Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 58.1929, [1. Halbjahr] (58.1929, [1. Halbjahr])

 
 
 
  
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che ſehrorzeifung 
 
Serausgegeben vom Deutſchen Sehrerverein j 
Verlag und Geſchäftsſtelle: Borlin W35, Yotsdamer Straße 113, Haus 2. FSernruf: B 1. 8130/8151 ? 
Yerantwortlicher Schriftleiter: Leo Raeppel, Berlin W 35, Potsdamer Straße 113, Baus 2. Sernruf: B 1. 8150/8131 
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31. Januar 1929 Nummer 5 
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= Wirtſchaftliche 
 
 
  
  
  
  
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
58. Jahrgang Berlin, dei 
rT SSE ZERREN ZZ MUfred Brehm. == Rundſchau, 
ragen der Cehreri 
 
 
 
Inhalt: Zeitgemäße Handelsf . 
WUFFen, == Doutſcher TeQuerveremn: << Verſchiedenes. = Anzeigen, =- Als Beilage: Bücherſchau VU213 
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Zeitgemäße Standesfragen der Cohrerin. 
: und Lehrerinnen des Staates beſteht eine einheitliche Be» S 
Die Beamtin und Lehrerin hat das arößie Intereſje ſoldungsordnung“, und; Die Lehrer und Cohrerinnen ſind 
ay. den Artikeln 109) und 128 der Veichsverfaſſung, Der Artikel | unter gerechter Würdigung ihrer Yorbildung und ihrer Arbeit 
109. ſagt in Abſatz. 2: in-den Geſamtplan der ſtaatlichen Beſfoldungen einzuordnen." 
"..- „„Mäuner umd Frauen haben grundſäßlich dieſelben Rechte YJeber die Beſezung der Sqmlaufſicht heißt es: „Die Be- 
wund Pflichten“, und Artikel 128,2 ſpricht für das Rocht der | rufung in den Aufſichtsdienſt iſt mur von der Bewährung 
Beamtin: | ) WARE 20 im Amte abhängig zu machen.“ 
„Alls Iusnahniebeſtimmungen gegen weibliche Beamte Der Deutſche Cohrerverein Hat die Gleichberechtigung 
werden aufgehoben." u auch in ſeinem Jahresbericht von 1928 ausdrücklich betont. 
20.518,01 grundſäklich gleichen Rechte und Pflichten hat | Das Tempo der Behörde bei der Beſezung der Schul- 
die Frau verſucht einzutreten, nachdem ſie durch faſt zwei leitungsſtellen iſt ein recht mäßiges geweſen. Es gibt im 
Menſchenalter für die Erlangung dieſer Rechte und- Pflichten | ganzen heut in Preußen nur wenig mehr als ein halbes 
gekämpft Hatte. Sie hat als Weg dazu. neben propagan* Hundert Schulleiterinnen. ; ] 
diſtiſchem Fordern mit Fleiß und Erfolg die Bildungswege Weibliche Schulaufſichtsbeamte gab es bisher in Preußen 
Doutſchen Cehrerverein begrüßen 
erſchloſſen, auf welchen die Fran ſich ertüchtigt hatte, als | nicht. Wir Cehrerinnen in 
die Tatſache, daß auch hier das Eis zu gunſten eines Vor- 
ihr die Umwälzung und Umwertung einer großen und ſchweren 
Zeit die Gleichberechtigung der Geſchlechter im öffentlichem! | u ärtsſchreitens gebrochen iſt. » Riel hat die Rektorin der 
und politiſcen Leben brachte. Wir weijen auf die Arbeit | Akademieſchule, Katharina Peterſen. zu“ den Shulauffichts- 
M unjerer Volksvertreterinnen hin, die nicht nur in der Arbeit | dienſt gewählt, Berlin die Mättelſchulrektorin Käthe Feuer 
. ihren Mann ſtehen und anerkannt werden müſſen, ſondern ſta>. Möge das neus Amt unſern Kolleginnen Befriedigung 
die auch uns Zrauen ſo vertreten, daß wir vertrauen, das | bringen, und möge es beiden Schulrätinnen gelingen, auch 
'Frauliche, weiblich Eigenartige in uns wird durch ſie ge- | die /nnerlich noch nicht für die Gleichbexehtigung geworbenen 
ſtaltend in Yolksrecht und ' Geſeß eindringen, zu gewinnen! 
 
 
 
 
 
  
  
 
  
  
  
  
  
  
  
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
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Verſöhnung Mitarbeiter zur. Anerkennung weiblicher Arbeit 
kultur und gefordertem Das läge „im. Intereſſe des Lehrers wie der Cehrerin, denn 
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ſchäffend zwiſchen gewordener. Männe 1 
ei es liegt im Geiſt der: Zeit, und. wir därfen dieſen Geiſt nicht 
chen Orten; 
  
 
M weiblichen "Einfluß. IESE UE AISNE: | 
1 IE Weiblichen "Einfluß, kann die Lehrerin jederzeit anzüben, | verkennen? Wir“ glauben... wohl, das ſich an man 
E. ſei „ihre Tätigkeit „auf. die Erziehung von Mädchen! oder ſei es in Oſtpreußen, Pommern, Rheinland, Heſſen, Bayern 
3 Knaben. "gerichtet, weiblichen. Einfluß Fann fie an. jeder | 9der. auch in Berlin bei den. Wahlen -Schwierigfeiten ergeben 
; oewieſen iſt, zur Geltung bringen," ſei und ſich dieſe öder':jene>Ur 1 träglichfeiten zeigen, aber ſelbſt 
Me in Fachzeitungen die Rede iſt; ſo kann doh uE 
-"Amtsſtolle,' die Ihr zügewie 
52 im Verfehr mit den Mitarbeitern oder mit den “Eltern. “Ex | Wenn von dieſen „im; 
der Stärke ihrer Perſönlichkeit abhängen, aber | grundſäklich. nicht das abgelehnt worden, : was der Sram: 
ihre Kulturaufgabe nach der Reichsverfaſſung zuſteht, - -die Gleichberehtigung, u 
wird von 
wenn ſich die Fran „durch die Bewährung im Amt'vals fähig 
auch, von „der“ Sicherheits mit. der ſie 
'erfaßt Hat“ uind "ſie *zu “vollbringen gewillt * iſt. Hier liegen c 
vor uns Lehrermnen Aufgaben, die "uns die Zeit geſtellt hat; zu deim betreffenden“ Amt erwieſen hat.-* : 
: and in deren. Löſung wir der. &rauengeneration vor uns IL SCDSRG: DENEN 7 FE 
| „unſern. Dank „für „ihre Arbeit abſtatten, uns ſelbſt aber als 4 EEE : 
“ reife und'-ſröhliche" Arbeiterinnen .in ehrlicher “Gleichbereht- | + PTE AUEH BEN OLdU 165 09.0000 002200 1927 
7 4 | haben einen Fehler gebracht, der der Wiedergutmachung harrt, 
; 'tigund empfinden werden, 
| Zur "Srage der Gleichberechtigung von Niann und Frau Er iſt ſonſt geeignet, Unfrieden zu ſtiften, : 
"| gehört natürlich auch, daß im Berufsſtand die. grau an Es handelt ſich .um das Wohnunasgeld der ledigen Lehrer 
36 gleicht Stelle wie der Mann treten kann und darf. Das +| und der Lehrerinnen. Das Beſoldungsgeſeß für Reichsbeamte 
it im. öffentlichen Volk=ſchuldienſt einſt nicht ſo geweſen. hatte mit der Regelung des Wohnungsgeldzuſchuſſes in 8.107; 
In 'Preußen- hat zwar die Lehrerin wenige Jahre vor ZO 7). AUD S Leite ZWeUSLUNg gebracht: „1. Ledige Beamte bis 
zum 45. Lebensjahre erhalten an Stelle des Wohnungsgeld- 
  
 
 
 
 
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338 : 
G Krieg das Recht erhalten, die Rektorenprüfung abzulegen und | ) 
SER ABONUENS LANZOT HE UEBE va nt" der.) Zuſchuſſes, der ſich nach 5 9 ergeben würde, den der nam 
] "Schulleitung, zu „übernehmen. Praktiſch hat die "geprüfte Rek- niedrigen Tarifklaſſe uſw. 2, Die einſchränkende Beſtimmung 
= „ge mf „mit, „der. Nebertragung einer Leitung öffentlicher jim Abſ? 1 gilt nicht. für Geiſtliche.“ : 7 
E | voltsſchulen „gerechnet: ; Praktiſch * kämpfte fie * oft SEE Das neüe volksſchullehrer-Beſoldungs-Geſeß vom 1. Mai 
EE 'die Leitung" ihrer Klaſſe auch durch die oberen Jahrgänge | 1923 “pat beſtimmt: - „8 10, 3- Cedige Lehrer erhalten an 
<i behalten "zu. dürfen." Heut iſt die Einſtellung der Behörde | 'Stelle des „Befoldungsgeldzuſchuſſes, der ſich „nac? UNbſ- 1 er- 
“ZB 'wie der Lehr; ſhaft eine" andere geworden,. der Weg zur Be> "geben würde, den der nächſtniedrigen Tarifklaſſe. -Derwitwete 
I ſeßung 'der“ >hulletig Such die“ Fran iſt. heut frei.? Auch | oder geſchiedene Lehrer gelten nicht als ledige Lehrer. 810, 4. 
8 kae dor. Deutſche, „Cehrerverein tritt: für. die *Gleichberechtigung Die - Kürzung - des Wohnungsgeldzuſchuſſes findet nicht ſtätt 
ZD von Mani uns Fran ein. Er iſt in ſeinem Sthulprögramnr | Lei den Cehrerinnen, deren Gruündgehältsſätze nach 8 2,'5 dieſes 
-S vom dem Saß ausgegangen: "Det. Volksſtaat beraht“ auf Geſetzes gefürzt werden.“ > u j < 
M | "der Erziehung aller Staatsbürger zur höchſten“ Leiſtungs | Das heißt alſo, daß die Geſetzgebung einerſeits dem ver* - S 
- Fähigkeit". nid, vollen ſittlichen "Verantwortlichkeit.“ “Er hat | heirateten Beamten und Lehrer den Anſpruch auf. eine ge- : 
IE für die Lehrerbildung einheitliche Grundſäke aufgeſtellt. räumigere Wohnung zugeſtehen wöllte als dem ledigen- Be- 
„4 - "und über, Anſtellung, 'Boſoldung und.“ Amtsbezeichuung die | amten.. Der Berechtigung dieſer Anſicht widerſpricht-aber der 
T > E alle" Lehver +| „ledige'-Cehrer, „Wie- die „ledige 'Lehrerin un der Ausnahme- 
DUE EES 0.02 NO LTD 8.611 „Wrhob 1.5 2 SU, 
 
 
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