Volltext: Handbuch für das Berufs- und Fachschulwesen

 
Die Wirtſchafts-Oberſchule 
Von Johannes Oberbach, Köln 
I. Weſen, Bedeutung und Geſchichte 
Ar dem Gebiete des höheren Schulweſens iſt ſeit Jahrzehnten die frühere 
4 Alleinherrſchaft des Gymnaſiums gebrochen. Der Entwicklung des neuzeit- 
lichen Verkehrs, der Technik, der Naturwiſſenſchaften überhaupt folgte auf dem 
Gebiete des Schulweſens die Entwicklung des Realgymnaſiums und der 
Oberrealſchule als gleichberechtigte höhere Schulen. In unſern 
Tagen ſehen wir neben dieſe Schulgattungen zur beſonderen Pflege des deutſchen 
Kulturgutes die Deutſche Oberſchule als weitere berechtigende höhere Schule 
treten, 
Es fehlt noch eine höhere Schule für die vorwiegend wirtſchaftlich gerichteten 
Begabungen, die erfahrungsgemäß in den obengenannten höheren Schulen nicht 
ſelten verkümmern müſſen. Dieſer neue Schultyp iſt die in einzelnen Ländern bereits 
ins Leben gerufene, in andern -- ſo auch in Preußen -- noch umſtrittene Wirt- 
ſchafts-Oberſchule, die entſprechend der überragenden Bedeutung des 
Wirtſchaftslebens für die nationale, ſoziale und kulturelle Wohl- 
fahrt unſeres Volkes dem ſpäteren Wirtſchaftswiſſenſchaftler wie 
auch dem Praktiker und dem höheren Beamten in wirtſchaftlich orien- 
tierter Stellung die erforderliche breite wiſſenſchaftliche Grundlage 
zum zweckmäßigen Aufbau ſeiner Berufsbildung und Berufstätigkeit verleihen 
ſoll. Eine „höhere Fachſchule“ ſoll die WO nur in dem Maße ſein, wie es das 
Gymnaſium für künftige Theologen, Philologen und Juriſten, die Oberrealſchule 
für Ingenieure, Chemiker, Mathematiker uſw. darſtellt. Wie dieſe höheren Schulen 
für die älteren Fakultäten, ſo ſoll die WO für die neue wirtſchafts- und 
ſozialwiſſenſchaftliche Fakultät einen geeignet vorgebildeten 
Nachwuch" ſtellen, der nach den Worten der Sachverſtändigenkonferenz vom 
21. Februar 1921 „die Beherrſchung cines gewiſſen materiellen 
Wiſſens und Könnens“ mitbringt, „das als Nüſtzeug wiſſen- 
ſchaftlichen Arbeitens nicht erſt auf der Hochſchule erworben 
werden kann.“ 
Eine eingehende Begründung der Notwendigkeit der WO bringt Dr. Feld, 
Frankfurt, in dem Schriſtc<hen „„Die Wirtſchafts-Oberſchule“ (Vgl. Literatur),
	        

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