Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 55.1926, [1. Halbjahr] (55.1926, [1. Halbjahr])

 
ERR vom Deutſchen Lehrerverein 
Verlag und Geſchäftsſielle: Verlin C 25, Kurze Siraße 3/5; Fernruf: Aleränder 498 
 
 
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Verantwortlicher UERENEE Geo Raeppel, BerlinLichterfelde 1, EIN 80; ibi Lichterfelde 3931 
Inhalt: Der preußiſche Bildunashaushalt. =Die künftige Vorbildung des Landlehrers. == England und die Hochſchulbildung der Lehrer, 
Rundſchau. == Wirtſchaftliche Fragen, == Verſchiedenes. == Anzeigen. == Als Beilage: „Bücherſchau Ur. 1“, 
 
Der preußiſche Bildungshaushalt. 
Dor Haushalt des. preußiſchen Miniſteriums für Wiſſen- 
ſchaft, Kunſt und Volksbildung für 1926 iſt mit altpreußiſcher 
Pünktlichkeit “erſchienen, Ein Blick auf ſeinen Abſchluß: - Stei- 
gerung der Ausgaben gegen 1925 um 293/1' Millionen läßt den 
Köoſot freudig aufatmen. Schlägt man aber die Endſumme 
der Titel 34--52.des Kapitels 8: HNE ZUNE Be 07 ſ0-fin- 
dot iman -eine- Minderausgabe von 12% Mill. bei den Titeln 
54: SE 5geld) und 36 (Ergänzungszuſchüſſe an leiſtungs- 
ſchwäche Schalvetbände) und nur eine Mehräusgabe von 
6,159" Millionen bei Titel '58 (Landesſchülkaſſe) und bei 39, 
414 und 44 (Unterſtüßungen, Votſtandsbeihilfen, Umzugsköſten 
UNd Wohnungsbeitilfen). -Bei- den Rirchen UE eine Mehr- 
«nſzgabo: von 10% Millionen auf: * 
Nach “dieſen zunächſt ins Auge „alfende n Zahlen kann“ 
man. indeſſen den Haushalt nicht beurteilen. Ein Bild von 
dor gleichmäßigen oder ungleichmäßigen Pflege der einzelnen 
-im Miniſterium für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung zu- 
jamm ongofaßten Gebiete erhält man nicht, wenn man. die 
tatſächlichen" Ausgaben eines eiizelnen. "Jahres und die 
Steigerungen oder RüFgänge dem Yorjahre gegenüber konnt, 
ſondern erſt dann; wenn maeinet. Längen. Zeitraum: und 
vine längero"Reilie* anfeinanderfolgender: Jahre überblickt. Nuch 
dam it beiin preußiſchen Bildmigsbausbalt. „eine jachgemäße 
Beurteilung ſehr er ſchwert. An .diejer Stelle. iſt darauf wieder“ 
Holt hingewieſen "worden. "Eikauofenthigkes «Erſchwernis liegt 
„zunächſt darin, daß die. Kriegsjahre "ind. die- Zeit „der Geld- 
- vntwörtung ausſcheiden müſſen. Soda : erfolgt. die Auf- 
jiellung des Haushaltes heute in anderer Anordnung als früher. 
Das gr ößte Hindernis für eine ſachgemäße Vergleichung liegt 
„„abor. daria, » daß für'das- Dolf s- umd Mittelſchul“ 
WIEN wür die Staatsausgäben Angegebe 
werden, nicht:aber die Aufw.e adam gens: “dE Si 
areinden, die“ auch." heüte“ wohl noch“ höher "Find ats die 
Dos !SfaateS: während; für die Hochſc hmben“- unds das: höhere - 
Sdulwoſen die geſamten, NAusgabaon nachgäuieſen: werden. ZEs 
„Zürfte doch möglich ſein, die Gomeindeleijtungen. auch. für die 
Volks- und Mittelſchulen mitzuteilen. Ein Übelſtand iſt es 
Wich; daß die Staatzausgaben für die Dolks- und 
Mitte GISEHZUNe M1 Nacart 5,80 x vent ſID: Fu einm: 0 
< ichtiges und noezierdings - ſtark erweitertes Gebiet wie das 
Mittelſchalwoſen müßte in einem Haus ZEN der insgeſamt 
525 Folioſeiten' mmfaßt und ' auch manche "Milchmädchen- 
roehnung bringt, eins beſondere Nachweijung onthalten ſein. 
Der Haus halt IME eine Ausgabe bezw. einen Sujchuß -.- 
os find auch kleine Enmahnmen vorhanden = von 552,5 Nlilli- 
xX One) vor, alſo ein hübſches Sümmdzen mehr als eine halbe 
Milliarde. Der letzte Vorkr iegshaushalt (1914) ſchloß mit einem 
Suſchuß von 295 Mill. ab. Sieht man von der Verkleine- 
rung des Staates ab =- für. die verlorenen Gebiete ſind in 
vorſchie odonen Titeln noch erhebliche Summen: zu leiſten += 
0: beträgt die. Steigerung gegen 1914 immerhin 257,5 NÜll. 
oder 85 0 H. Auch wenn man. die Geldentwertung mit 40--50 
vB... zit Betracht zieht, bleibt noch eine Mehrleiſtung Übrig, 
die..wir gern als einen .Boweis 6 die Wertſchäßung + der 
Goiſtospfloge im -nouen. Staate. buche 
2 oin: einigermaßen greifbaros Bild für die Bewegung 
auf. don einzelnen der Fürſorge des Bildungsminiſleriums aus 
vortrauten Gebieten -zu geben," laſſe wir nachſtehend. einige 
5: Kn ſt 
SIERRE AFS bi (IE 
6 weiteren 
Zauptziffern aus den Haushalten für 1914, 1924, 1925 und 
1926 folgen. FE ) 
Die Haupttitel des preu giſchen. Bildungs» 
haushalts 1914, 1924, 1925, 1926. . 
191% 1924 < 3925 
HU > Mill. 
. 4926 
Mill. 
1. Miniſter iumu.all- 
gem. Verwaltung 
2 LWD ANKEHNNMIT I 4 4 54 
a) Univerſitäten .- . = 
b) Techniſche Hochſchul, 
5,738 
70,243 
51,979 
12,824 .. 
9,113 
- 403,2775 
59,642 
1,803 
40,218 
25,106 
* 8,180 
- 16,056 * 4,847 
-212,755 "277,664 
"24,744 *" 22,936 
2,316 “- 
37,413 - 
27,051 
6,307 
3,420 
+57,555 
42,556 
10,145 
7,6350 
399,975" 
' 27:925 
M ER. 5s- WiN 
3)«Höher2-Schuet: 
b) Volksſchulweſen ein- 
; ſchließlich Lehrerbil- 
dung 
b1 Lehrerbildung . 
b2-Schulaufſicht . 
b3 Volfksſchulen für 
ſic. allein 5. + 
185,967 > 253,104 369.527 .. 561.231 
18,9591.2,5 8,219 9,534 "7 75691 
1 557 3,396:015,276 12. 5834 
4 ENE 
153,15. 241,550“ 354,476 - 547,478 
5 Riechen. na. 0 01 1416095. 5% 140760452: -:-- 70,691 
Geſamtzuſchuß 294,885*) 370 ,529 ' 1522,785. ; :552)504 
Überblickt man die vorſtehende Aufſtellung, ſo ergibt ſich, 
daß. die Erhöhung der?Ausgaben in den einzelnen. Poſten 
nit weſentlich abweicht. Immerhin fällt auf, daß 
die Ausgaben für die Volksbildung im ganzen zwar aud 
von 1925- auf 1926 .um ein- Geringes geſteigert werden: follen 
daß: aber bein Yolfs sſhulweſeon! im engeren und in 
Sinne“ eine Vorminderung eingetreten 
iſt, und „es wird“ zu fragen ſein, ob „dazu ein 'Hinreichender 
4 vorhänden iſt. - S 
ALDE Aunsgaben.“ 'für- das 0 
im. beſonderen „betrugen 19147 mur. 55,6 v.H. 
 
der Ge-. 
„„ſamtzuſchüſſe im Gebiet des Bildungsminiſteriums, ſtiegen: 1924 
auf 65,1 iG 1925 auf 67,8 v.H. Für 1926 ſollen die ſtaat- 
lichen Volksſchulausgaben nur 62,9 v. H.“ betragen. Das iſt 
eine ſehr beträchtliche Verminderung. “Wie kommt ſie zuſtande? 
Das Be] 7" ulungsgeld (8' 47 des“ VYolksſchullehrer- 
Dienſteinkommengeſetzes) iſt von. 194,65 auf 184,25 Nüillionen, 
die Ergänzungszuſchüſſe an leiſtungsſ<wache 
Schulverbände (8 47 d. V.-D.-G.) ſind von 34,55 auf 
52,52 Millionen herabgeſeßt worden: Das ſind 12,257 Milli- 
onen weniger. Eine für den Fernerſtehenden verſtändliche Be- 
gründung fehlt, wie“ überhäupt in "die Sache eingehende 
Begründungen faſt nirgends gegeben werden, ſondern meiſt 
nur eine Aufſtellung über die Zuſammenſetzung der Beträge. 
Über die dbigen 12,257 Mill: wird nur geſagt: „Die Geld- 
beträge berechnen ſich nach "dem Volksſchullehrer-Dienſtein- 
HUMER 6.“ Die Bemerkung iſt ganz überflüſſig, da das- 
*) Die . Zahlen ſind auf ganze. Tauſende abgerundet. Am 
Ende der Tabelle - iſt : der. Geſamtzuſchuß,- alſo die, Geſamtausgabe 
nach Abzug der Einnahmen, angegeben. / Die Einzelziffern geben 
aber die tatſächlichen Ausgaben“ an, ihre Summe orgibt alſo mehr. : 
als die Endziffer. Eine.-Reihe kleiner, zahlenmäßig. und ſachlich“ unz 
bedeutonder Beträge fehlt in den Überſichten | 
 
Volksſchulweſen 0.)
	        

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