Volltext: Deutsche Lehrerinnenzeitung : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. - 48.1931 (48.1931)

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Berlin 
Nummer 1 022: 1. Januar 1981 - 
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Organ des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins 
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Verlag: F. A. Herbig, G.m. b.H., Berlin W 35. 
Anzeigen koſten: Die fünfgeſpaltene Millimeter-Zeile 25 Pf. Alleinige 
 
Schriftleitung: Irma Stoß, Hamburg 37, Iſeſtr. 36. 
Bezugspreis: Vie ENE 1,50 M. ; für Mitglieder des A.D.L.V. bei Bezug durc< 
die Vereine vierteljährl. 1,15M,; einzelne Nummern 25 Pf.=- Poſtſche>-Nr. des Verlages Anz.» Ann. : Anz.-Verw. I Gieſel G.m.b.H., Bertin W 57, Pot3damer Str. 75. 
F.A. Herbig, G.m.b.H., Berlin 514 70. ==, Erſcheint am 1., 10. und 20. des Monats. | Fſpr. Pallas 4588, Poſtſc<. Berlin 6018. Schluß der Annahme 8 Tage vor Erſcheinen, 
Manuſkripte ohne ausreichendes Rückporto werden nicht zurüc>geſandt. 
 
 
 
 
 
 
Inhalt: Zum Neuen Jahre! Von Emmy Beemann. == Zum Abbau der verheirateten Lehrerin. =- Neue Scultypen oder Elaſtizität 
durch Verminderung des Klaſſenunterrihts? Von J. Eberhardt. == Zur Philologenſperre. Von Geh Reg.-Rat Bohnſtedt. == Neuer Jnhalt der 
Jugendämter. Ein Vortrag von Gertrud Bäumer. Von Dr. Margarete Jacobſohn. == Vom Naturkunde-Unterricht der deutſchen Volksſ<hule. Von 
Dr. Mia Schwarz. =- Aus den Vereinen. = Bücherſchau. =- Mitteilungen. 
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Zum Neuen Jahre! 
Sehr verehrte Kolleginnen! 
Wir können im A. D. L. V. nicht Abſchied nehmen vom Jahre 19380, ohne zuerſt mit tiefem Schmerz no< einmal 
des ſchweren Verluſtes zu gedenken, den wir durch den Tod unſerer großen Führerin Helene Lange erlitten haben. Der 
Beginn des Jahres 1930 traf ſie ſchon in ſchwerer Krankheit; dennod konnten wir auf Geneſung hoffen und darauf, daß 
ſie das ſhon in Angriff genommene Werk der Geſchichte des A. D. L. V. in den erſien dreißig Jahren unter ihrer Führung 
würde fertigſtellen können. Ja, wir hofften mit ihr zuſammen das Jubelfeſt unſeres vierzigjährigen Beſtehens in Friedrich 
roda zu Pfingſten des nun vergangenen Jahres feiern zu können. Der Mai, der unſere Dankesfeier bringen ſollte, brachte 
ihr nad) langem quälenden Leiden den Tod. Wir denken beim Scheiden von dieſem Jahre 1930 in tiefſter Dankbarkeit 
ee Segensſtröme, die von ihrem Leben in das Leben der deutſchen Frau, der deutſchen Lehrerin unverſiegbar eingefloſſen 
ind. =- 
Der Jahreswecſel 1931 trifft unſer Volk in ſchwerer Notzeit. Niemand kann ohne tiefſte innere Erſchütterung 
der Kurve der ungeheuren Arbeitsloſigkeit folgen und ſich die wirtſ<haftliche Depreſſion klar machen, die dahinter ſteht. 
Tauſendfach wird auch das Leben jeder Lehrerin dur ſie berührt, dur< Not und Leid der Kinder, deren Erziehung und 
Bildung ihr anvertraut iſt, dur< Sorge und Kummer in der eigenen Familie, der ſie zu helfen bemüht iſt. Viel Liebes- 
ſorge und Liebesopfer liegt in dieſer Zeit auf der deutſchen Lehrerin und wird von ihr freudig getragen. Trozdem führt 
eine ſolche Zeit nur allzu leiGßt dazu, den verhältnismäßig ſicher geſtellten, den niht unmittelbar von der Not befallenen 
ihr Einkommen zu neiden. Die Lehrerinnen ſind dieſer Mißgunſt mit allen übrigen Beamten ausgeſeßt =- aber ſie ſind 
es no in beſonderem Grade, da weite Kreiſe in Deutſ<land ſich immer no<h nicht gewöhnen können, der arbeitenden 
Frau den vollen Ertrag ihrer Arbeit zuzubilligen. Wir wollen uns hier mit all den Gefühlsgründen, die gegen die 
arbeitende Frau geltend gemacht werden, nicht auseinanderſeßen; aber wir wollen uns gegenſeitig ſtärken durch die 
 
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- unerſchütterliche Erkenntnis, daß wir Arbeit zu leiſten haben, die im Kulturleben unſeres Volkes unerſeßlich iſt, und durch 
das Bewußtſein, daß die einzelnen Lehrerinnen ihren vollen Anteil an Sorge und Fürſorge für die junge und die alte 
Generation längſt freiwillig auf ſich genommen haben. : 
Daß die Öffentlichkeit ſic) zum Teil dieſen Tatſachen verſchließt, haben wir gerade in der letzten Zeit (ſ. Antrag 
Wirtſchaftspartei im Reichetag, Antrag der Deutſchen Volkspartei in der Berliner Stadtvertretung, grundſätzliches 
Programm der nationalſozialiſtiſHen Partei) bitter erfahren. Das Arbeitsre<ht, das Recht des ſelbſtändigen Einſaßes 
der Kraft im erlernten und erwählten Beruf wird der Frau =- vor allem der verheirateten Frau =- jett wieder auf das 
ernſteſte beſtritten. Wir werden den Kampf aufnehmen und mit aller Kraft führen; der Kampf wird unter dem Dru 
der Zeit, der ſich, wie ſo oft [<on, ein Ventil am Punkt des ſcheinbar ſ&wächſten Widerſtandes ſucht =- und wer ſieht 
bei der billigen Anwendung der Parole der Doppelverdiener heute auf der Seite des Rechtes der Frau als gleihberechtigter 
S:.aatsbürgerin =- ein ſehr harter werden: aber wir dürfen und werden nicht müde werden, uns für Gerechtigreil und 
Recht für die Frau einzuſetzen, weil nicht nur äußere Lebenomöglichkeil, ſondern Ehre und Menſchenwürve, Bildung und 
Perſönlichkeitsentwi>lung der Frau mit der Löſung dieſer Fragen auf das engſte verknüpft iſt. => 
Unſer Vereinsleben wird uns gleich im Beginn des neuen Jahres die von mehrecen unſerer Verbände gewünſchte, 
vom A. D. L. V. in Gemeinſamkeit mit dem Zentralinſtitut für Erziehung und Unterricht in Berlin veranſtaltete Tagung 
Über die „Öffentliche Jugendhilfe und die Mädchenſchule“ bringen. Die Tagung begegnet bei Kolleginnen -- bis ins 
Ausland hinein -- und Behörden lebhaftem Intereſſe, und wir hegen die Hoffnung, daß ein verſtändnisvolles und enges 
 
 
 
 

	        

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