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Jellſchaftlichen Sinne bekommen, wie es der dynaſtiſche Ter-
xritorialſtaat weder. erzeugt noch gebraucht habe. Die Präambel
Zur Reichsverfaſſung von Weimar ſei ein Ausdruck des volk-
Aichen Selbſtbewußtſeins nicht nur im politiſchen, ſondern, wie
ſchaftlichen “ Sinne. Er. umreißt - dann den Inhalt der Be-
„griffe . Lolk und , Volkstum und ſtellt den höchſt werthaften
„Charakter des Begriffes Volk feſt. Dieſen fühlen zu laſſen,
„deutſchtum, insboſondere ſein am meiſten gefährdetes - Schul-
ZU ſchäffen, “aber die 'müßten ſie ſelber ſchaffen; und für dieſe
„des Volkes. Dieſe Aufgabe werde dein deutſchen Volt 'anch von


Allgemei

BSerausgegeben vom Deuntſhen GSehrerverein
Verlag und. Geſchäftsſtelle: Berlin W35, Potsdamer Straße 113, Haus 2.
Verantwortlicher Schriftleiter: Lev Raeppel, Berlin-Lichterfelde 1, Steinſtraße 80; Fernruf: Lichterjelde 5951

Sernruf: Rurfürit 81530/8131

Stg
1






Inh alt: 36. Vertreterverſammlung des Deutſchen Lehrervereins
ſchaftliche Fragen. „== Deutſcher Lehrerverein: = Verſchiedenes. <= Anzeigen, == 2
lungen ÜUr. 2,
„Berlin, den 14, Juni 1928


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in Braunſchweig. Pfinaſtt


FIN,
-“
96. Dertreterverjammlung des Deutſchen Lehrervereins in Braunſchweig
SWeiter. Tag, Dienstag, den 29. Mai.
Früh beginnt wieder die Arbeit; troß des lächenden Nor-
Gens, troß der blühenden Büſche in den ſchönen Pärfanlagen,
von denen ſich mancher. gern feſthalten ließe, ſind die Der-
treter nahezu vollzählig pünktlich zur Stelle. Arbeitstagung!
Nach kurzem Eröffnungsgrüß erteilt der Vorſißende das
Wort dem Mitgliede des G. A., Otto Schulz, zum einfüh-
renden Vortrage über die zweite DVeorbandsaufgabe:
Nuslanddeutſc Der Dortragende, deſſen Ansführungen in Rürze im
Wortlaut hier wiedergegeben werden ſollen, geht davon aus,
daß „Dolf“ und „Volkstum' im lezten Jahrzehnt, im Jahr-
zehnt des Volksſtaates und der Yolksnot daheim und draußen,
einen neuen Sinn bekommen und eine neue Wertung 'er-
fahren haben. Das zeige u. a. die preußiſche Regierungser-
klärung zur polniſchen Miänderheitenſchulfrage. Das „Volk"
habe ein volkliches Selbſtbewußtſein im politiſchen und ge-
Att. 148 der Reichsverfaſſung zeige, auch im volklich geſell-
dazu habe die Cage des deutſchen Volkes weſentlich beigetragen.
*: Der Vortragende umreißt dann dieſe Lage, zeigt, daß Staat
uno“ Dolf ſich für uns nicht. deen; daß ein Drittel aller
Deütſchen außerhalb der Reichsgrenzen, innerhalb anderer Va-
tionalſtaaten und als Minderheiten in Nationalitätenſtaaten woh»
nen, daß das deutſche Volkstum in den Grenzgebieten und im
Auslande ſtark bedroht, teilweiſe aufs höchſte gefährdet iſt.
Er folgert daraus, daß die Reichsdeutſchen ſich um jene Grenz-
und Auslanddeutſchen kümmern müßten; wonn nicht aus dem
Gefühl naturhafter Derbundenheit, ſo aus dem Gefühl volk-
licher Selbſtachtung, aber auch darum, weil die - Ausland-
deutſchen "für uns wirtſchaftlich und politiſch äußerſt wertvoll
ſind, weil ſie die Vorpoſten deutſcher Wirtſchaft ſind und
dazu beitragen, den Zugang zum Weltmarkt zu öffnen, und
weil ſie Vorpoſten der Dölkerverſtändigung werden können.
Hier liege eine große Aufgabe, die dem ganzen Volke
aufgetragen und auch in Angriff genommen worden ſei. Es
gelte, die Kunde vom Auslanddeutſchtum und ſeiner Bedeutung
ins Dolf zu tragen und das bedrohte, gefährdete Ausland-
Weſen, zu' ſtüßen. . Dabei, müſſe aller Nationaligmus fern
leiben,: dieſer dürfe ſich nicht aus der ſtaatlichen in die vdlk-
Liche Sphäre ' flüchten, weil damit den Auslanddeutſchen nicht
geholfen: werden könne." Gewiß ſei ihnen eine Rechtsſphäre
Auſgabe gelte" e5/ ſie"Zu ſtärken. Stärke könnten ſie aus kultu-
veller :Stüßung gewinnen; dieſe zu leiſten, das ſei: die Aufgabe '
den -Auslanddoutſchen ſelber 3 16.75, 4.58
'; Die Aufgabe“ ſei "durch -die Einrichtung von Cehrſtüllen |
und Schaffung "von Inſtituten angegriffen, auch hätten. ſich
"Organiſationen, allen voran der Yorein für. das „Deutſch-
mm im Auslande, in- den Dienſt- der Aufgabe geſtellt. Auch
ezeigt.“



die Schule 1
arbeit: zu gewinnen. c “iche Erlaſſe ſei ihr die
Aufgabe, für“ die es methodiſche Schawierigkeiten kaum ' noch
gäbe, bereits zugewieſen. Wirkſamer als unterrichtliche Maß
nahmen ſei "die perſönliche Berührung unſerer Rinder mit
Auslanddeutſchet. 'Auch die ' Schulgruppenarbeit des Yereins
für das Deutſchtum im Auslande ſei ein =< wenn auch nicht
überall =- gangbarer Weg. ;
Der Dortragende zeigt dann, daß auch dem Deutſchen
Lehrer verein als ſolchem eine weſentliche Aufgabe zuteil
werde, die von andrer Seite nicht ſo gelöſt werden kann.
Die auslanddeutſche Schule ſichere die Erhaltung“ des 'dent-
ſchen Dolkstums draußen, ſie werde aber in ihrer Leiſtung
im ganzen beſtimmt von ihren Lehrern. Mit ihnen den
Zuſammenhang - zu wahren, das bedeute, ſie zu ſtärken, den
kulturellen Lebensſtrom der Heimat hinauszugeben, daß ſzine
Wirkung allen deutſchen Kindern zugute komme. Zu den
deutſchen Lehrervereinen des Auslandes müſſe das Freund-
ſchafts=verhältnis mit ſeinem gegenſeitigen Geben und Nehmen
beſtehen. bleiben; 'auch zu dem in der Gründung ſtelen Welt-
verbände der Cehrer an deutſchen Auslandsſchulen müſſe ein
freundnachbarliches Yerhältnis geſchaf;en werden. Der
Deutſche Lehrerverein werde aber auch weiter wie bisher für
rechtliche und wirtſchaftliche Sicherſtellung der deutſchen
Auslandslehrer eintreten, weil das Yorbedingung für die
Gewinnung guter Kräfte und für die Erhaltung ihrer Beru 's-
freude und -tüchtigkeit ſei. Der Deutſche Lehrerverein müſſe
eine reichsrechtliche Regelung der damit bezeichneten Fragen
erſtreben. :
Endlich" erörtert der Dortragende die Frage, ob und wie der
Deutſche Cehrerverein die deutſchen Auslandſchulen materiell
unterſtüßen könne. Er wünſcht zentrale Derwaltung aller
Mittel beim Verein für das Deutſchtum im Auslande und die
Beteiligung der Lehrerſchaft an dieſem, damit er das werde,
was er ſein müſſe, ein umfaſſender Volksverein.
Zum Schluß kennzeichnet er nochmals kürz die Aufgabe
des Deutſchen Cehrervereins und gibt der Hoffnung Aus-
dru>, daß der Deutſche Lehrerverein auch dieſe Aufgabe
löſen werde, wie er andere gelöſt hat: im Geiſte des deutſchen
VYolkstums und der Völkerverſöhnung.
Nach kurzem Dankos5wort an den Yorttragenden eröffne? >
1. Vorſizende, Georg Wolff, die
| Ausſprace.
Dogelſang (Braunſchweig) bittet, mit der Ausſpes.
die Behandlung des Antrages Braunſchweig zu verbinden. Der
Antrag hat folgenden Wortlaut:
„Um das Deutſchtum im Auslande wirkſam unterſtüßen zu
können, erhebt der D.L.-V. von ſeinen Mitgliedern fortlaufend
einen" monatlichen Beitrag von 040'RNÜ:
Veber die Verwendung der Mittol verfügt ein von der Ver-
troterverſammlung zu wählender Ausfehuß.“
''Sur Begründung führt er aus, daß der Antrag eine prak-
tiſche: Folgerung aus den Forderungen "des Yortragenden dar-
ſtelle.“ Das darin verlangte Opfer ſei nicht groß; der -Braun-
ſchweigiſche . Ländeslehrervorein + arbeite ſeit langem in der
Richtung" des Antrages mit beſtem Erfolge. Nicht mit Ent-
ſchließungen ſei den Auslandsdoutſchen zu helfen. ſondern
durch die Tat!

mitarbeiten, das Dolk für die Pflege-
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