Full text: Handbuch der Schulhygiene - 1 (1898) (1)

206 Fussboden,. 
80 muss er doch dem Fugsge einen Sicheren Stand gewähren, also 
Standsicher Sein. Er darf nicht YeranlasSung zu starker Schall- 
bildung geben und muss fusswarm, d. h. ein Schlechter Wärmeleiter, 
gein und hohe speecifieche Wärn,o begitzen. 
Für den Holzfussboden des Schulzimmers ist weiches Ho]lz, 
zumal Kiefernholz, das vielfach gebraucht wird, wenig geeignet, 
weil es leicht splittert, rauh wird und gich bald abtritt, und weil 
in Folge des Kintrocknens mehr oder weniger breite Yugen ent- 
Stehen. Er bildet dann eine Stätte Schwer zu beseitigenden Staubes. 
Am besten ist Bichen- und Buchenholz. Mögen bei der Verwendung 
von hartem Holz auch die Kosten für die erste Herstellung grösger 
Sem, als wenn man das billigere Weichholz gebraucht, 80 gleicht 
gich dies doch wieder aus, weil bei Hartholz weniger Reparaturen 
nnd ein Seltener Brsatz nothwendig Sind. Der Vorwurt, dass Fichen- 
holz leicht splittert und daher auch einer grössgeren Abnutzung aus- 
gegetzt ist, kann gegen das Rothbuchenholz nicht erhoben werden ; 
natürlich muss dasselbe vor dem Verlegen erst im geeigneter Weise 
zubereitet werden. Wie bei jeder anderen Holzart wird auch bei 
dem Rothbuchenholz besonders die Menge der Proteinstoffe, 80wie 
die Yällzeit des Holzes auf dessen Vestigkeit und Widerstandsfähigkeit 
gegen Verrotten und die Angriffe des Schwammes von grossem Ein- 
flusse Seim. Da die Proteinstoffe als Nährboden für die Weiter- 
entwickelung des Schwammes u. 8. w. dienen, ist deren Entfernung 
oder Umsetzung in weniger gefährliche Stoffe von grögsster Wich- 
tigkeit. O. H etzer- Weimar hat nun durch Ausziehen der Protein- 
Stoffe in vollendeter, für die Vestigkeit unschädlicher Weise und durch 
Imprägniren des Buchenholzes, in einzelnen Fällen durch Bestreichen 
desselben mit der Imprägnirungsflüssigkeit, dasselbe gegen die Auf- 
nahme von Wasser geschützt. Ueber die Dauerhaftigkeit und Wider- 
Standsfühigkeit des aus diesem Holze hergestellten Fussbodens schreibt 
Postbaurath Techow auf Grund angestellter Versuche: Während 
der gleichzeitig verlegte eichene Stabboden zum Theil schon hat 
erneuert werden mitssen, zeigt der aus Rothbuchenholz gefertigte 
Pussboden, welcher der grössten Abnutzung unterworfen ist, noch 
dieselbe ebene und dichtgefugte Beschaffenheit wie bei Seiner Her- 
Stellung. Es hat Sich also das nach dem Hetzer'schen Verfahren 
behandelte Rothbuchenholz dem Eichen- und Kiefernholz gegenüber 
an Dauer und Güte überlegen gezeigt. 
Gewöhnlicher Dielenfussboden besteht aus Brettern in der 
Breite, wie Sie vom Stamme kommen: meistens werden aber die Dielen
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.