Hevalts0e
eben vom Deutſchen Sehrerverein
Verlag und Geſc äftsſielle: Exer: C.25, Kurze Straße "3/53 Fernruſt Ulexander 498
Verantwortlicher Scriſtleiter:' beu Raeppe!l, Berlin-Lichterfelde 1, Steinſtraße 80; Xernruf: Lichterfelde 3931
„56. Jahrgang

- Berlin, den 14. April 1927
Dummer 455


DZ MUSEE 2TS2E Apelt „020 Us EE IUEZ ADE June, 3 : ; p | :
US 3 258 der Arbeit der „Erziehungswiſſonſehaftlichen Hauptſtelle des Doutſchen Loh S. Wieder“ eimal :"K dat und
Reichsſchulgeſe. == Oſterverſammlungen. = Zngendpolitik. == Rundſchau. == Wirtjchaf.liche Fragen. == Doutſcher Lehrer-
verein. == Verſchiedenes == Anzeigen.

Aus der Arbeit der Erziehungswiſſenſchaftlichen Hauptſtelle des
Deutſchen Lehrervereins.
ZU ſeiner Erziehungswiſſenſchaftlichen Hauptſtelle hat ſich
der Deutſche Lehrerverein eine Körperſchaft angegliedert, die
nicht nur die eigenen, aus ihrer Zwetſetzung ſich ergebenden
Aufgaben ſelbſtändig löſt und damit das Leben des Vereins
befruchtet, ſondern ihm auch als Gutachterausſchuß wertvolle
Dienſte zu leiſten vermag. Dieſe beiden Seiten ihrer Tätigkeit
MAEnen auch den Inhalt der Erörterungen in ihrer letzten
Vollſikßung, die am 5. und 6. März in Berlin ſtattfand.
Coop MIET Dat. „. . 5 4 MdE
Leider war es nicht allen Mitgliedern der Hauptſtelle möglich,
SREDRRBEN: der Sitzung zu erſcheinen; ſo mußte ſie auf die
itarbeit der Profeſſoren Fiſcher, Kerſchenſteiner, Lehmann
„umd, Stern und einiger weiterer Mitglieder verzichten. Der-
zichten mußte ſie auch auf die Mitarbeit eines geſchätzten Mit-
gliedes, das im Kaufe des. letzten „Jahres zür immer. abberufen
WörVeN iſt: Mtt6 5 regierungsrat Günther, gedachte ſeiner in ehrenden, tief
ompfundenen Worten. Daneben. konnte er auch der Freude
der Hauptſtelle darüber Ausdruc> geben, daß die wiſſenſchaft-
lichen Leiſtungen eines ihrer Mitglieder durch Verleihung des
es „der philoſophiſchen Fakultät der Berliner Nui
DEU ELIE UNE I001008 ſind; er ſprach diejem Mitgliede,
ZP 2 € DEU 10.04 iU.5, herzliche Glüdwünſche aus. ;
Im Rahmen der Tagesordnung behandelte an erſter Steile
86.7 3.4.4458 : “S 2
CSA. Pregel Die Stellunm der Erziehungs
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Staatsſ des Hauptausſchuſſes der E, H. geſtellt hatte. Pretzel fenn-
zeichnete zunächſt die Tatſachen, die zur Stelling der Aufgabe
goführt 'häben: - Erörterungen innerhalb des Vereins und. die
vont evangel. Elternbund und ähnlich aerichteten - Kreiſen
immer wiederholte Behauptung, die Exziehungswiſſenſchaft
habe Feſtgeſtellt, daß Religionsunterricgt == und zwar be-
He bremäahbtapr Yoeliataqua : : .
Fonmituismäßiger Religionsunterricht + ein notwendiges Ge-
VE ninaSran, der Schule ſei und beherrſchend im Mittelpunkt
STEN EIN IIR I TND 4 ohen „müſſe, woraus dann „der
BEPenUUnRe ei PeLOe; daß nur eine Schule im Geiſte eines
SE iſſes eine rechte Erziehnngsſchule, ſein könne. Danach
ſei alſo zu prüfen, ob die.Erziehungswiſſenſc :
NN WES ONTLEEN „Erziehungs ſſenſchaft
fordere, daß RVeligionsunterricht in der Staatsſchule von ſtaat-
lic? angeſtellten Lehrern erteilt werden müſſe. Der Bebit:
erſtatier jührte dann aus, daß jene Auffaſſung wohl von ein-
zelnen Erziehungswiſſenſchaftlern, nicht aber von der geſamten
Erziehungswiſſenſchaſt vertreten werde; und er zeigte. das
durch eine geſchichtliche Unterſuchung. Dieſe ergab daß I
der Erziehungswiſſenſchaft neben der erſtgenannten ZÜHEUng
ſich. noch andere deutlich abzeichnen. Die eine derſelben will
zwar den Religionsunterricht, aber ſie verlangt, daß er von
jeder bekenntnismäßigen Bindung freibleihen müſſe; eine ihr
nahöſtehende wünſcht ähnlich einen Unterricht üb er Religion
nicht: in Religion. : Eine andere Richtung vertritt die "An-
ſchaumna, daß die Pflege des Religiöſen ausſchließlich Sache
dor Familie ſei, daß der Schule inithin. der Beruf, Religions-
unterricht: zu erteilen, abgeſprochen werden müſſe. n s
Auch bei der grundſätzlichen Betrachtung der Frage kam
der Vortragende zu keinem anderen Ergebnis... "Er ſtellte feſt,
daß auch die Frage, ob Religionsunterricht an ſich ein not=
wendiger Beſtandteil jeder Bildung ſei, nicht. einhellig. beants
wortet wird. „Während. die eine Richtung, ausgehend "davon,
n In der mehrſtündigen Ausſpra

daß jedem Kinde eine religiöſe Unlage angeboren ſei, hieraus
folgert, daß,-wie alle „Anlagen auch dieſe ausgebildet werden
müſſe,“ wird ok. andera.. das Vorhandenſein urjprünglicher
religiöſer Anlagen beſtritten, womit für ſie auch die Not=
wendiakeit ihrer Ausbildung entfällt. Die Beaniwortung der
Frage im letzteren Sinne führt ohne weiteres zur Ablehnung
jedes Religionsunterrichts in den öffentlichen Schulen. Aber
auch wenn die Frage im zuerſt gekennzeichneten. Sinne beant-
wortet werde, köme damit zwingend nur begründet werden,
daß Religionsunterricht im Bildunasplan Überhäupt nicht
fehlen dürfe. Eine Notwendigkeit, daß er in ſtaatlichen Schulen
in ſtaatlichem Auftrage von ſtaatlich angeſtellten CSehrern er-
teilt werden müſſe, könne daraus nicht abgeleitet werden.
Endlich prüfte der Vortragende auch die Anſchauung näch,
die die Notwendigkeit des Rekiagionsunterrichts mit dem Hin-
weis darauf begründet, daß die Schule nicht unterlaſſen dürfe,
ihren Schülern das religiöſe Kulturgut zu vermitteli.
Uls ein zwingender Grund könne auch dieſer nicht angeſehen
werden, da die Schule dieſer Forderung recht wohl auch auf
andere Weiſe als durch einen geſonderten Religionsunterricht
gerecht werden kann. So ergebe fich auch bei der arundſäßlichen
Betrachtung der Dinge nicht, daß Religion als Fach für
die öffentlichen Schulen. unbedingt notwendig ſei. Was aber
zur Entſcheidung. dieſer Frage dränge, das ſeien die. tatſächlich
gegebenen Verhältniſſe, die ſtaätsrechtlicher Art ſeien. Staat
und Kirche ſeien - nicht mehr vereint." Die -Schule könne
Staatsaufgabe ſein = und das werde heute kaum von jemand
beſtritten =-3 könne aber auch die religiöſe Erziehung Staats-
aufgabe ſein, wo“ Stäat und Kirche nebeneinander ſtehen und
wo es ſich um einein beſonderen, nämlich kirchlichen Religions-'
unterricht handelt? Wenn dieſer Religionsunterricht Teil: der
Kirche ein Sti> der
ſtaatlichen Schule bleibe,- ſo habe die.
ſtaatlichen Schule. . -
So konte der Berichterſtatter das Ergebnis ſeiner B..cer-/
ſuchung in folgenden Gedanken zuſammenfaſſen: Es iſt mit
rein erziehungswiſſenſchaftlichen Gründen weder zu beweiſen,
daß Religionsunterricht ordentliches Lehrfach der öffentlichen
Schulen ſein müſſe, noch daß er es nicht'ſein dürfe. Die Frage
iſt in. ihrem Kern nicht grundſäßlicher erziehungs wiſſenſchaft
licher Art, ſondern ſtellt ſich als eine ſolche der Zweumäßigkeit,
als eine ſchulpolitiſche dar. Die zu findende Löſung wird daher
ausſchlagebend beſtimmt durch die innere Geſamtlage von Volt,
und Staat und kann daher in verſchiedenen Staaten verſchieden
erfolgen, ohne daß eine dieſer CTöſungen notwendig mit der
Erziehungswiſſenſchaft in Widerſpruch zu ſtehen braucht.
<< e wurde 11:7a. der
Verſuch gemacht, dieſes im ganzen negative Ergebnis durch
ein poſitives. zu erſeßen, indem man ohne Rückſicht auf die
gegebenen ſtaatsrechtlichen Yerhältniſſe Forderungen der Er
ziehungswiſſenſchaſt an den Inhalt, und die Weiſe: des Reli=
gionsunterrichts ſtellte oder von einer andern Frageſtellung aus
zu “einem Ergebnis ZU kommen ſuchte: Art und Umfang der
Staatszwee, ſeien, wie die Aufgabe der Schule und die Cehr=“
plangeſtaltung unbeſtimmte; daher ließen ſich genauere Formu
lierungen in bezug auf die geſtellte Frage nicht treffen. Dem-
gegenüber wies der Berichterſtatter darauf hin, daß es ſich nicht
um die Frage -handle,- w el “Standpunkt der Erziehungswiſſenſ

















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