Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 56.1927, [1. Halbjahr] (56.1927, [1. Halbjahr])

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Hetausgegeben vom Deutſchen Gehrerverein 
Verlag und Geſchäſtsflelle: Verlin € 25, Kurze Straße 3/5; 
Fernruſt AUlerander 498 
BVetlin-Lichterfelde 1, Steinſtraße 80; Fernruf: Lichterfelde 3931 
 
 
Verantwortlicher Schriftleiter: Leo Raeppel, 
Jahrgang - 
 
I. 
36. 
Veber dean bevorſtobenden Schulkampf. in 
--- Ojtervorfammlungon. - 
Fragen. ! 
ZA0.08:0.44 
„Ueber den bevorſtehenden Sc 
Berlin, den 12: Mai 
EEN SULIG EISEN 
- "Gründung des International en 
Deontſchor Lehrerverein. == Verſchiedenes, == Anzeigon. 
197 627 
aH 
 
Nummer 19 
nnd „die Not. der -"Junalehror. 
Bundſchau. == Wirtſchaftliche 
Reichstag 
Condon. == 
(Fovtjezung). =- Der 
Cohrorbundes- in 
ilkampf in Deutſchland“. 
' 
(Fortſeßzung.) 
BMS T UTL ULTI € 1290 4.2475 
Wor auf dem weltanſchaulichen Boden 5.5. ſteht, wird 
die Fraue: Wo iſt 057 ganz ſelbſtvorſtändlich und arundſätlich 
beantworten: In unſeren Reihen und -nur in unſeren 
Noikon! „Eben leſen wir in oinem echt katholijehen Blatt über 
Komvortiten: „Sie kehrten zurüXk zur Kirche CH VIPE 
Alſod!l-- Sudem: in der Preſſe, in Verſammlungen befeliden 
ſich die Chriſtengruppen heute noch bis zum moraliſchen Tot- 
ſchlag. Wirklich totgeſchlagen haben ſie ſich früher oft genng 
und manche ſind bereit == Z. deutet dieſe Möglichkeit ſolbjt 
in wünſchenswerter Dontlichkeit. an -=- es. im Bodarſsfall 
noch einmal zu tun. Denn =- wie &S. ſagt ==: Der Proteſtantis- 
mus iſt +. in grundlegenden Fragen, die bis „in die Einzel- 
eiten durchgreifen, völlig: andever At ſ4194“ Fals.2die 
Katlioliken) (S8. 42). 
Nun gibt. es aber im Houtigen Deutſchland wie überall 
dor lyoutigen" Welt neben den zwei öder drei (kirchlichen) 
Konfeſſionen noch vierte, fünfte, ſechſte uſw. ; die UAntifirehlichen, 
die ' Unfirchlichen uſw. Und auch. ſie wollen „Sreilyeit“ auf 
Grund des „Elternrechts; auch ſie. wollen „Erziehung. im 
Sinne und Geiſte ilros Bokenntniſſes"; auch ſie wollen „Voll 
Cokworx“, damit „Havaktervolle“ Menſchen == in ihrem Sinne 
= erzogen werden. ; ' 
Nun fordert auch Z. = und wir begrüßen das Herzlim' = 
„einen „geſauntdoutſchen politiſchen Willen“, damit Deitſchland 
" „wieder . „rüſtig und ſtark werde" um nicht unangefochten, aber 
Fchließlich unbeſiegt in ſeine mittelouropäiſche Stellung hineinzu- 
„Veiten“. Und or fügt dann hinzu, wieder ganz. in unſerem 
"Siin* „Ein Teil dieſer Aufgabe und kein kleiner, iſt die 
„dontſchpolitiſche Löſung der Volfsſchulfrags .%-5 die auf klar 
„erkannten völkiſchen Grundlagen tuhen mug.“ Wo bleibt ader 
„bei einor Cöſung der Sculfrage im eoen angedenteten jireng 
LFönfeſſionellsit: Sinn das" deutſche Dolk, die völ fiſche 
„Grundlage? Vom „<Hriſtlichen Volk“ 34 reden, wäre, wollte 
„man. ganz grundſäklich denkeit und ſprechen, nach dem oben 
Jeoſtgoſtollten den Anliängorn der ſtrens Fon - 
feſſionollen Schule amn ÜlboEPWENTUNMEM! ZEP> 
la Wbt. - Dies" Wort hat mirzeinen Sinn uin Munde derer, 
„die an eine ſtarke innere Gemeinſchaft unterhalb HEL» To 
feſſionellen Trennung glanben und die dieſe Gemeinſchaft 
-Wollon, ſchon in der-Schule.. S. ſelbſt bemerkt (S. 72): „Die 
katholiſche Droſte wird im proteſtantiſchen Oſtpreußen und der 
„Proteſtantiſcho Herder am katholiſchen Rhein) vorſtanden. Fn3 
FE 10. ma in „Oberbayern, und. die Handeln. m 
„„Metklonbura. Die Alemamen bleiben Schwaben, “ob ſie 
» Xatholiſch oder proteſtantiſch ſind. Das BADE SUITE WEINE 
+. Hanzes Buch.“ Uns gibt gerade das und gad ſeit langer Zeit 
- Stoff, darüber nadzudenten, 9 jenſeits der FEINEN 
„Derſchiedonheiten und als tragende und forxmende Unterſchicht 
vos Enipfindens und Wollens aller Deutſchen nieht. doch ein 
„ Gomeinſa 68" da Wäre. das deit Kern des deutſchen 
Teif EEE fn NEE SAN Toil dieſes. Rernes 
Menſchen“ oder dd& "einen weſentlichen Coil; die[es; RAe: 
FEDOR: Die 2Wwahbe 0 81LU Me „Grund lage ſeines en 
"Und darum anch die Grundlage aller Arbeit .d ex Erziehung, 
„Welche dis Au*gabo der vom deutſchen Staat CAINE 
' Stulon »ijt.- "Der Godantke der Geomeinſchaftsſchule EISES 
Und das ſollte ein völkiſch eingeſtellter Mann wit =O 
als mt. das: Produkt von 25380201: 
nölandsgeld, &D- ſagt m 
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<nen- und Cogongeiſt oder gar A 
-Sule 
 
ciner ſchon angeführken Stelle: „Behüte, daß die katholiſche 
Politik in Deutſchland nicht in die Hände von Welſtanſhaunngs- 
tboorctikern gerät.“ Wir ſagen ähnlich: Behüte, daß "die 
Schule in Deutſchland nicht in die Hände ſolcher. Welt- 
anſchammnnastlheoretikor komnut! Dagegen fämpfen 
wir: Denn das it die Wefalriwonheunte 
5. ſiebt ſie nicht. Er =- der völfiſch: denkende Niann <== 
ſtellte vielmehr ſein ganzes Temperament und ſein reſoluteſtes 
Wollen in den Dienſt derer, die die Schule des Volkes 
ablöfen.wollen durch. Schulen für Proteſtanten, Kat h0- 
lifen/ Rommuniſten, Mäateriabiſten 1205204 D = QBEX, 
durch Schulen, die. Jüng er ſchaffen für beſtimmte Welt 
.anſchauungen, im Notfall zum Kampf. mit dem Manne 
der andoren Weltanſchauung, d. lh. mit dem deutſchen Bruder. 
Zſt ..es . da - micht mehr: als aur euphemiſtiſche Redefloskel, 
wenn immer wieder, auch bei Z., die Fopxmel auftau.Ht: „Un 
den Schulfrieden kämpfen wir und um die Arme frei zu 
bekommen für unſeren Daſeinskampf.“ (10) = ' 
aben, die ihm eigen ſmd" undzu. denen. er 
er befähigt iſt, will.jeder deutſche Gemein 
haftseteibfür ſich allein beſorgen: SCHIEF EI 
Aus dieſer Theſe folgert 5. das Recht der“ 'Rir <e auf 
ie Schuls. Wieder müſſen wir. ſagen: Das iſt falſch und 
ſteht im WiderſpruJ zu ganz offenkundigen Tatjachen: ; 
Die Shule iſt.nicht den Konfeſſionen eigen. Sie war 
es als Yolfsſchule nie in dem Sinn, in wolchem es die Kleri- 
falen immer neu behaupten und. ſie iſt es im lekten Jahr- 
hundert in feinom Sinn mehr geweſen. Schon die Firchlich» 
fromme Maria Thereſia ſtatuierte bekanntlich: Die Schule 
iſt oin Politikum!“ Und als „Politikum“ wurde ſie das, was 
ſie houte iſtz dem Staat war-ſie eigen und YC je EU 
hente noch! : ; . 
Und die Konfeſſionen waren auch nie be fähigt, die 
aus eigenem zu boſorgen. „Der Glaube “kann 
und ſoll eine Macht der inneren Cobensgeſtaltung ſein, aber er 
kann keine “Säge aufſtellen, die in den Bereich .des rationalen 
und orfahrungsgemäßen Wiſſens gehören.“t) Mit ihnen, wenn 
auch nicht allein mit ihnen, aber hat es jede Schule zu, tun- 
nd dies nationale Kulturgut erwuchs faſt in ſeinem vollen 
Umfang neben der Kirche, unab hängig von ähr, 
in ſtetem Kampf mit ihr. Und' houte? „Es it nicht zu leugnen, 
daß gerade heute vom Katholizismus „ſehr weniges kultur- 
befruchtende Ideen ausgehen“. So ſagt der Jeſuit Cippert,/2?) 
alſo gewiß kein Gegner der Rirdh2. Wie foll damn 3. NE 
der Katloliziemus wirklich aus eigenem eine Schute tragen 
und beſorgen können, die den Bedürfniſſen der Gegenwart 
entſpricht ? Die Welt iſt längſt nicht mehr konfeſſionell, ſo oft 
dies. auch die Konfeſſionellen behaupten mögen. (Der Theo- 
logie-Profeſſor Dr. Niebergall 3. B-" anerkennt dieſe Tatſache 
mit einer erfreulichen Offenheit, auf die wir H. „ausdrücklich 
binweiſen.) (Jahrbuch der Erziehungswiſſenſchaſt und Jugend- 
funde IL herg. v. E. Stern). Die konſeſſionellen Abſchattungen 
dos europäiſchen Rulturbezirkes worden in der Wirklichkeit des 
Cobens immer wieder und ganz: beſonders von der oft ſtärkeren 
1) Krie, Staat, und. Rirche im Kampf. unt“ das Bildungs» 
woſon (Hamburg, Curiohaus, Ni. Sengor). 
2) Pater Lippert, S. J., die Weltanſchauung des 
Verlag „Em. Reinike,“ Leipzig, 
Latholiziemusg 
»* 

	        

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