Full text: Deutsche Lehrerinnenzeitung : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. - 48.1931 (48.1931)

 
 
Deutſche 
FZ VYehrerinnenzei 
Berlin 
1. Oktober 1931 
 
  
g= 
Organ des Allgemeinen Deutſchen Fehrerinnenvereins 
Schriftleitung: Irma Stoß, Hamburg 37, Iſeſir. 36. 
ezugöpreigz: » . 
dieB ; vierteljährl. 1,50 M.; für Mitglieder des A.D.L.V. bei Bezug durch 
F. A. Gen ierteljährl, 1,15M.; NE RIRREN 25 Pf,=- Poſtſche>-Nr. des Verlages 
g, G.m.b.H., Berlin 514 70. == Erſcheint am 1., 10. und 20. des Monats. 
FEES SEEN 
hei dalt: Gegen die preußiſ<e Notverordnung. =- Die Haupt- 
Öffentliche u der ſächſiſchen Notverordnung. = Schule, Schülerbücherei und 
ülfoholfreie <herei. . Von Eliſabeth Propach. == Die Reichsſchulwoche für 
ME Ar Jugenderziehung. Von Gertrud Matſchenz-Streichhan. =- Marie 
richts, Von „y Dun Ie Method des RENEE Unter- 
. H. Hänſel. == Unſere Erziehungsarbeit in Gefahr! Von 
ena Blen>e, = Mitteilungen. | 509408 fah 
Gegen die preußiſche Notverordnung. 
Dat Vorſtand des Preußiſ<en Philo- 
mit d 8 erbandes hat in einer gemeinſamen Sitzung 
ſchl en Provinzialvorſigenden der Aſſeſſoren folgende Ent- 
ießung gefaßt: 
beſäne Ablehnung jeder Unterſtüßung für die plößlich 
RL 05,05 werdenden Studienaſſeſſoren dur< das 
geſan mu Finanz- und Unterrichtsminiſterium hat in der 
teſt ve Preußiſchen Philologenſc<haft einen Sturm der 
im Aung ausgelöſt. Es iſt eine ſchreiende Ungerechtigkeit, 
ür eihen Augenbli, wo Staatsmittel für die beſchäfti- 
9 eſt PINE Junglehrer in verſtärktem Maße ZUr Verfügung 
Phil lt werden, die beſchäftigungsloſen Nichtanwärter im 
DYJilologenberufe ohne jede wirtſchaftliche Hilfe friſtlos zu 
entlaſſen. 
Put Mitglieder des Preußiſchen Philologenverbandes 
. en fhit tiefſter Empörung von dieſem Verſagen auh nur 
8 elementarſten Fürſorge Kenntnis genommen. Dies 
ſo erfahren ſteht im kraſſen Widerſpruch zu der ſozialen Für 
We ht, vie der Staat den übrigen, ihrer Arbeit und 
: rer Exiſtenzmittel beraubten Vollsgenoſſen gegenüber 
nerkennt. Soll nicht hoffnungsloſe Verzweiflung in Hun- 
erten von Familien einkehren, ſo muß der Staat, der die 
Kle Sparmaßnahmen durchgeführt hat, für die davon 
troffenen Opfer ſorgen.“ , 
Proteſt des Preußiſchen Vereins für das 
mittlere Schulweſen: 
„Der Preußiſche Verein für das mittlere Schulweſen 
hat mit Entrüſtung Kenntnis genommen von den Zeitungs- 
nachrichten, nach denen in der kommenden Notverordnung 
der Mittelſhullehrerſchaft neben der Berufsſchullehrerſc<haft 
als einzigen Gruppen der Geſamtlehrerſchaft bei einer 
erheblichen Kürzung der Stellenzulagen no<h eine Herab- 
ſezung der Grundgehälter zugemutet wird. Er proteſtiert 
auf das ſchärfſte gegen dieſe Sonderbehandlung, die den 
Begriffen von Recht und Gerechtigkeit widerſpricht und 
ſc<werſte Erbitterung auslöſen muß. Er er- 
wartet beſtimmt, daß no<h in letter Stunde die ungerechte 
Sonderbehandlung aus der Notverordnung entfernt wird“. 
Manuſkripte ohne ausreichendes Rä>porto werden nicht zurü&geſandt. 
 
Verlag: F. A. Herbig, G. m. b. H., Berlin W 35. 
Anzeigen koſten: Die LEGTE Nien Millimeter-Zeile 25 Pf. Alleinige 
Anz.- Ann.; Anz.-Verw, Berthold jeſel G.m.b.H., Berlin W 57, Potsdamer Str. 76 b. 
Fſipr. Pallas 4588. Poſtſch. Berlin 6018. S<luß der Annahme 8 Tage vor Erſcheinen. 
 
 
 
Gegen die Sparmaßnahmen im 
Hilfsſ<ulweſen. 
Die im Verbande der Hilfsſchulen Deutſchlands zU» 
ſammengeſ<loſſene Lehrerſchaft an Hilfs- und Sonderſchulen 
Preußens erhebt in ihrer am 11. d. M. in Berlin ſtattge- 
fundenen Proteſtverſammlung ſchärfſten Einſpruch gegen 
die unſoziale und ungerechte Art der Sparmaßnahmen, 
wie ſie in der Notverordnung geplant ſind. Die Hilfs- und 
Sonderſchullehrerſc<haft Preußens iſt bereit, Opfer zu 
bringen. Sie verlangt aber, daß die zu tragenden Laſten 
gerecht verteilt werden. Es iſt ein ſ[<weres Unrecht, jie 
in erhöhtem Maße gerade den Sculen für körperlich und 
geiſtig gehemmte Kinder aufzuerlegen. Die kommende 
Notverordnung ſtellt eine ungerectfertigte Härte gegen- 
über den Ärmſten der Armen und ihren Eltern dar. Sie 
bedeutet eine Herabwürdigung der Arbeit der Lehrkräfte 
anHilfs- und Sonderſchulen. Mit Rüdſicht auf die beſondere 
Vorbildung und die außerordentlich ſ<wierige Arbeit 
waren ſie bisher den Lehrern an Mittel- und Berufs- 
ſchulen gleichgeſtellt. Jett werden ſie unter dieſe Gruppen 
herabgedrüdt. Die geſamte Hilfs= und Sonderſchullehrer- 
ſchaft vermag kein Verſtändnis dafür aufzubringen, daß in 
unſerem Volksſtaate, der ſeine ſozialen Pflihten immer 
betont, dieſe unſozialen Maßnahmen dur<gedrüdt werden 
ſollen. ; 
Reichsverband Deutſ<herMittelſ<hul- 
lehrerinnen zur Notverordnung: 
Die preußiſche Notverordnung hat die Mittelſchule und 
ihre Lehrerſchaft, von dieſer wiederum die Frauen, mit 
ganz beſonderer Härte getroffen. 
Zunächſt gelten ſelbſtverſtändlich auch für die Mittel» 
ſchule alle allgemeinenen Vorſchriften wie Sperre bei der 
Gehaltsaufrükung und der Beförderung. Sie wird ferner 
ebenſo wie andere Scularten von dem geradezu kata- 
ſtrophalen Abbau der Stellenzulagen erfaßt, der ſowohl 
für Rektorinnen wie für Konrektorinnen je 500 RM. beträgt. 
Dazu kommt eine weſentliche Einſchränkung des Kon- 
rettorats überhaupt, ſodaß ein Teil der jezigen Inhaber 
(-innen) mit dem vorübergehenden oder au<h dauernden 
Verluſt ihrer Stelle und der damit verbundenen Bezüge 
zu rehnen haben wird. 
Aber darüber hinaus iſt die Mittelſ<hullehrerſchaft = 
neben den Handels- und Gewerbelehrern die einzige 
Lehrerkategorie, bei der man ſi nicht mit der ſtark ein- 
ſchneidenden Kürzung der Stellenzulagen begnügt, ſondern 
darüber hinaus eine Kürzung des Grundgehaltes vorge» 
 
 

	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.