Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung : pädagogische Zeitung ; Hauptblatt des Deutschen Lehrervereins. - 59.1930, [1.Halbjahr] (59.1930, [1. Halbjahr])

 
 
 
 
 
 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
 
GW. > 
 
 
 
 
Allgemeine Deutſche Lehrerzeitung 
Serausgegeben vom Deutſthen BGehrerverein 
der Derlag und Geſchäftsſtelle: B 
Zecantwortlicher Schriftleiter: Geo Raeppel, 
erlin W 35, Potsdamer Straße 115, Haus 2. Sernruf: B 1 8150/8151 
Berlin W 35, Potsdamer Straße 113,. Haus 2. Fernruf: B1 8130/8151 
 
„S9. Jahrgang 
-. Vertreterverſammlung der Internationalen 
Berlin, den 15. Mai 1930 Dumer 20 
Vereinigung der Lehrer- 
RE nn en <<euer PEN LIE UIT IBULGE 
Inhalt; Um die badiſche Schul- und Beanmtenpolitik. FIESU IERS I : “ i 
verbände. -- Yon der Tagung des enaliſchen Lehrervereimns im Bournemouth 1930. =- Jugendſchutzbeſtimmungen im 
| Die Schrift lügt nicht. = Vundſchau, =- Wirtſchaftliche Fragen. =- Verſchiedenes, =- Anzeigen. = 
 
 
Gaſtſtätteng 
 
tter für Schulrecht Nr. 5. 
 
 
wehen << <<<iiüm 
menen <<< 
  
 
 
 
IIm die badiſche Schul- und Boamtenpolitik. 
ſtand Kampf um den badiſchen Staat Sv oran 19 t a g 
Zeich; wie in anderen Ländern und im Reich, unter dem 
5. ven der allgemeinen Notlage und der daraus ſich ergeben- 
niſſ Erſchwerungen der Finanzierung der ſtaatlichen Bedürf- 
1 Als im Januar dieſes Jahres die neue badiſche Zwei- 
wir ven-Regierung ihr Programm herausbracte, ſchrieben 
ideeller bleibe abzuwarten, was hiervon unter den gegebenen 
DE und materiellen Verhältniſſen zur Verwirklichung 
». at. Kultur- und bildungspolitiſch hatte der Tenor der 
cul erklärung gelautet: „Ausbau der badiſchen Volks- 
Wu und die badiſche Lehrerſchaft erſab DIENT gerne 
ME 00 den ernſten Willen zu einer „aftiven Bildungs- 
tümli für die Maſſe der badiſchen Schuljugend. Die eigen- 
Aera. Unausgeglichenheit im deutſchen Schulweſen, die 
Lor aus der Vergangenheit no<h in die Gegenwart herüber- 
'9t und ſich insbeſondere in der „dauernden Ungunſt der 
wenenbeſchulung“ auch heute noh“ auswirkt, ſchafft auch bei 
EULEN höchſt ungleichmäßige Förderung der ſchuliſchen 
der DE MRgen, die weithin dur< das Konjunkturſchwanken 
+ öffentlichen Meinung gegenüber Schul« und Bildungs- 
agen ſich erflärt. 
Daß Baden drei ſtaatlibhe Ho<hſ<hulen unterhält, 
|t eine Leiſtung erſten Ranges, die nicht etwa mit der Parole 
283.2 1 
Ee Zobuue2 der einen oder anderen dieſer SINE 
1 4 Ünden der Sparpolitik „belohnt werden T IE u 
Epi Linie berechtigte Anwartſchaft auf eicmsM1 fe 
ger Wir ſind „Grenzland“ im ſchlimmſten Sinne des Wortes 
3tWorden und verlängen, daß ſich endlich der Bli&> der inner- 
»eutſhen Politik ſorgend und ſchüßend auch ſtärker nach der 
KE weſteFXe des deutſchen Vaterlandes richtet. Für 
Un Do<ſchulen weiſt der badiſche Haushalt allein 9 
gren 4 Millionen auf, einen Betrag, ver über die Landes“ 
der Kr hinaus dem geſamten Reichsgebiet vienſwar IM 
Me für Baden ſelbſt eine ganz außergewöhnliche Be- 
"58 9 darſtellt. Daß eine Ausnüßung dieſer Einrichtungen 
ſtaat; ationaliſierungsgründen in verſtärktem Maße auc ſm 
BU Zwee, hier insbeſondere für die neue „vehrer- 
Ordne „en vo lfswirtſc< aftlich es Gebot erſter 
She ung wäre, hat leider nicht verhindern können, daß 
BENELT dieſes Gebot engherzige bildungs- und konfeſſions“ 
Pihl Geſichtspunkte ſiegten und die Cehrerbildung wieder 
ka zuu ſozuſagen Kloſtermauern geiſtig und phyſiſch einzuU- 
apjeln ſuchten. 
trabs Die Höheren Lehranſta (ten haben in Baden 
iner weitgehende Förderung erfahren, die ſich in Erhaltung 
<hleu erheblichen Zahl von Gymnaſien, wie auch in dem be- 
der uren Ausbau des Oberrealſchultyps, der Umgeſtaltung 
enam peren Mäd<<enſ<ulen zu vollanerkannten „Höheren 
Dik Siſtaiten als Mädc<henrealſchulen uſw. auswirkte. Die 
Blüh 4 ung der Typen im Höheren Schulweſen war zum 
zeitig Ee hemmungslos vie andernorts. Man ſah recht- 
TAKEN ie Kehrſeite der Medaille : „Wer vieles bringt, wird 
PEM etwas bringen“. Die innere Ausgeſtaltung dieſer 
"6 Betiebligean war durch den Opferwillen ſtädtiſcher Gemein- 
'AuSbiſte Teil vorbildlich „geworden. „Die vollakademiſche 
at fi dung ddr Lehrkräfte an Höheren Lehranſtalten 
"ar fich feit 1923 aquch auf techniſche Gebiete ausgedehnt, wo- 
 
dur< ſich allerding3 die Neigung zum „Abſtand“ gegenüber 
ver Volksſchullehrerſchaft nicht verringert hat. Auch die 
ſtarke Hervorkehrung des „Fachſpezialiſtentums“ und der 
beſonderen „wiſſenſchaftlichen Betätigung“ beſteht nac< wie 
vor als Unterſcheidungsmerkmal gegen das Pädagogiſche bei 
vor Lehrarbeit. Dagegen hat die offizielle Einführung einer 
dreiſemeſtrigen berufspraktiſc<hen Vorbereitung den pädago- 
giſ<en Einſchlag bei der Akademikerausbildung weſentlich 
vermehrt. Aehnliches wurde bekanntlich auch (einjährig) für 
die neuausgebildeten badiſchen Sculamts3bewerber an der 
Bolksſchule geſchaffen. Der Zug zum Pädagogiſchen wird 
alſo bei allen Cohrerbildungsveranſtaltungen ſichtbarer, 
und es iſt nich t mehr verſtändlich, warum nicht wenigſtens 
diefer Teil. Für die verſchiedenartigen Lehrergruppen 
gemeinſam geregelt und unter Ausnüßung unſerer Hoch- 
ſchuleinric<tungen gemeinſam betrieben wird. Hier 
wäre nict nur. eine Vereinheitlihung aller Leh- 
renden wenigſtens auf dem pädagogiſchen Felde zu 
erreihen, ſondern auch eine niht unweſentlihe finan 
zielle Einſparung bei weſentlich geſteigertem Nutzeffekt 
zu erzielen. Die badiſchen Höheren Lehranſtalten ſind 
im neuen-Staatsvoranſc<lag mit rund 16 Millionen angeſetzt, 
wobei die Leiſtungen der Gemeinden, insbeſondere deren 
geſamter Sachaufwand, no<h nicht berücſichtigt ſind. 
Eine ebenſo weitgehende Förderung erfuhren ſeit Jahr- 
zehnten in Baden die nicht mit den üblichen Fortbildungs- 
oder Berufsſchulen zu verwechſelnden „Fachſchulen“, 
' unter welchen die vorbildlich und durc< das ganze Land hin 
 
organiſierten „Gewerbe- und Handelsſchulen“ zu verſtehen 
ſind. Dieſe Schultypen erfaſſen beinahe reſtlos alle in einer 
gewerblichen oder kaufmänniſchen Lehre befindlichen Jugend- 
lichen und führen ſie in einer vierjährigen, wöchentlich zumeiſt 
neun: bis zehnſtündigen Unterrichtszeit in Theorie und 
Praxis ihrer Berufsäufgabe ein.. Die Spezialiſierung iſt 
hierbei namentlich an den größeren Schulen weitgehend (in 
mancher Hinſicht vielleicht zu weitgehend) dur<geführt, ſo 
daß man für Baden ſehr wohl von einer vorbildlichen Be- 
ſchulung des gewerblichen und faufmänniſchen Nachwuchſes 
ſprechen kann. Die Ausbildung auch dieſer Lehrkräfte iſt voll- 
akademiſch und erfolgt für vie Gewerbelehrer (Studienräte) 
an der Techniſchen Hochſchule, für die Handelslehrer an der 
Handelsho<hſchule. „Fachlehrer“ in Verbindung mit „Lehr- 
werkſtätten“ vervollkommnen die günſtige Wirkung dieſer 
Einrichtungen, die im Staat3voranſhlag mit 7,2 Millionen 
(ohne Sachaufwand) verzeichnet ſind. In den perſönlichen 
Aufwand auch dieſer Anſtalten teilen ſih wie in den der 
Höheren Lehranſtalten (mit Ausnahme der Gymnaſien) 
Staat und Gemeinden hälftig, während der Sachaufwand 
ganz von den Gemeinden zu trogen iſt. 
anders liegen die Verhältniſſe an der 
ſchule. Zwar hat die allgemeine Geburtenſenkung 
eine Verbeſſerung der Beſchulungsverhältniſſe FUR DIE 
badiſche Volksſchule gebracht, und ein Uebergangsgeſeß hat 
als ſogenanntes „Sculaufwandsgeſeß“ ſeit 1923 eine Siche- 
rung der auf der Durc<ſc<hnittsſc<hülerzahl der 1922/23 und 
54 vorhandenen Lehrerſtellen gewährleiſtet. Noch ſteht im 
8 26 des Sculgeſelzes von 1910 als auf einen. Lehrer ent- 
fallende Schülerzahl die Zahl 70, aber in dem genannten 
[91V 
<VD 
€ 
Volks 
ſentlich 
» 
4 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
  
  
  
  
 
 
 
 
 
 
 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
 
 

	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.