Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 57.1928, [2. Halbjahr] (57.1928, [2. Halbjahr])

 
Allgemeine Deutſche 
Heransgegeben vom Deutſchen Gehrerverein 
DVerlag und Geſchäftsſtelle: Berlin W35, Potsdamer Straße 115, Haus 2. 
 
Fernruf: Kurfürſt 8130/8131 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
S Derantwortlicher Schriftleiter. Geo Raeppel, Berlin W35, Potsdamer Straße 115, Haus 2. Fernruf: Kurfürſt 8130/8151 
. 97. Jahrgang Berlin, den 8. November 1928 | Nummer 45 
R Znha't: Dox 6, Bundestag des Deutſchen Veamtkenbundes. ' = Was muß der ' deutſche Lehrer von der Neugeſtaltung der Be-“ 
"es rufsausbildung wiſſen ? = Die Reichsjunglehrerhilfe und der nächſte Reichshaushalt. =- Herbſtverſammlungen. == Sur Frage 
M der Staatsſchule in Frankreich, '== Rundſchau. == Wirtſchaftliche Fragen. = Deutſcher Lehrerverein. =- Verſchiedenes. == 
ED Anzeigen. ; 
-» Der 6. Bundestag des Deutſchen Beamtenbundes. 
„= (Schluß.) 
„„ Rach der Kundgebung ſeßte der Bundestag ſeine eigent- 
R Dereinzarbeiten fort... Rauſch begründete. die 
uu Zaßungsänderungen, die vom Geſchäftsführenden Vorſtand und 
5 vom, Geſamtvorſtand vorgeſchlagen waren. Es wird be- 
"u ſchloſſen, die vorgeſchlagenen Aenderungen mit allen dazu 
geſtellten Anträgen dem Saßungsausſchuß zu überweiſen. Zn 
dieſem iſt die Lehrerſäule durch Schwärzel; Roſin und Weber 
vortreten. Gleichzeitig werden alle Anträge, die ſich 'auf 
die Sinanzangelegenheiten des Bundes beziehen, einem Finanz- 
Z ausjchuß überwieſen. In dieſem iſt die Lehrerſäule durch 
m Söhring, Schmidt und Frau Panten vertreten. Weiter werden 
= eingeſeßt ein Wahlausſchuß (Wolff, Will), ein Ausſchuß für 
u wirtſchaftspraktiſche Sragen (Meyer, Kegel, Scherbauer) und 
iS ein Ausſchuß für „Verſchiedenes“ (Lieſeke, Frau Dannenberg, 
Bachmann). GH 
. Dieſe Ausſchüſſe haben dann zum Teil bis in die Nacht 
hinein getagt und am nächſten Tage ihre Vorſchläge un- 
terbreitet. Für den Ausſchuß VI (Verſchiedenes) berichtet 
Ze 1 nters und empfiehlt die Annahme der Anträge über die 
Veanitenforderung bei den Beratungen über den Entwurf eines 
Wenne deutſchen Strafgeſetzbuches, den vom Deutſchen 
Lehrerverein „eingebrachten Antrag, betreffend die Zurück- 
zahlung zuviel - bezogener Dienſtbezüge, den Antrag, be-- 
treffend das Zeugnisverweigerungsrecht von Angehörigen der 
Berufsorganiſation, Neuregelung des Beamtenrechts uſw. Jn 
der Ausſprache tritt Lehrer Rainer (Provinzialkartell Bran- 
denburg) wieder mit aller Entſchiedenheit für die Forde- 
rung von Erziehungsbeihilfen ein. In den letzten zwei Jahren 
ſei man in dieſer Angelegenheit keinen Schritt vorwärts ge-, 
kommen. Auch. dem Landbeamtenausſchuß könne der Vorwurf 
nicht erjpart werden, daß er die Frage nicht gründlich und 
energiſch genug behandelt habe. | ) 
Sorgenfvrvey, der Yorſigende des Landbeamtenaus- 
. ſchuſſes, verwahrt ſich in einer perſönlichen Bemerkung gegen 
. dieſen Vorwurf. Der LCandbeamtenausſchuß habe ſich mit 
den, Erziehungsbeihilfen ſehr ausführlich und eingehend be- 
ſchäftigt und immer wieder auf die Bundesinſtanzen eingewirkt. 
Es wäre wünſchenswert,..daß „die Landbeaniten zu ihren ge- 
wählten Vertretern größeres . Vertrauen haben. Kainer 
7 erklärt, daß es ihm ferngelegen habe, ein Mißtrauen gegen 
3 den Candbeamtenausſchuß auszuſprechen: Seine Aeußerungen 
waren lediglich ein Ausfluß. der -Sorge um die Familie. 
Auch Hofheinz (Baden) tritt ſehr ſcharf für einen 
ſtärkeren Familienſchüß bei der. Beſoldungsregelung ein. Dar- 
auf wurde folgender Untrag dem Geſchäftsführenden Yor- 
ſtand als Material überwieſen: "hARGE 
„Wir ſtellen den“ Untrag, der DBB. wolle. endlich mit 
aller Dringlichkeit bei Regierung und Parlament die Forde- 
„rung ſtellen, "daß Erziehungsbeihilfen für answärtig- 
„beſchulte und in der. Ausbildung befindliche Kinder allen 
Beamten gewährt werden. ) 
- „Begründung: Eine der ſchwerſten wirtſchaftlichen Be- 
. laſtungen des „Beamtenhaushalts == insbeſondere auf dem Lande und, 
"m der! Kleinſtadt = ſind die Koſten für die.. ſchuliſche „und -be- ' 
008 Nusbildung der Kinder. Schon ſeit Jahren haben darum | 
"SHE ID (Candesbeamtenausſchuß) und andere Organe des DBB 
vet Off auf Gewährung von Erziehungs5beihilfen geſtellt. Seit 
x ober vorigen Jahres werden den evangeliſchen Pfarrern 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Preußens, ohne daß der Nachweis der Bedürftigkeit geführt zu 
werden bräucht, bis 1200 M. jährlich an Erziehungsbeihilfen gezahlt. 
Danach ſind die Gründe die vom DBB dagegen vorgebracht worden 
ſind, dieſe Forderung zur Zeit. mit allem Nachdru>d zu vertreten, 
hinfällig geworden. ; 
Bezüglich der Ortsklaſſenfrage war man ſich 
einig darüber, daß hier bald etwas geſchehen müſſe. Dazu 
wurden folgende Anträge angenommen?! u 
„Die Bundesleitung wird beauftragt, baldmöglichſt mit 
der Aufſtellung von Richtlinien für die Ortsklaſſenfrage 
zu . beginnen und dieſe Richtlinien den einzelnen FSachver- 
bänden und Kartellen zur Stellungnahme zuzuleiten.“ ; 
„Der 6. Bundestag: des Deutſchen Beamtenbundes" er- 
wartet, daß. die vom Reichstag im Frühjahr 1926 bereits 
für den 1. April 1928 in Ausſicht geſtellte und neuerdings durch 
das Beoſoldungsgeſeß angekündigte Durchführung der Neu- 
einteilung des Ortstklaſſenverzeichniſjes mne 
mehr ſchnellſtens erledigt wird.“ 
Bezüglich der Beſoldung im allgemeinen einigte man ſich 
auf folgende Entſchließung: . 
„Der 6. Bundestag des Deutſchen Beamtenbundes erkennt an, 
daß die zielbewußte Tätigkeit des Bundes für Verbeſſerung der 
wirtſchaftlihen Lage. der Beamten inſofern zu einem Erfolg ge- 
führt hat, als von Regierungen und Parlamenten ab [. Oktober 
1927 die Mittel für den Beſoldungsaufwand erhöht wurden, um 
die ſeit drei Jahren mehrfach gegebenen Zuſagen auf Gehalts- 
aufbeſſerung endlich einzulöſen. . 
Die Durchführung dieſer Beſoldungsregelung hat aber gezeigt, - 
daß einige Beamtengruppen nur in geringem Umfange an der Be- 
ſoldungsaufbeſſerung beteiligt ſind, daß ſogar zahlreiche Beamte 
durc den weitgehenden Ubbau der örtlichen Sonderzuſchläge von 
einer Einkommenserhöhung ganz ausgeſchloſſen werden. Der Bundes- 
tag beauftragt den Geſchäftsführenden Vorſtand, für eine Nachprüfung 
der Frage der örtlichen Sonderzuſchläge einzutreten und vordringlich 
dafür zu ſorgen, daß die für die Reichsbeamten angeordnete ungeſeßz- 
liche Uufrechnung der Zuſchläge für die Zeit vom 1. Oktober ' 
bis 31. Dezember 1927 beſeitigt wird. 
Für manche Beamtengruppen, darunter auch für Wartegeld- unb 
Ruhegehaltsempfänger, haben ſich Härten und Benachteiligungen aus: 
Geſetzes- oder Uusführungsbeſtimmungen ergeben. 
Es muß insbeſondere darauf hingewieſen werden, daß ſeit 1924 
durch die ſtändige Steigung der Lebenshaltungskoſten eine erhebliche 
Minderung der Rauffkraft der Bezüge eingetreten iſt. Der 
6. Bundestag beauftragt den Geſchäftsführenden Vorſtand, für die 
Erhaltung und Stärkung der Kaufkraft dur< entſprechende nach-. 
drüFliche Beeinfluſſung der Wirtſchaftspolitik zu wirken, 
Der Bundestag ſtellt feſt, daß das im ganzen als Fortſchritt be- 
grüßte Syſtem von 1920 mit dieſer Beſoldungsneuregelung beſeitigt 
„wurde und dadurch der Beamtenſchaft wichtige Errungenſchaften ge- 
nommen wurden, 'auf deren Wiedergewinnung ſie nicht verzichten kann. 
„Außerdem wurde, durch die Syſtemänderung eine .unterſchiedliche Be- . . 
ſoldung in Reich, Ländern und Gemeinden eingeleitet, die ſchon jezt 
Zu völlig unüberſichtlichen Verhältniſſen. geführt hat. Der Bundestag 
„beauftragt den Geſchäftsführenden Vorſtand, „für die. Beſeitigung der 
„Nachteile der Beſoldungsneuregelung ſowie für die Durchführung 
der entſprechenden Reichstagsentſchließungen nachdrülichſt einzu- 
treten.“ 
Der vom Deutſchen Lehrerverein eingebrachte Ankrag, 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
	        

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