Full text: Handbuch für das Berufs- und Fachschulwesen

310 Max Glütriler 
Übungen des Pädagogiſchen Inſtituts der Techn" “achſchule und an den Schul- 
beſuchen und Lehrübungen mit Erfolg teilgenomnien hat und mindeſtens insgeſamt 
ſechzehn Semeſterwochenſtunden an einer oder mehreren Berufsſchulen praktiſch 
tätig geweſen iſt. In dem Belege über die praktiſche Lehrtätigkeit iſt ein Urteil über 
die Lehrbefähigung abzugeben. 
2. Schriftliche Prüfung in Form einer häuslichen Arbeit 
Zur häuslichen Bearbeitung erhält die Bewerberin eine Aufgabe, die in der Negel 
dem Gebiete der Berufsſchulpädagogik entnommen werden ſoll, ausnahmsweiſe 
aber auch der Philoſophie, der Pſychologie oder der allgemeinen Erziehungswiſſen- 
ſchaft entnommen werden kann. 
3. Mündliche Prüfung 
1. Philoſophie und Geſchichte der Erziehung, 
2. Pſychologie mit beſonderer Betonung der Pſychologie des Jugendlichen, 
3, Bildungöslehre, 
4. Berufsſchulkunde und beſondere Unterrichtslehre. 
Hierbei werden folgende Anforderungen geſtellt: 
a) Philoſophie und Geſchichte der Erziehung: Beſchäftigung mit wichtigen 
Fragen der Welt- und Lebensanſchauung; Nachweis einer erfolgreichen 
Beſchäftigung mit einem deutſchen Denker oder einem philoſophiſchen 
Sondergebiete (3z. B.: Erkenntnistheorie, Logik, Ethik, Äſthetik); philo- 
ſophiſche Grundlagen der Pädagogik; einige Kenntnis der Geſchichte der 
Erziehung. 
b) Pſychologie: Haupttatſachen des Seelenlebens; die wichtigſten Methoden 
pſychologiſcher Forſchung ; gute Kenntnis der Pſychologie des Jugendlichen. 
c) Bildungölehre: gute, auf unmittelbare Beobachtung und eigene Betätigung 
gegründete Kenntnis der Bildungsvorausſeßung (auch in ihrer individuellen 
Verſchiedenheit), der Bildungsmethoden, der Bildungsmittel und der 
Bildungsziele, immer mit beſonderer Betonung der Berufsſchule; einige 
Übung in praktiſcher Jugendkunde, 
d) Berufsſchulkunde und beſondere Unterrichtslehre: eingehende Kenntnis 
des ſächſiſchen Berufsſchulweſens, ſeiner geſchichtlichen Entwi>lung und 
ſeines Aus- und Aufbaues; Einblick in die Aufgabe und die Arbeitsweiſe 
der Volköſchule und der Jugendwohlfahrtspflege; einige Kenntnis des 
Übrigen öffentlichen Schulweſens; tüchtige Kenntnis einiger Lehr- und 
Übungsösgebiete, insbeſondere ihrer Methodik. 
An den Berufsſchulen ſind außerdem noch Fachlehrerinnen für Haus- 
haltung, Kochen, Nadelarbeiten und Turnen tätig, die auch für Volksſchulen be- 
ſtimmt ſind. Die Bewerberinnen müſſen 17 bis 26 Jahr alt ſein, das Neifezeugnis
	        
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