Full text: Handbuch für das Berufs- und Fachschulwesen

 
Das freie Bildungsweſen der landwirtſchaftlichen 
Verbände 
Von G. Oldenburg, Berlin 
ie ſchulmäßigen Veranſtaltungen zur beruflichen Ausbildung des landwirt- 
ſchaftlichen Nachwuchſes, wie ſie in früheren Abſchnitten dieſes Handbuches 
im Zuſammenhang dargeſtellt ſind, finden ihre Ergänzung in außerordentlich 
zahlreichen und mannigfaltigen Fachbildungseinrichtungen, die man im Gegenſaß 
zu den im allgemeinen an beſtimmte Örtlichkeiten gebundenen, nach ein für allemal 
ſeſtſtehendem Lehrplan arbeitenden, fortlaufend oder in regelmäßigem Turnus 
betriebenen und vornehmlich für die heranwachſende Generation beſtimmten Fach- 
ſchulen als freies Bildungsweſen bezeichnen kann. Dieſe Maßnahmen erſtre>en 
ihren Wirkungskreis auf alle Berufsangehörigen, ſind indeſſen vorwiegend für 
die berufliche Fortbildung der bereits im Berufe, ſei es als Unternehmer oder 
Arbeitnehmer, tätigen Perſonen beſtimmt. Die Lehrziele wechſeln je nach dem 
Bedürfnis; überwiegend handelt es ſich um Einrichtungen, die eine Aus- oder Fort- 
bildung auf einem beſtimmten Sondergebiet der landwirtſchaftlichen Berufstätigkeit 
bezwecken. Unternehmer oder Träger ſind vorzugsweiſe die Landwirtſchaftskammern 
und die landwirtſchaftlichen Vereine. 
Wie bereits geſagt, handelt es ſich entſprechend der außerordentlich großen 
Verſchiedenheit der wirtſchaftlichen, natürlichen und kulturellen Bedingungen, unter 
denen die deutſche Landwirtſchaft arbeitet, und den danach ſehr unterſchiedlichen 
Bedürfniſſen um ein ſehr weitverzweigtes und zeitlich wie örtlich ſehr wechſelvolles 
Syſtem von Maßnahmen der verſchiedenſten Art, die, im einzelnen zu ſchildern, 
bei weitem über den hier zur Verfügung ſtehenden Naum hinausgehen würde. 
Eine Beſchränkung und Zuſammenfaſſung der Darſtellung iſt deshalb geboten. Um 
troßdem ein einigermaßen zutreffendes Bild von der Art und dem Umfang dieſer 
ſogenannten freien Bildungseinrichtungen der Landwirtſchaftskammern und land- 
wirtſchaftlichen Vereine zu geben, verſuchen wir alle in Betracht kommenden 
Maßnahmen in folgenden ſechs Gruppen unterzubringen und in aller Kürze in 
ihrem Weſen und ihrer Zweckbeſtimmung zu kennzeichnen, 
1. Das landwirtſchaftliche Beratungsweſen, 
2. Vortragsweſen und Lehrgänge, 
3. Beiſpiels: und Muſterbetriebe, 
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