Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 56.1927, [1. Halbjahr] (56.1927, [1. Halbjahr])

 
 
 
Nr. 
 
Allgemeine Deutſche Lehrer 
zeitung. : 371 
 
 
 
PM Es 0 - . .. " 
Artikels 146 der R. und. die Konfeſſionsſchule 
: als Roe'gelſ<hule- fordert, "dann" iſt er alles; nmr nicht 
Er ein Mann des politiſchen Maßes! 
Wt Eint - einziger Blid" auf. die Partewerhältmſſe int“ Reichs- 
tag und auf die geſamte geiſtige Lage in Deutſchland hätte 
ibn zeigen "nüſſen, daß er ſelbſt. mit dieſer Forderung mit 
beidon Füßen ins Cager der von ihm ſo energiſch abgowehrten 
„Woeltanſchaununastlhooretitor“ ſpringt. 
Ze Denn die ſachliche Voransſetzung 
 
der Konfeſſionsſchule 
iſt die Einheit tlichfeit des SEE ON WENDSL ES IDIE 
politiſche und wir FE SIEG ung. Tat aber, wie Z. 23 
auch Wiebergall betont, (Jahrbucdt 11. 5. 48), die Bovölkerung 
wöitbin ſo durche ARNTRTIONG daß“ jene Yorausſegung 
Cbenſo durchlöchert wurde? wie der Primat der. Religion Über- 
Laupt. „Die Revolution hat das Gute gehe DY, daß" ſie: "Hir 
Wie auch auf änderemn Gobiete unwahr gowordene Su- 
Rände beſeitigt und der Wirkli If beit der. Dyn'ge 
AusdruX gegeben bat. Es wär doh nun einmal unſer Yolk 
nicht ieh. ſO ſelbſtverſtändlich religi865, gar im kirchlichen Sinne 
Veligi85,"" daß ſich danach das Schulweſen hätte organiſieren 
laſſen müſſen“ Wenn das ſolbſt ein Profeſſor der Theologie 
feſtſtellen muß, d damt wird 0= wohl den reinen Weltanſch aum8as- 
theorotikorn überlaſſen bleiben müſſen, oin Sch mlgeſetz zu for- 
mulieven, das wieder die eine Herde in zwei» Hürden ein- 
fangon will. 
Die vo htlicho Yoraunsſezung für die Durchführung jener 
„Nadikalkur 7 iſt == weint nicht. die Frounde der Kön- 
„feſſionsſchule d neue „hriſtliche“ Schulära mit einem Dev- 
ia ſſunmgas Ven u ch einleiten wollen <= eine Nmänderung der 
„Deichsp orfaſſung. Dem die Reichsverfaſſung iſt zwar 
nach 5. nur „gEmacht“.“ Aber ſie iſt nun einmal da! Und eine 
BG ibiertelmia ritt im Reichstag muß zuſammengebracht 
[Wörden, um dieſes gültige Staats recht in ſein Gegenteil zu 
- Verkehren. Das aber wird ſelbſt forich zupa kenden, ſirupel- 
loſen Schul lpolitifern nach dem Herzen Zie IME enge Schwierig- 
keiten boroiten. = Nicht einmal das andere kam ohne Vor- 
fäſſungsänderung, alfo olme jene Droiviertehmajorität ge- 
ſchaffen worden, daß die „Sonderſchalen“ als vollkommen 
Sleich bore BH tigt neben der „Regelſchnle“ durch ein 
Reich 'Sſchulgeſet erflärt werdeii. 
Don dieſe r tatſächlichen Grundlage müßte auch der 
Sctulpölitifer 5. ausgeben, nicht aber von ſeinen Wünſchen 
und BETRUGEN: 25 
 
O- will die „ſtreng konfe ſſtonelle! Schule" 
„Aber man ſpricht da ſo häßlich von der Furcht vor -der 
„Rirchonſchule“; das wäre freilich „eine ſehr boeachtenswerte 
358 tung“. 4 Wir geben zw" Es EN ſolche häßliche 
Henſchen « auf dieſer Wolt. Wie kommen ſi& dazu? 
3 Sragen wir einmal: Wann 8 eine Konfeſſionsſ<ule 
peut 5. ſpricht ſich daräbor nicht d utlich genug aus, bleibt 
wohl mit aN beſtimmter Abirht etwas im Dämmoerigen. Aber 
ſelbſt er ſtellt feſt, daß die konfe ſſionelle Scheidung bis ins 
inzelne gelt, in der. Schule niht mir bis zu den Geſit- 
»ngsfächern, ſondern bis Hinein it die techniſchen FSäcer. Die 
m "Defannten Fathöltſeheit Coſebücher ſind ihm nicht mehr 
- Fathol liſch genug! Alſo: eine echt konfeſſionelle Sdhule muß 
mU deſfamfen Ünterrichtsſtöff näch ihren Be- 
SN „dürfniſſen auswählen und formen! Das Tam wir geben 
I8gurx das S0 24070 edenklie H ſein, wn 'es natur lid: 
DEN aus der Pre LAUNE dor geſamten Umwelt. Aber os kaim 
5 muß, wean es nicht aus den ſachlichen und orzi? heriſchen - 
Jotwendigkeiten IE Cohrers, ſondern aus den Wänſchen 
» einze'nen Konfeſſionen heraus gewollt oder gär GEE 
Wt, zur groben oder foineron Verfälſchung d der im Un 22002 
„öff liegenden Kulturwerte, zur Koreumpierung € der TEEAINE 
>Bnfärberei, zur - Fa lſchmünzerei führen, muß erſchleie- 
rung wWabkrbeit ſeken "und. die 
; od C er Wahrhei ſeb U 
der gar Litge an Steile der We und ihrer 
 
 
 
Vip aon AN 46.2 
Beet zu Söldnern im Dienſte einer „Part 8 di2“-Schult 
Weert , „Wal'rheiten“ korabwürdigen: NE DEN 
& „Kirhen“-5 bule. oder nicht? 
Wer "iſt. der wahre Bere der 
ilvon Zweck 
Hp Stel 
Di die Jugend 
üv die KRön- 
Wir ſtimmen dem 
allgemeinen gäfſuitg 
17 
8.8, Weiter frageit wir: 
. de led Doch der, der il:ren Gel ijt, 
fa Nun, die“ ehle Konfeo oſſionsſchule 
SIM EN allerletzt und allerhöchſt doch 
zl 
& aat Zie ſch C, 
 
pn Gott“, 
wenn es. bei dieſer 
 
 
 
 
 
des. Zieles einer Erziehung hin zum Heiligen, Ewigen bleibt. 
Aber die „echte“ Konfeſſionsſchule“ wird nicht dabei bleiben. 
rütjichtslo5s einſeitig in ihrem 
Lippert "SI. (Die Weltan- 
„Die Ei beit des Weltzieles, 
zu dem die Menſchheit mit ihren geſamten ZEE Tätig- 
koiten und Aufgaben beſtimmt it, hat zur Folge, daß alle 
Lebensgebiete unter einer beſtimmten. Rückſi zi 
eiter iirmlicen Prov; werden. Es aibt für die 
katholiſche KirHe im ganzen Bereiche der Menſchlichen koin 
eigentliMund AUEL MUERUG profanes Gebiet.“ 
(S. - 65.) „Die geſamte Ethit, '6in "Gebiet der" kirchlichen 
SPNOT EL = HEILH) ULEID'EMD [2 UN Einfluß auf 
alle Schulen als Erziehungsmittel des Heranwachſenden 
Geſchlechts“ (S. 67). Saß 45 des Syllabus Ix verwirft folge- 
richtig als unkir <lich, -, daß Feiner anderen Autorität 
als dem Staat om Roht eingeräumt wird, Einfluß zu üben 
auf die IE führung, die EE EREN die Verleihung 
der Grado, die Auswabl.'und Beſtätigung der 
Cehrper 73 ET NE NOL SDI2 Monſchenerziehung „iſt bis 
ins Junerſte binein Führung durch den überlegenen Willen 
Gottes "1008-0855 V OM Odtt > Bevottm a chtia ter: 
(S:-5687; 
Man ziehe aus all dem "die Ko 
ſich ergeben. micht we bloß in vorſichti 
er Praris des Tages; man ſtelle 
Sie wird Konſequenzen zielten, 
Si" ZE Paar. Sake" aus 
ſchauummng des Katholiziamus“ 
 
 
 
 
ſequenzen, ſo wie ſie 
3 abgewogenen Pro= 
grammen, ſondern in 
ſich. diE IN AINIEERN dieſos Sn ns vor. = die direkte 
und die M I SU und die. geheime '=- I das 
nicht nach der "Logik der Tatſachen die Schule als Kir <hen- 
ſchule? En iſt's ja dugendemal ſchon offeit und ehrlich 
geſagt worden, was allein aus dieſem Syſtem DEG werden 
kam: Dre STP ULTgenort 0 er Kirche, der HR IVUFE 
ganz allein. 
Was bedeuten daneben gemütlich abwehrende oder ver= 
wiſchende. Wendungen wie di?, mit denen S. der offenen Dar- 
legungen dieſer Konſequenzen SET verjucht? Das 
baveriſche Konkordat gibt eine deutlichere und wirklichfeits- 
getronere Erläuterung 
Sieſche ſagt an O3 ſchon zitierten Stelle, :er glaube, 
„daß wir es allo auf das ſchärft ablehnen müſſen, daß unſer 
deutſches ſtaatliches „Wolle der Gegenwart auf die Her- 
DOEH ETIJUN Ms 000220107. D EPA MOE PH I4 0.07 Welt- 
anſchamunna gerichtet wäre oder durch. das Werkzeug 
Der OLTEN WUNDE VD ALU U FN DEEP TL ET WERL VENT 
Eönnte, Und doch will er die „echte“ Konfeſſionsſchule! Der 
Widerſpruch löſt ſich, ſobald man. neben dieſen Satz eiwa den 
folgenden des Fatholiſchen Schulpolitifers P. Joſef Schrö= 
teler, 5. I. ſtellt: „Erziehung iſt die naturgemäße Fort 
BFDAERZUNGSFUHTION:. der ZW eltaNda u ungs) 
Das iſt ſcheinbar wieder der direkte Gegenſaß zu Zieſche. 
In Wahrheit: iſt es aber die zweite Prämiſſe, die Zieſche mit 
Stillſchweigen überging! -Aus beiden Säßen zuſammen 
erſt ergibt. ſich mit der“ Evidenz. eines Schulbeiſpiels in 
irgendeinem Logiklelrbuch: Alſo hat das Ne Wollen 
der Gegenwart mit Erziehung im.le bten und hö c> 
ſtet STA HÜHLE zu tun. Oder, wie die.“ kürzere, 
allbeo? annte Sormel". lautet? „Der Staat kamm nicht ev- 
ziehen“; das kann nar die Konfeſſion, die Kirche. Wieder 
Wird dann die Konfeſſionsſchule nicht mit Not- 
fragen wir: 
ei <ule? 
wendigkeit zur Kirche 
Dazu nehme man noch, daß auch nach 5. die Volksſchule 
„ilrer ,Natur nach Erweiterung und HÜUFSUNſtalt des 
Elternh anſes iſt“, was für den ſtreng Kirchlichen zu 
guterletzt wieder nichts ande 5 bedeutet als ANÜT SA nſtalt 
dor Kirche“, die der Familie ihre Direktiven gibt. Dann wird 
man doch wohl finden, daß es nicht „Däßlich“ it, wie Z. meint. 
von einer „Kirchenſchule“ zu reden, ſondern daß der ſehr 
kurzſichtig, ja ſträflich dumm wäre, der dieſe EntwiXlung 
nicht „mit einer ſehr beachtensweorten Bofürchtung“ ſehen 
wollte. Wenn er nämlich wirklich ſehen will was werden 
ſoll und nicht aus anderen Gründen glaubt, die Nugen vor“ 
dieſen - Tatſachen verſchließen zu müſſen, wie = SiEfME: 
4) (Jahrbuch der Erziehungswiſſenſchaften u. Iugendkande I]. v, 
Prof. Dr. E: Stern, S. 68). ; 
 
(Schluß folgt.) 
 
 
 
 
  
y 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.