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Deutſchen Sehrerverein
Vorlag und Geſchäftsſtelle: Berlin W35, Potsdamer Straße 113, Haus 2. Fernruf: Kurfürſt 8150/8151
Verantwortlicher Schriftleiter: Geo Raeppel, Berlin-Lichterfelde 1, Steinſtraße 80; Fernruf: Lichterfelde 5931
Herausgegebeit vom



57. Jahrgang


Inhalt: Lex saxonica. = Rüebli>de auf die Verhandlungen im
„Berlin, den 5. In
Nummer 1
SEE kit
nuar 1 928

Bildungsausſchuß, == Der. Reichshaushalt 1928. == Grundſchuſlehr-
Nat ulieh
gänge. == Rundſchau. == Wirtſchaftliche Fragen. = Deutſcher Lehrerverein. =- Verſchiedenes. == Anzeigen
Zug ) | € “ ( zeigen.
Lox Saxonica.
9 r. " * . „ " y .
Wenn ſpäter (inmal die Geſchichte des heurig&it Reichs-
FImulgeſetzentwurfes
K of 4%
geſchrieben
ſein
wird, dann
wird der
darin
nach langen
öden
Wülſtonſtrecken
auch durch
"manche ſeltſame Landſchaft wandern.
Manche Käapitelüber-
M ſelwiften werden aus der Ferno wie Flimmeotworte eines




"A die
mehr als eigenartigen Filmdramas wirken: Die verſchwundene

tü KE 0 ER , - .. « I“ €
"'Gomeinſchaftsſchule =- ein Goſok, doſſen Koſten niemand
byrohnen und ſchätzen kann die- einklaſjig& Schule in
Berlin. und Hamburg als geordneter“ Schulbetrieb Ein-

führmig von firchlichen Gebeoimliſton über „unzuverläſſige“
umd: „zuvorläſſige“ Gemeindoglieder die von allen Par-
töten 1 abgelehnte und doch im Entwurf gebliebene Welt-
anſchauungsſchulo. Die ſtärkſte Vorwundorung wird aber der
„Abſchnitt: mit. der Teondenzüberſchrift „Lex 8axonica“ erweden.
4 Die „Tatſache, daß binter der heißer Liebe der Rechts-
ZR ELIE SE Reichsſchulgeſeßgebung, die ſie im Grunde ihres
WLICH> me "und" nimmer" haben, irgendein? Abſicht. ſtecken
müyje, ht bei den Beratungen, die Reichsſchulgeſes und Frei-
DIME Schſeſ behandelten, überaus klar und deutlich zum
Iusdru> gekommen. Hätten die rechten Parteien in allen
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Ländern eine ihnen gonehme Mehrheit, ſo wäre die Reichs-
SDP f8e ſie völlig Überflüſſig, und alle die Gründe,
ZUGE HERE „Zänhrzehnte bis in die Weimarer Verhandlungen
Etoys . + ZR 520 “ -„ " „j
mäaceleac ENES der Bundeosſtäaten bzw. Länder in Kultur-
Angelegenheiten und "gegen jede. Reichseinmiſchung än .Schul-
PEL ELÄAREn ins Te CD A
: [ragen ins Fold führten, würden genau ſo noh beute von
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"der Tribüne ' dos
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) Töilon zur Geltung zu

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deutſHon Reichstages ekllingen: Landes-
tärt, , kulturelle Bodenwüchſigkeit, Zentrali-
Berliner Ausrichtung,“ uroigenſte. Domäne . . .
mae dieſe Moehrboit iſt mm eimnal nicht in „allen
2 Indern vorhanden und..auch nicht obne. weiteres zu erringen;
es“ gibt eben "Gebiete "mit andorer Struktur und“ anderer
Politiſcher Willensmeinung. Da bietet der Marſch durch
das „Reich oine'. willkommene Möglichkeit, auch dieje Länder
wontaſtens otwas in ihror Shulgeſetzgebung. zu boeinfluſſen;
dor gerade"“'Wog iſt nach deny Worte des Weiſen. durchaus
nicht "inmer“ der kürzeſte zwiſchen zwei "Punkten, anch der
Umweg hat ſeine Vorteile und ſeinon- Nuten. Und ſo wird
der nicht“ ganz leichte, aber einzig mögliche Weg über die
Geſetzgebung des Reiches benukt, um Einfluß auf die politiſch
anders gerichteten Staaten zu erhalten. Alſo Reichs-
„PUL POLIETEE DNA HE 10 Tw imd en Idee willen:
Einifozung geiſtiger! Worte zur 'Vereinheitlichung im Znnern
und“zur Stärkung näch außen. Sondern R eich sſ hub:
NOTitit.: aus Leinol hen > Gründen: Die
„in "der Zentrale vörhandeno" politiſche Macht. auch in den
bringen und von: oben und außen
donen man ſonſt nicht nach Dunſch
ſtaatliche * Eigonärt,
fati SnSzwang,
bor dort durhzudrücken, in
ſchälten und walten kann.
*Pon dieſem Goeoſichtspunkt einor mir zweckhaften
Loin. äußerlichen Reichsſchuülpolitik muß dor noch. vor
"Entſehoidung ſtehende Paragraph. der Simultan
ſIüllände rx geſehen werden. >Das “F&nt raum „hatzäu
oinfaomn: Cändoru im großen und -ganzen geſehen ſeine Kon-
Feſſionsſchuls; & wird ſio mit Goſetz oder" ohns Geſe. 0
eſtälton und Unsxichten, wie 68 ihm- gofällt,
nd
der
Sz
S Spin Intovoſſe
pt an Beſos richtet ſich gänz“ vorzugswoije anf. d.e Frage
velſtävfte Ke hilkinder «„danieben allerdings aul) AUM
Paraar . onfoſſionaliſiorung dor Konfeſſionsſämlen i=j dieſer
j daraph iſt allsx Arbeit: und Nüche wochen“, monate, Ja
. Landesgeſ
1

jahrelanger Verhandlungen imi Parlament wert: In dieſen
Cändern, in donen 05 geſeklich ausſchließlich die nah Be-
konntniſſen nicht getrennte Schule gibt, iſt es ihm trotz aller
Bomühungen nicht gelungen, mit der Formel der Bekonntnis-
ſ zündete die Loſung nicht, die Anſchauung, daß ſich dieſe für
alle gemeinſame Schule. tatſächlich bewährt hat, daß ſie im
Horzon und im Bowußtſein des Volkes feſt fundiert iſt, daß
in ihr auch alle religiöſen Bedürfniſje vollauf befriedigt
werden, konnte im Lande ſelbſt von innen her nicht be-
ſtritten und umgeworfen werden; nur von außen her konnte
in dieſen Gebieten durch zähe Werbung "und unermüdliche
Borufung auf das nicht. genügend zur
Elternrecht ein kleiner Rreis „von Freunden einer Sdwil-
eſceht werden. Und es iſt die
änderung in Bewegung 3
politiſche Runſt, die taktiſche Geſ Mindexr-
Fett dieſen -"Wätſen einer. Fleimnen
MET DAS SM LWX 1-02 0.08 Candes 'arund»
fäßltich zu andern, dur mzuſcken gegen die ge-
ſhHlöſſene Front - aller “andern politiſchen
Parteien, gegen den Willen der überſtarken
Mehrheit. Zu dieſem Sweet. wird das M DIE EÜ 02ET
Reichsſhulpolitik im Sinne einer Beeinfluſjung der
etgebung nad zentralen Parteiwünſchen bemißt. Es
iſt ein StüX Tragik, in dieſer Beleuchtung die Arbeit einzelner
Parteien“ zu ſehen, die ſich in dieſen Ländern gegen eine
vom . Zentrum. und „mur vor ihm gewollte Schulpolitik. der
Trennung nach. Bekomtniſſen und Woltanſchauungen loiden-
ſchaftlich 'aufbäumen, die aber im Reiche, in der Zentrale
das glatte Gegenteil tun“ und durch ihr Steigbügelhalten
für das Zentrum doſſen--Fördekungen gegen den Willomihrer
eigenen Parteig&noſſen in den Similtanſchulländern zum Siege
vorhelfen. 3 . ; ;
|; Don dem aleichen Geſichtspunkt einor nur auf macht»
politiſchen Einfluß gerichteten Reichsſchulpolitik muß auch
der Verſuch 4m Bildungsausſchuß. -des Reichstages betrachtet
werden, “das Reichsſchulgeſeß "mit eiwer -Ausnahme =
geſehgebung. gegen Sachſen zu verbinden. Die
Rochtsparteien haben zwei Anträge geſtellt und zur Annahme
gebracht, die ſich»nach ihrem Urſprung, in ihrem Weſen und
nach ihrem Zwo einzig und allein auf die « Verhältniſſe
Sachſens beziehen. - Der orſte. Antrag bezieht ſich auf den
geordnoten Schulbetriob und vorlangt und beſtimmt: wenn
benachbarte Schulen zu einem. größeren Schulſyſiem nach
dem 1. Januar 1919 zuſammengologt worden ſind, ſo gilt boi
dor Entſcheidung über einow vorſchriftsmäßig. geſtellten An
trag von Erziehungsberechtigten als «geordneter Shulbetrieb
diejenige Höhe der Sculorganiſation, die am 1. Ottober
1918 in den, früher. getrennten Schulen vorhanden war. Jeder
Shulfachmann und alle Eltern worden mt. Recht: umd gutem
Grunde -fragen:. - Welche fachlichen, * pädagogiſchen „und
ſchuliſchen :Gründe gibt. 05 für dieſe BVoſtimmung, nach. der
bei der Entſcheidung Über Anträge - auf. Einrichtung. .vön
Sqmlen nicht die gegenwärtige Höhe der Organifation- der
Schule, ſondern: die vom 1. Oltober 1918 maßgebönd jein ſoll?“
Warum ſoll 'ausgeröhnet der 4. Oktober 1918 gelten ? „Wut
wolckem pädagogiſchen 'Recht' greift man gerade dieſen mitten
im Rriege und vor dor Entſtehung der politiſchen Neu»
okdnung" und: vor "dem Erlaß unſeror.Reichzverfaſjſung ge-
-Jegenen Tag heraus? Warum wählt ſich der Volfsſtaat
Geltung kommende



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