Full text: Handbuch für das Berufs- und Fachschulwesen

312 Max Gürtler, Ausbildung der Gewerbelehrerinnen 
verleiht. Die planmäßige Anſtellung iſt abhängig von der Bewährung im Amte 
und von der Ablegung einer pädagogiſchen Anſtellungsprüfung früheſtens nach 
zweijähriger Berufsſchultätigkeit. 
Für die Aufnahmeprüfung in den ſechsſemeſtrigen Studiengang zur Ausbildung 
von Lehrkräften für die Knaben- und Mädchenberufsſchulen Thüringens gelten 
folgende Beſtimmungen: 
41. Der allgemeine Teil der Aufnahmeprüfung erſtreckt ſich auf Deutſch, Ge- 
ſchichte, Erdkunde, Mathematik, Phyſik und Chemie. Die Anforderungen, die in 
dieſen Gebieten geſtellt werden, liegen in der Höhe der Reifeprüfung einer Deutſchen 
Aufbauſchule oder einer Thüringiſchen Frauenberufsoberſchule. 
2. Der fachliche Teil der Prüfung ſeßt in den einzelnen Fachrichtungen bei den 
Männern das Wiſſen und Können voraus, das beim Abſchluß einer entſprechenden 
ſtaatlich anerkannten Fachſchule mit mindeſtens zweijährigem Lehrgang gefordert 
wird. Bei den Frauen wird auch hier das Maß der fachlichen Prüfungsleiſtungen 
durch die Anforderungen der Reifeprüfung einer Thüringiſchen Frauenberufsober- 
ſchule beſtimmt, 
3. Die Feſtſtellung der perſönlichen Eignung für die Erziehungsarbeit an Jugend- 
lichen geht mit dem allgemeinen und fachlichen Teil der Prüfung Hand in Hand. 
Für Bewerber, die von dieſen Teilen der Prüfung befreit ſind, beſchränkt ſie ſich 
auf eine ſchriftliche Klauſurarbeit und nachfolgende Ausſprache vor dem ganzen 
Prüfungsausſchuß. 
4. Für die Bewertung der Leiſtungen des Prüflings iſt weniger die Fülle des 
poſitiven Wiſſens maßgebend als die in den Leiſtungen kundwerdende geiſtige 
Kraft, Beobachtungsgabe, Denk- und Urteilsfähigkeit. 
VIL Ausbildung in Bremen 
Es werden Gewerbelehrerinnen für hauswirtſchaftliche Berufsſchulen nach dem 
Vorbilde Preußens ausgebildet. 
Literatur 
Die Beſtimmungen über die Ausbildung der Gewerbelehrerinnen in Preußen ſind abgedrudt 
im Miniſterialblatt der Handelös- und Gewerbeverwaltung, herausgegeben im Miniſterium für 
Handel und Gewerbe, und erläutert in den Verwaltungsberichten des Landesgewerbeamts von 
1907 S. 102, 1909 S. 233, 1912 S, 228, 1914 S, 265, 1920 S. 108 und 1926 S, 162, 
Beide Blätter erſcheinen in Carl Heymanns Verlag, Berlin. 
Für die Beſtimmungen in Württemberg iſt die Verfügung vom 18. Juli 1923 maßgebend, 
die im Amtöblatt des Witrttembergiſchen Miniſteriums des Kir<hen- und Schulweſens Jahr- 
gang 1923 S, 79 abgedrudt iſt. 
Für Baden ſind die Nummern 19 vom 1. Mai und 21 vom 7. Mai 1925 zu beachten. 
Für Sachſen kommen die Nummern 10 vom 18. Februar 1924, 12 vom 14. April 1925 und 
26 vom 28. Auguſt 1925 des Sächſiſchen Geſetzblatts in Frage. 
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