Full text: Handbuch für das Berufs- und Fachschulwesen

Die Berufsausbildung der Erwerböloſen und der Erwerbsbeſchränkten 515 
bedeutend geringer als in der Erwerbsloſenmaſſe vom Vorjahre (in der Alters- 
gruppe bis 21 Jahre 15,7% der Hauptunterſtüßungsempfänger. Troßdem bleibt 
die abſolute Zahl von 26 100 Kriſenunterſtüßten unter 25 Jahren noch recht er- 
heblich, Bei der Berufsgliederung wurden die Verteilung der Kriſenunterſtüßten 
auf die einzelnen Berufsgruppen und der Anteil der einzelnen Altersjahrgänge 
in den einzelnen Berufsgruppen unterſucht. Die Erhebung läßt erkennen, daß auch 
hier die Ungelernten ähnlich wie bei der Erwerbsloſenfürſorge verhältnismäßig 
ſtark vertreten ſind. Das gleiche gilt für die Metallarbeiter und die Lohn- 
arbeiter wechſelnder Art. Ungünſtig liegen die Verhältniſſe für den Übergang 
aus der Erwerbsloſenfürſorge in die Kriſenunterſtüßung und damit die Mög- 
lichkeit der beruflichen Verſorgung bei der <emiſchen Induſtrie, dem Gaſtwirts- 
gewerbe, den kunſtgewerblichen Berufen und beſonders den Angeſtellten. Von 100 
Hauptunterſtüßungsempfängern der <emiſchen Induſtrie ſind 36,2 aus der Exr- 
werbsloſenfürſorge ausgeſchieden und in die Kriſenfürſorge übernommen worden, 
bei den kunſtgewerblichen Berufen 22,1, dem Gaſtwirtsgewerbe 22,9 und den Ange- 
ſtellten 19,4. Die Altersverteilung in den Berufsgruppen zeigt in der Metallver- 
arbeitung das Schwergewicht in den jüngeren Altersklaſſen von 21-35 Jahren, die 
faſt 40 v. H. in ihrer Gruppe ſtellen. Ähnlich liegen die Verhältniſſe beim Zell- 
ſtoffgewerbe und in der Papierverarbeitung, ferner im Nahrungs- und Genußmittel- 
gewerbe, noch ungünſtiger im Bekleidungsgewerbe, wo die Kriſenunterſtüßten 
zwiſchen 18 und 30 Jahren */3 ihrer Gruppe ausmachen. Bei den kaufmänniſchen 
Angeſtellten ſind die Jugendlichen unter 21 Jahren ſtärker beteiligt als bei allen 
übrigen Berufsgruppen. Zwiſchen 21 und 35 Jahren befindet ſich die Hälfte der 
kaufmänniſchen Angeſtellten, 
Unter den am 15. Juli 1927 erfaßten Kriſenunterſtüßten befanden ſich 26371 
oder rund 15% Empfänger von Renten. Auf JInvalidenrenten entfallen 45 v. H. 
aller Nentenfälle, deren Bezieher nur als begrenzt arbeitsvermittlungsfähig an- 
zuſprechen ſind. Während hier hauptſächlich die älteren Jahrgänge vertreten ſind, 
verteilen ſich die Unfallrentenempfänger, die 9,2 ſämtlicher Rentenfälle aus- 
machen, zu 10 0/9 auf das Alter von 20--30 Jahren, weitere 50 00 auf das Alter 
von 30-55 Jahren. Die Nentenempfänger nach dem Neichsverſorgungsgeſeß 
(Kriegsbeſchädigte) ſind hauptſächlich in den mittleren Altersgruppen zwiſchen 
25 und 50 Jahren vertreten (80 0/0). Hierbei iſt zu berückſichtigen, daß ein großer 
Teil der Nentenempfänger, die als Schwerbeſchädigte gelten, unter dem Schuß des 
Schwerbeſchädigtengeſeßes außerhalb des freien Wettbewerbs auf dem Arbeits- 
markt in einer Arbeitsſtelle untergebracht worden ſind (Einſtellungszwang). Für 
die übrigen Nentenempfänger bedeutet dies freilich eine Erſchwerung der beruf- 
lichen Verſorgung, weil die große Zahl der Schwerbeſchädigten in den leichten 
Arbeitsſtellen, den ſog. Invalidenpoſten untergebracht wurde. Von den Zahlen 
über die Dauer der verſicherungspflichtigen Beſchäftigung vor Eintritt der Ar- 
beitsloſigkeit iſt bemerkenswert, daß rund 60/0 der Jugendlichen unter 21 Jahren 
vor Eintritt in den leßten Unterſtüßungsfall weniger als ein Jahr gearbeitet haben. 
299%
	        

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