-tl:ooretiſchen Yorträgen.:
x
„Nusgang - der kommenden - Schulfämpfe iſt, ob. wir Lehrer
„uns vollfommen klar darüber ſind, was das. W efentlich
=< einte, Neiße von Bemerkungen anf
Faſſung der Sachlage daneben ſtellen ſollen.
"nothwondig, damit wir die Arine frei bekomine:
*“Daſeinskampf. =- Es iſt eine politiſche Unſittlichfeit, den Artikel 146




Serausgegeben vom
Verlag und Geſcäftsſielle: Verlin € 25,
Deutſchen Sehrerverein N.
Kurze Ziraße 3/5; Fernruſ: Alexander 498 >

Verantwortlicher Schrifileiter: Leo Raeppel, Berlin-Lichterfelde 1, Steinſtraße 80; Fernruf: Lichterfelde 3930


56. Jahrgang


Berlin, den 5. Mai 1927

Nummer 8

hsſchnlgeſeß. = Die Aushböblung der '
Inhalt: „Ueber den bevorſtehenden Schulfampf in Deoutſä:land“. == Auf dem Wege zum Rei
GEIE =Geundſchule auf. dem. Yerwaltungswege in Preußen, .=- Die Aufbauſchulen in Preußen. == Ojterverſammlungen. =- 'Rund-
€ . N . > 5 !
- Jchau. =-- Wirtſchaftliche Fragen. == Verſchiedenes. = Anzeigen. :
. „HYeber den bevorſtehenden Schulfampf in Deutſchland .
Wieder ſiehen die Reihen der Kämpfer um die Schule
oinander gegenüber, bereit zum Dormarjch auf der ganzen
„Linie. . Wixd noh einmal im lekten Augenblick abgeblaſen
“werden? Man darf diesmal wohl annehmen: Nein! Denn
günſtiger können die Zeiten für die, die zum Angriff „D0r=3
gehen wollen, Ffaum mehr werden. Die Schulfrage führte
ie gegenwärtige Koalition zuſammen und wird ſie wobl
as Konkordat unter Dach iſt. Um ſo wichtiger iſt eine klake
/2).:C1
“Erkenntnis der „ſtrategiſchen“ Lage. Nam iſt eben eine Bro-.
ſchüre erſchienen, die wie keine andore für jeden Schulfämpfer,
“er ſtehe w3 er wolle lehrreich iſt.*) Sie ſtellte fich zur Auf-
gabe das Kampffeld frei zu machen, und ſie erfüllt dieſe
“Aufgabe rüFſichtsl02, kämpferiſch, faſt möchte man ſagen:
brutal. Eine Art oſtelbiſher Junker im Gewande eines Xatl;o-
“Tiſchen Prieſters redet. hier frei von der Leber weg. “National
und zugleich abſolut kirchlich. Und doch wieder antiſemitiſch
wie ein ſtrammer Yölfiſcher. Yor Feinem noch ſo“ ſcharfen
Worte gegen don „ſiberalen :Gegner“. zurükſchreend. * Ein
Kampfruf voll Selbſt- und“ Siegesbewugßtjein, ein Kämpfer
vortraut mit allen Kniffen und Pfiffen des volkstümlichen Agi-
tätor=. "Kurz, ein Buch, das alle leſen müſſen, die die Stellung
'dos Gegners erfunden und die ſeine Stärte und ſeine Zu-
verſicht ſelien und verſtehen lernen wollen. Ein Büchlein,
"aus dem in einer Stunde mehr für die praktiſche Schulpolitik
der Gegenwart gelernt werden fami als aus tagelangen
Da es unſeres Erachtens geradezu. eutſcheidend fi
des" gegenwärtigen Kampfes iſt, wie die Dinge in: Wirk
+
Lichteit liegen und wm was heute der Kampf geführt werden
Fam, um was nicht, ſo wollen wir verſuchen im Nachfolgenden
„zunächſt einen Ueberblif über den In bhaltdes Büchleins
zu geben (meiſt mit- Worten des Verfaſſers ſelbſt) und damn
Üügen, die Unſere Auf-
Alſo hören wir zunächſt Herrn Zieſchs :
„Kampfziele im allgemeinen :
Der Kampf, um die Freiheit der chriſtlichen Yolfsſchnle it
für unſeren nationalen




der Reich=verfaſſung zu ſchonen, der ein Ergebnis von Domazogle,
'Zudentum und Willensſchwäche (der "chriſtlichen Rechten) iſt. Er
muß befeitigt und die -Konfeſſionsſchule zur Regelſchüle
gemacht werden, d.h. bleiben, was jie bi=her war. Ss
Die Volksſchallehrerbildung muß aus dom Yolfe und. der Yoltfs-
ſbule und ihren Notwendigkeiten Hervorwacfen/ zeitig abſchlivßen;
die abſchließende Berufsprüfung aibt das Reifezeugn.- ==
Die gefährliche Verſtimming des Yolksſchullehreritandes aegen
„die Kirche muß raſch beſeitigt worden, es
Ueber politiſche Betrachtung der DYolfsſchul-
- : FU AU CH 45 357
Politik ij die Kunſt des Miöglichen. Wir dürfon keine Sache
fo machen, daß wir dabei auseinanderplaßen. Die ſyſtematiſchen

*) Univ. Prof. De. Kurt Sieſche, Zpo2lau2 Ze b 0x-.0-01
"bevorſtehenden Schulfampf in Deutſchland“, Ver-
lag, Manz, "Regenzburg. 7-2 NM - 81- Seite;


uſammenhalten, bis das Schulgeſetz und vielleicht auch noch

koineswegs anf die varlamentariſchen Auitel dazu bi

Köpfe richten in der Politik die ſchönſten Dammheiten an. Alſo?
Strenge Prüfung des Tatſächlichen und Beachtung politiſchen Maßes.
Staat und deutſche -Yoltsſchule.
„Nicht die Verfaſſung it. in Wirklichkeit boſtunmond, ſondern das
lobendige Leben des VYolkes-ſelbſt. =- Die Yolksſchalo fel durchaus
eine deutſches Volksſchule ſ2in,“ ſoll einen freiheit=dürſtendon," klaren,
„Feſten ſtaatlichen Geiſt - einflößen, deutſcher Notwendigkeit forglich
“ angepaßt ſein. Der Staat iſt nicht bloß Nachtwächterſtaat; wir
haben ſittlichen und kulturollen Staatzswillen in Deutjchland, neben
und über den GeJollſchaftskräften. Die Völksſchule“ muß den uner-
ſeßlichen Wert des größten nationalen Kulturkreiſes, des Staates ſelbſt,
“um ſo deutlicher in Erſcheinung ſezen: =- Das deutſche Yolf will
“feine Vermengung von Staatlichem und KirHlichem. =- ;
"Deutſ Alte: wollen „feſte „Ordnung, felbſtändige, deutſchvolkstümliche,
*Fittlichkalturelle Ausgeſtaltung, Erziehung "zu gegenſeitiger Verant-
wortung, deutſchen Gomeingoiſt. Nicht aber, wollen wir, daß- unſer
deutſches ſtaatliches Wollen der Gegenwart auf die Heor-
vorbringung oder die Veränderung von Weltan-
ſc vichtet wäre Es widerſpricht dem Weſen der deatſchom Volfksſchulo,
irgendwie, wenn auch nur in geſchickt verdecktor verwaltungs-
techniſcher Form, eine religiöſe Zwangszanſtalt zu ſein. Die roli-
giöſe Staatzzwangsſchule iſt fein. deutſches ſtaatliches, politiſches
- Gebilde, ſondern nar noh ein Werkzeug der jüdiſchen Loge.
DERE konfeifionellen Tatſachen in Deutſchland
401.0. diedent ſhe Yolksſhuüle.
Die Konfeſſionen ſind nicht im Verſchwinden,. ſoadern warden jich
im leßten Jahrhundert ihrer ſelbſt und ihrer Unterſchiede immer
„ſtärker bewußt. Veide großen Konfeſſionen: tr&ben ſeit hundert“
„Jahren offenkundig das gerade Gegenteil von dem, was man fon=
„ Feſſionellen* Abbau nennen könnte. Der Materializmus iſt im Ab=
- ſinken. "Eine religiöſe Noubelebung3 it allerdings noch nirgends - dent
lich zu ſehen. Aber. die innere Kraft der Konfeſjionen iſt noh da,
- beruht auf ihrer klaren und polkstiynlichen, vorerbtein und “einges
- ſeblen. Sormung einer tiefen und" feekenvollen " Weltanſchauung, die
- einen ernſtlichen“ Wettbeworb im Volke ſelbit bislan3 nicht gefunden
hat. Dieſe chriſtlichen „Kräfte ſind. bei weitem die Stärkeren. „Mit
Vergewaltigung ijt ihnen nicht beizukonimen und. wemt dieſe Der-
- gewaltigüig auch ſo kaßenhaft ſchleicht wie die ſtaatliche Gemein»
ſchaftsſchale des jüdiſchen Liberalizmus der Gegenwart. - Gemein»
- Jamkeit der beiden Konfeſſionen im Kampf um ihr Recht macht ſie zur
„ſtärkſten Anballung von poliäſchen Willenskräften in Doutſchland.
- Unſere "Gegner mögen ſich warnen läſſen! 5
„Dae berechtigten Forderungen ver -Konfeſfionen
RE 35 Os
an die Yolksj -< Sreiheit im ſtaatlichen Rahmen! Dafür muß gefämpft: werden,
klar, ſcharf, rückſichtslo=, raah und rempleriſch. '=-- Jeder deutſche
-Gefellſchaftsteil will die Sachen, die ihm eigen ſind und zu denen
er ſelber fähig itt, allein beſorgen. “Dor Staat hat hier ein Mit-
" beſtimmungsrecht, nicht mehr. . De. Konfeſſionen erheben nun den
politiſchen Anſprach, ſelber Yolfsſchulen gründen zu dürfen und bet
der ſtaatlichen Formung "der Yoltsſchällen gehört und borückſichtigt
zu werden. So ſtehon die Sachen, mag an für anremnen,. wer Cut
hat: Im Notfall. wird die kirchlich geführte katholiſche Hälfte
anch allein ſtark genug ſein, ihre eigenen konfeſſionellen Anſprüche
„auf dem VYolfsſchulgebiet durchzuſeßen ind ſie wird ſich damn
- AE IE






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