Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 57.1928, [1. Halbjahr] (57.1928, [1. Halbjahr])

 
 
 
 
 
En NM. ps 
- giebigen Nusſprache, in der dem Beamtenbund wirklich mchts 
geſchenkt wurde, das Ergebnis nach der Richtung ging: Reform, 
„nicht Spaltung. Es machte ſichtlich Eindru>X, als Herr Lenz, 
- der bekannte Leiter der Beſoldungsabteilung, in anerkennens- 
werter Weiſe mit männlichem“ Mut die Geſichtszüge der deut- 
» ſchen Beamtenſchaft zeichnete, jene Züge, die eben. in ihrer 
Art dem Beamtenbund" das ' Gepräge geben, das uns als 
Ganzes nicht gefällt. Eine Organiſation kann man techniſch 
- verbeſſern, "aber. das iſt „nicht ausſchlaggebend. " Die -Men- 
ſchen ſind es, die die Dinge machen, und die. Zuſammenhänge 
in ihrer Gegebenheit gilt es zu kennen, in Rechnung zu ſetzen 
und zu beeinfluſſen. : Die Erkenntnis, daß in' Deutſchland“ 
die Beamten mehr als eine Intereſſengemeinſchaft darſtellen, 
nämlich eine LCebens- oder Schickſalsgemeinſchaft, muß über 
alle Einzelkritik hinausführen zu dem Willen, die Geſamt- 
organiſation einiger und ſtärker zu machen. Wir laben allen 
Grund anzunehmen, daß man in der Leitung des Beamten- 
bundes bellbörig genug iſt, um den Sinn der Braunſchweiger 
Ausſprache zu verſtehen und ſich nicht der frommen Tänſchung 
hingibt, es fei nun, nachdem die Waſſer ſich verlaufen haben, 
alles in ſchönſter Ordnung. Organiſationen ſind zugleich Er- 
ziehungsanſtalten, aber das gilt gegenſeitig für Führer und 
; Geführte. ; ; ; 
m Es ſei. hiermit in dieſem kurzen. Ueberblick über unſere 
„Braunſchweiger . Tagung das Weſentlichſte über den Kern der 
Derhandlungen geſagt. . Die Vertreterverſammlung unſeres 
„Dereins ijt- eine große, aber arbeitsfähige und arbeitswillige 
- Körperſchaft, und die biegſame, zugleich ſtählerne Hand- un- 
FJeres Vorſitzenden verſteht 05, das vieltimmige Orcheſter in 
Takt und Klangwirkung zu leiten. Unſer Verein - it, allen 
„Unkenrufen von rechts und links entgegen, geſund und lebens- 
friſch; er. wird es ſo lange- ſein, als ſeine Mitglieder ſich dem 
Arbeitsreiche Tage erwarten die Vertreter des Deutſchen 
Leohrervereins in der in Grün und Blüten gebetteten alten 
“Stadt Braunſchweig mit ihren hiſtoriſchen Bauten, ihren 
ſchönen: alten Fachwerkhäuſern, ihren freundlichen Straßen. 
Schon 'am Pfingſtſonnabend kömmen die 'Gäſte, grüßt ſie das 
» „Willkommen“, ſobald ſie aus 'dem Vahnhofsgebäude treten. 
Am Abend" ſchon tritt der ? 
Geſchäftsführende Uusſchuß 
is zu einer -Wollſitzüng- zuſammen, die an- geſchichtlich denk- 
 
 
3. würdiger Stätte ſtattfindet, nämlich. in dem jeßt “zum Schul- 
S „muſeum gehörenden ſchönen Saale, in dem einſt der Friedo 
geſchloſſen wurde,“ der den Schmalkaldiſchen Krieg beendigte. 
„Die Vollſizung, dient der Vorbereitung der Vertretervorſamme- 
lung. - Beſondere Aufmerkſamkeit wird dem Punkte der Tages- 
ordnung gewidmet, der das Verhältnis 1des Deutſchen Lehroer- 
vereins zum Deutſchen Beamtenbunde betrifft. Dex ſpäte 'Abend 
 
Führern der Lehrerſchaft in der“, Hagenſchänke“. 
- Am Pfingſtſonntag “tagt am frühen Vörinittug 
; Hauptäusſchuß. 
'Er berät die Tageeordnung der Vertreterverſammlung und 
ſtimmt dabei dem vom G.A.. gefaßten Beſchluß zu, die Rode- 
"zeit für alle Redner in der Nusſpräche auf zehn Minuten 
Feſtzuſezon.. Auch hier wird das Verhältnis zum Deutſchen 
:Beamtenbund beſonders erörtert; die Grundzüge einer vor- 
gelegten Entſchließung werden gutgeheißen; auch erklärt ſich 
der Hauptausſchuß mit der vorgelegten Entſchließung zur 
Lehrerbildung einverſtanden. Außerdem nimmt er, nach der 
Yerhandlung über die Tagesordnung der Vertreterverſamm- 
„Jung, eine Mitteilung * über die Urbeit' Dout- 
-Ichen Cohrervereins für die wirtſchaftliche und ' rechtliche 
- Sicherung der Cehrer an deutſchen Auslandsſchulen entgegen. 
Der Vorſitzende des Uusſchuſſes für Auslandsfragon beim 
G. A., Höhne, berichtet über die Arbeiten, die von einein 
vom Vorein für das . Deutſchtum -im Auslande zuſammenge- 
rufenen Ausſchuß,. an deſſen Verhandlungen neben Ver- 
kretern des D.D. A. und beſonderen Sachkennern auch die 
„Sachreferenten des Auswärtigen Unmtes, des Reichsminiſteriums 
des Innern, des. prenßiſchen Miniſterums für Wiſſenſchaft, 
- Kunſt und Volksbildung und anderer“ Behörden. ſowie die 
- Vertreter des Deutſchen Philologenverbandes und 'des Deut- 
3 ſchen“Lehrervereins teilnahmen, geleiſtet: worden ſind und" die 
- ilwen- Niederſchlag in „Richtlinien "für 'die einheit- 
ſchön der“ 
des 
 
vereinigt die Mitglieder des G. A: »mit den“ Braünſchweiger ' 
Allgemeins" Deutſche Cehrerzeituitg. 
56. Dertreterverfſammlung des Deutſchen Lehrervereins in Braunſchweig. 
 
 
 
 
  
Grundgedanken des Vereins verpflichtet wiſſen: Hebung der 
Yolksbildung durch Hebung des Lehrerſtandes. "In dieſem 
einen Wort liegt unſere Uufgabe und unſere Kraft wie die 
Verantwortung. vor - Gegenwart und Zukunft beſchloſſen. 
 
  
  
  
 
Man - kann nicht ſchließen. ohne ein herzliches Wort des 
Dankes an unſere Braunſchweiger Freunde, die das Monſchen- 
mögliche taten, um unſerer Verſammlung einen glanzvollen 
„Vahmen zu geben. Sie zeigten uns mit Stolz das Muſeunt 
ihrer Straßen und Häuſer, ſie. boten an Gruß und. Unterhaltung, 
was ſie aus vielfachem Können zu bieten hatten. Nichts 
war vergeſſen, Braunſchweiger Kunſt, niederjächſiſcher derber 
Frohſinn, herzinniger Kindergeſang, dies und anderes erfreute 
in buntem Wechſel, und ſolbſt die hochberühmte örtliche Wurſt 
kam zu ihrer wohlverdienten Ehro. Etwas ganz Eigenartiges 
beſcherte uns der Feſtabend mit einem Feſtſpiel des Amts- - 
genoſſen Conrad, das die gewohnten Bahnen des feſtlichen 
Pathos „mit Grazie verließ und in gelungener Weiſc She 
und Ernſt durch überlegene und wohltuende Jronie verbuit- ; 
den, die Geiſter der Stadt und den Geiſt der Tagungsbeſuicher = 
zu amnutigem Spiel geſtaltete. Conrad ijt ein Dichter, der ; 
die luſtig? Perſon des Fauſtproloags mit in ſich aufgenommen 
hat md. „der Mitwelt Spaß macht“. 
  
  
  
  
  
  
  
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
So dürfen wir aus vielfachen“ Gründen mit ganzer Be» 
friedigung auf. unſere Braunſchweiger Pfingſttagung zurück- 
blicken. "Die Bräunſchweiger Preſſe, die ſich mit großer Un- 
toilnaline ait der Würdigung unſerer Tagung beteiligte, be- 
ſtätigt es. uns, daß wir nicht zuviel geſagt haben. - Zmmer 
ſoll res „bei -uns jo bleiben: Wir. ſprechen . in verſchiedenen 
Fnngen, aber in emer: Sprache. „Wir wollen mit unſerer 
Schule nach-oben, wir wollen. mit unſerm Volke den Weg des 
Aufſtieg5 Johei. 32 
“ 
liche Regelung von Auslandsſchulfragen dur die Länder" Je- 
funden haben. (Veröffentlichung in der nächſten Nummer 
der „Blätter fur Schulrecht“.) «Er gibt die Richtlinien bokannt 
und bittet die PYorſigenden der Landesverbände, bei ihren Regie- 
rungen dahin zu wirken, daß ſie einer Regelung, wie ſie die 
Richtlinien' vorſehen, nicht widerſtreben. "8 
Am frühen Nachmittag hat der Rat der'Stadt Braun 
ſchweiä den Hauptausſchuß zu inem Wurſtfrühſtüe 
nach dem als Bauwerk hervorragenden Altſtadtrathaiis 
geladen, das in dem großen Rathausſaale, bei dem beſonders 
die kunſtvolle Decke auffällt, freundlichſt gereicht wird. Für 
die Stadt Braunſchweig begrüßt Stadtbaurat Gevens- 
leben die Gäſte mit herzlichen und humorvollen Worten uud . 
wünſcht ihnen guten Erfolg bei ihrer Arbeit, und darüber hif- 
aus, daß ſie. gute Eindrücke, aus Braunſchweig mitnehmen 
mögen. Georg Wolff dankt der Stadt mit herzlichem Wort. 
Der deutſch& Lehrer wändere in dieſen Tagen durch die“ Stadt, 
beſtrebt, viel von ihrer Schönheit in ſich aufzunehmen; aber da- 
mit ſei die Wirkung Braunſchweigs nicht erſchöpft: denn die 
Eindrücke, die" die Lehrer hier aufnehmen, würden überſtrömen 
in hunderttauſende“ von Kinderherzen. Das ſei der Dank der 
“deutſchen“ Lehrer an Braunſchweig für ſeine Gaſtlichkeit. Die 
gebotenen Gaben, Braunſchweiger“ Wurſt = und was dazu 
gehört =, gewürzt durch witzige geſangliche Darbietungen, be- 
friedigen die Gäſte in hohem Maße. Rundgänge durch die 
Stadt ſchließen ſich an. Zum Ubend hat das Landestheater 
eine Anzahl Rarten für eine Tannhäuſer-Aufführung zur 
Verfügung geſtellt, ſo daß die Arbeiter, auf deren Schultern 
immer die Hauptlaſt der Arbeitstage ruht, auch einmal nur 
ſeiertägliche Empfindungen haben dürfen. Das iſt gut ſs 
denn es folgen drei Tage der Arbeit. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
ELLER IT 20:05 
- Anm Pfingſimontag, bald nach 9 Uhr, eröffnet der 1. Vor- 
ſikende des D. €, V., Georg Wolff, die im feſtlich geſchmückten 
Saale dez .„Hofjäger“ ſtatitindende 36. Vertretervorſammlung 
“ an der auch zahlreiche Gäſte teitnehmen. Er gibt zunächſt ſeiner 
Freude über die gaſtliche Aufnahme in der Stadt Braunſchweig 
Ausdru>X und begrüßt dann den Vertreter der- braunſchwei- 
" giſchen Landosregierung, 'Unterrichtsmiiiſter Stevers, 
.Vortreter“ der 'Stadt Braunſchweig, Stadtrat Shape 
“ Prorektor“ dex Techniſchen Hochſchule Bram <hweig, T 
ding. die Braunſchweiger" Lehre 2107 ' 
 
  
  
  
  
 
  
  
 
 
 
  
  
 
 
 
 
	        

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