Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 57.1928, [1. Halbjahr] (57.1928, [1. Halbjahr])

 
 
Nr. 12 
Beſtimmungen des Bayriſchen Uon- 
kordats: 
Artikel5. 
8-1 „Der Unterricht und die Erzie- 
hung der Kinder an den katholiſchen 
Volksſchulen "wird nur „ſolchen 
Lehrkräften anvertraut wer- 
den, die geeignet und bereit ſind, in 
verläſſiger Weiſe in der katholi- 
ſchen Religionslehre zu unterrichten und 
TAGE MEET S-X as 4.0 13 5.8 
Glaubens zu erziehen,“ 
8 2. „Die Cehrer und Lehrerinnen, die 
an katholiſchen Volksſchulen angeſtellt 
werden wollen, müſſen vor ihrer Änſtel- 
lung nachweiſen, daß ſie eine dem 
Charakter dieſer Schule ent- 
ſprechende Ausbiſdung *er- 
balten haben. Dieſe Ausbildung 
muß ſich beziehen fowohl auf den Reli- 
gionsunterricht wie auch auf jene 
Fächer diE für den Gläuben 
Und. die Sitten bedeutungs- 
voll ſind.“ 
8 5. „Der Stäat Wird bei der -NeU - 
ordnung der Lehrerbildung 
für Einrichtungen ſorgen, die 
eine den obigen Grundſätzen entſprechende 
Ausbildung für katholiſche Volksſchulen 
beſtimmten Lehrkräſte ſickern.“ 
(Die 88 4-7 regeln die Lehrerbildung 
urd kommen erſt bei einem Lehrer- 
" bildungsgeſetz in Frage.) ; 
AER ENL0T 6, 
„In allen Gemeinden müſſen 
auf Antrag der Eltern oder ſonſtigen Er- 
ziehungsberechtigten katholiſc<e 
DVolksſhulen errichtet werden, 
wenn bei einer entſprechenden Schüler- 
Zahl. ein. geoTtd0neter 
betrieb -- ſelbſt inder Form 
einer ungeteilten Schule -- 
ermöglicht iſt,“ 
Sm uc 
 
il 
 
* Satz 1 (Unſtellung von Lehrern des Be- 
oxdmwerer Schulbetrieb ſein: 
| heiten errichtet worden ſind, bleiben 
 
Allgemeine Deutſche Lehrerzeitung. 
Die Unforderungen des Zentrums .und 
der Deutſchnat!onalen an ein Reichs- 
ſchulgeſeß. 
(5) „An der Bekenntnisſchule dürfen 
E AUEL 1j601Me CKehrkräfte 
häuptamtlich angeſtellt wer- 
den, die 'dem Bekenntnis der 
Kinder, für welche die Schule beſtimmt 
iſt, oder einem verwandten Bekenntnis 
angehören. Vorübergehende Der- 
wendung anderer Lehrkräfte iſt aus be- 
ſonderen Gründen zuläſſig“. (Entw. 
8-4, 5) 
„Sie (die Bekenntnisſchule) erfüllt die 
Unterrichts- und Erziehungsaufgaben der 
deutſchen Volksſchule gemäß dem 
Gläuben, in denen die Rinder er- 
zogen werden.“ (Entw. 8 4, 5.) 
| 
| 
Im 8 4 Abſ. 5 des Entwurfs (vgl. 
vorher) hinzuzufügen: „und deren DV or - 
bildung den Erforderniſſen 
derBekenntnisſchuleentpricht" 
(Zentrums'- Antrag; Deutſchnationale 
dafür). 
Abſ. 72. Bei der Unſtellung te <- 
niſcher Lehrkräfte an Betennt- 
nisſchulen kann in beſonderen 
Fällen von der Vorſchrift des Abf. 5, 
kenntniſſes) abgeſehn werden.“ (ZSen- 
trums-Antrag; Deutſchnationale dafür:) 
Auch bei der Einrichtung von Son- 
derſchulen wie Hilfsſchulen, 
Begabtenſ<ulen uſw. ſtellten DS. 
und D.U. den Untrag, auch hier den | 
Elternwillen möglichſt zu berückſichtigen. J 
 
bildungsanſtalten ſind Ein- 
richtungen zutreffen, um Lehr- 
kräfte für den Dienſt an den privaten, 
Bekenntnisvolksſchulen und 
bekenntnisfreien Volksſchulen angemeſſen 
und in ausreichender Sahl 
auszubilden.“ (Kompromißvorſchlag des 
Reichsinnenminiſters.) J 
„M den öffentlichen d Ein | 
 
(2)-„Ein geordneter Schulbetrieb. wird 
nicht ſchon dann beeinträchtigt, wenn die 
beantragten Schulen ſelbſt wegen ihrer 
Schülerzahl "die in der" betreſ- 
fenden Gemeinde übliche 
Kläſſengliederung nicht 'er- t 
halten könnten: Auch die ein- 
klaſſteae Sc<qule Fann ein ge- 
(Schlußforderung des Zentrums.) 
3 
Anträge des S.; der DU. und 
der Wirtſchaftspartei. 
„Die bei Jnkrafttreten des Geſetzes 
vorhandenen Dolksſ<ulen, die 
zum Schutze von Bekenntnisminder- 
beſtehen, ſolange ſie in ihrer Ent- 
wielungshöhe nicht weſentlich zurü>k- 
gehen.“ ; 
Private Volksſ<hulen dieſer 
Urt, die beim Inkrafttreten des Geſetzes 
 
( 
 
Siellungnahme der D. V.P. 
D.V.P. für den angenom- 
menen Zuſaß: „Auch den Lehrern 
an den Bekenntnisſchulen ſind die ver- 
faſſungsmäßigen Rechte des 
Artikels 1866 und 149 Ubſ. 2 0er 
Reichsverfaſſung gewährleiſtet 
(Sentrum und Deutſchnationale dagegen.) 
„auf evangeliſcher, katholiſcher oder 
ſonſt durch die Benennung geke ün» 
zeichneter Grundlage.“ (Nach 
Antrag der D,D.P:) 
Abgelehnt, weil Konfeſſionaliſierung 
der Lehrerbildung. 
Abgelehnt, weil Konfeſſionaliſieruing 
des techniſchen Unterrichts. 
Dafür angenommenen Antrag der 
2310 D-s 
„Die Vorſchrift von Abſ. 5,1 be» 
zieht ſim nicht auf die im 
weſentlichen für den techni- 
ſ<en Unterricht angeſtellten oder 
änzuſtellenden Lehrer," 
Nbgelehnt, weil die D.D.P. keine Kont» 
feſſionaliſierung der Sonderſic<hu len 
wünſcht, : 
Nbaelehnt, weil Beeinträchtigung der 
öffentlichen Staatsſchulen, - 
„Ein. ge drdneter Smül»- 
betrieb wird beeinträchtigt, wenn in 
der Gemeinde: 
b) „Die bei Inkräfttreten dieſes Ge» 
ſetzes in einer Gemeinde beſtehende E nt» 
wi>lungshöhe 'der Schulen 
nach Aufbau und' Zahl der Klaſſen und 
Unterrichtseinrichtungen nicht ver» 
bleibtoderweſentlichherab»- 
gemindert wird.“ (Uach Antrag 
der D.,YV.P.) ; 
 
| Abgelehnt, weil ein „geordneter Sm-- 
"betrieb? dabei nicht geſichert. iſt. j 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 

	        

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