu haben. Ihre geiſtige Mütter- 
E Funſtbetrachtung. ER 1" Tatyitg der Studenten lichkeit, ihr Begreifen der Geſamtheit des Lebens ließ 
WE der Pädagogiſchen Akademien. Von Maria Edler. =- Der Deutſche | ſie hier ſhöpferiſc) werden. 
enbund an die Reichsregierung = 21. Hauptverſammlung des * | 
-D. 2. V. i 
Be M M Stittgart:. << Miſtetinug, Kann eine ähnlihe Leiſtung von ihr für Beruf und 
<== | Gemeinſhaftsleben der Völker erwartet werden? Wird 
ſie auch hier die Kultur erweitern, „wenn ſie dafür Spiel- 
: Gedanken zum Muttertag. raum erhält, wenn ſie in die große Geſellſchaftsordnung 
Ge uin neues Feſt iſt in den lezten Jahren entſtanden, no einmal alle die Kräfte einführen darf, die den geiſtig- 
ſei I<önes, ein edles Feſt. Es wagt jezt kaum einer mehr, ſittlichen Untergrund der Familie gebildet haben? 
ne Berechtigung anzuzweifeln. Ein Feſt für die Mütter. | (Helene Lange, die Frauenbewegung.) 
as kann uns dieſes Feſt ſagen? Die Zeit, da der Frau genügende Bewegungsfreiheit 
in Von Jahrhundert zu Jahrhundert ſchafft die Mutter außerhalb des Hauſes gegeben wurde, um eine Objekti- 
e neue Generation. Aber deshalb allein brauchte | vierung ihres Weſens möglich zu machen, iſt noch zu lurz, 
en ſie niht zu ehren. Schwerer ſchon wiegen die immer- als daß ſie eine Antwort auf dieſe Frage mit einiger 
aährenden ſorgenden Gedanken, die fortwährende Ent- Sicherheit zuließe. Aber man kann heute wenigſtens 
Iungsbereitſhaft, die unbegrenzte Selbſtentäußerung, ahnen, wo eine gleihe Leiſtung auf außerhäuslichem 
d 5 vielfältige Rechnen und Überlegen um das Wohl | Gebiet liegen könnte. Es kommen hierfür alle Leiſtungen 
e Kinder, der ſeeliſche Beiſtand für die Herangewachſenen. mit ſozial-pflegeriſc<em Charakter in Betracht: Kinder- 
as alles ſind ſchönſte Leiſtungen eines mütterlißen ſhußz und Erziehung, Kinderarbeit und Fürſorge, Ge- 
enſchen, ihm ſelbſt vielleiht ſogar unbewußt, für die | ſundheitspflege und Mutterſchuß, Alkohol- und Tabak- 
die „tlie von größter Bedeutung. Die lezte Frage aber, handel, die Eindämmung aller gefährlichen Vergnügungen 
Stor 3ige von zeitloſer Bedeutſamkeit, iſt die Frage der mit ihren Verſuchungen, die Organiſation der Fürſorge- 
ellung der Mutter ==“ der Frau im weiteren Sinne =- beſtrebungen für die gefährdete Jugend, raſſenhygieniſche 
dur objektiven Kultur, die Frage, ob die Frau imſtande Maßnahmen aller Art und vieles andere. Denn die eigent- 
ie ERLE Gedanken zum Muttertag. Von O. v. Plotho. =- Gegen 
bbau der verheirateten Lehrerinnen. = Rüſtzeug für den ſtaats8= 
R, ihr einen Wert hinzuzufügen, mit anderen Worten, lichen Vertreterinnen dieſer Gedanken und aller Forde- 
ſie etwas leiſten kann, was der Mann nicht zu leiſten | LUI die daraus entſtehen, ſind die Frauen. Gefahr- 
ermag. drohend und unheilvoll ſcheint uns in dieſem Zuſammen- 
Die Kultur der heutigen Menſ<heit =- [9 etwa ſagt hang der mit der Wirtſchaftsnot einhergehende Abbau 
Georg Simmel -- " Bre „Ii Sachgehalt nach nichts | der ſozialen Kräfte. Er iſt ſehr ernſthaft zu nehmen. Am 
ie lechtsloſes, ſondern unſere ganze objektive Kultur 6. März dieſes Jahres kamen in Berlin im überfüllten 
tät wer großen Hauptſache durhaus männlich. Die Berufs- Saal des ehemaligen Herrenhauſes die Vertreterinnen 
a gkeit des weiblichen Arztes, des Rechtskundigen, des des „Bundes der Berufsorganiſationen des ſozialen 
eiblichen Geſchichtsforſ<ers und Staatswiſſenſc<aftlers Dienſtes" zuſammen, um als Sachverſtändige die unheil- 
zwar andersartig als die des männlichen Kameraden vollen Folgen dieſes Abbaus in ihrer ganzen Schwere 
iv. kann daher als eine qualitative Mehrung des ent- mit den verantwortlichen Stellen zu beſprehen. Aus den 
Prechenden Kulturgebietes angeſehen werden. Das | Einzelnen redete faſt weniger die Sorge um die eigene 
imei9e große objektive Gebilde aber, bei dem die Frau Sache, als die um das geſamte Volkswohl. 
MEIIEN Sinne kulturſchöpferiſ< geweſen iſt, iſt das - DEE 
Upon 53 „Es gibt wenigſtens innerhalb der entwidelteren ; "Ih las vor kurzem irgendwo ein Wort. „Das Charakte- 
erübri een Kultur kein von den Individuen irgend | riſtiſche unſerer Zeit iſt das Ernſtmachen, das in die Wirk- 
hrtes Gebiet, das nicht mit allen anderen zuſammen | lichkeit Hinausgehen.“ Die zahlreihen maß- und kritik- 
vo. d Syntheſe des Hauſes einſtrömte, keines, das nicht | loſen Nur-Verneiner unſerer heutigen Zuſtände werden 
ndwie in ihm abgelagert wäre. Hier iſt ein objektives | dieſen Satz belachen; und doc enthält er etwas von Glau- 
 
 
 
 

	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.