Full text: Abbitte - Forstschulen (1)

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mit dem Lichtreize das Weiß, mit der Er» 
holung von dieſem das Schwarz empfindet. 
Dieje Empfindung des lehtern tritt nicht bloß bei 
abjoluter Ruhe des Auges ein, ſondern auch bei 
geringerm Grade des Lichtreizes. Wir können 
uns aljo die farbloje Empfindung auf einer 
geraden Linie auſzeichnen, deren eines Ende dem 
Weiß, da3 andre dem Schwarz entſpricht; in der 
Mitte liegt das Grau, Bei dem abſoluten 
Schwarz wäre die Erregung gleich null, wogegen 
die Crholung ihr Maximum hat; ungekehrt iſt 
bei dem abjoluten Weiß die Erregung die höchſte, 
die Erholung die geringſte; in den Zwiſchen» 
räumen iſt da3 Verhalten ein gemiſchtes. Dieſe 
ſarbloje Erregung kann auch die farbige begleiten 
u. damit die Farben heller od. geſättigter zur 
Empfindung bringen. Die ſarbige Erregung der 
Netzhaut kann im Gegenſatze zur farbloſen durd) 
einen Kreis, eine Scheibe dargeſtellt werden, 
deren Ende ſich mit dem Anfange zuſammen» 
ſchließt, wobei zwiſchen den Spektrenenden Violett 
u. Not das Bindeglied Purpur eingeſchaltet iſt. 
Der Prozeß der Farbenerregung iſt ein ähnlicher 
wie der der Tonerregung. Wie dem Tone der 
Oktave doppelt ſoviel Schallſchwingungen ent» 
ſprechen als dem Grundtone, ſo nähert ſich an der 
Grenze des Violett8 die Schwingungszahl des 
Licht3 der Doppelzahl der Schwingungen des Nots. 
Will man beide, die farbloje u. die farbige Er» 
regung, in einer Figur darſtellen, ſo geſchicht die3 
zweckmäßig durch einen Kegel, deſſen Spiße die 
Erholung, die Ruhe in Schwarz, deſjen Baſis die 
höchſte Erregung in Weiß darſtellt ; den Mantel 
de3 Kegel3 bilden die Regenbogenſarben, deren 
Ningſchluß Purpur bildet ; nächſt dem Weiß ſind 
die Farben am hellſten, nächſt dem Schwarz am 
geſättigtſten. Tatſache iſt auch, daß in der Net» 
haut bejondere Endorgane der Nerven ſowohl ſür 
farbige Reize (Zapfen) wie ſür die ſarblojen 
(Stäbchen) exiſtieren. 
Was den F. der Schulkinder anlangt, ſo 
iſt dieſer bei den Schulanſängern vielſach noch 
wenig entwicelt, Eine große Anzahl (28--80 */,) 
kann die 4 Hauptfarben Rot, Gelb, Grün u. 
Blau nicht richtig benennen ; ſie kennen wohl die 
Namen, verbinden aber mit dieſen ganz unzu- 
treſſende Vorſtellungen. Richtiger empfinden die 
Kinder Weiß u. Schwarz. Am bekannteſten iſt 
hiernac) Not, dann ſolgen der Neihe nach Blau, 
Gran, Gelb, Braun, Nec<ht unbekannt iſt Kin- 
dern Violett u. Orange. Der F. iſt bei den 
Mädchen beſſer entwickelt al3 bei den Knaben. Cs 
ſteht auch ſeit, daß das Kind ſehr viel früher die 
Farben unterſcheidet, als e3 ſie richtig zu benennen 
verſteht. 
Die Unterſcheidung der Farben iſi eine ver- 
ſchiedene. Im allgemeinen ſtehen Rot u. Orange 
obenan, dann folgen Purpur, Violett, Blau, 
darauf Grau u. Gelb. Bedeutend ſchlechter wer» 
den ſchr helle u, ſehr dunkle Farben unterſchieden, 
Ta3 Kind erkennt alle Nuancen ſchlecht. Die 
Faſſungskraft -- Faulheit, 
 
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Vorliebe für beſtimmte Farben zeigt ſich bei ihm 
oſt ſchon ſrüh. Die Erfahrung lehrt, daß der F. 
ut anerzogen werden kann, was rechtzeitig ge» 
ſchehen ſollte, damit der Sinn für Naturſchön» 
heiten mit ihrer kunſivollen Farbenzuſammen- 
ſellung möglichſt bald geweelt u. hohentwidelt 
werde ; denn das iſt auf die gute Entwieklung des 
äſthetiſchen Geſühls überhaupt von weſentlichem 
Einfluſſe. [A. Bauxr.] 
Faſſungskrafſt ſ. Erkenntnisvermögen. 
Faynlheit. I. Begriff. F., Arbeits8ſchen, 
Trägheit iſt ein fehlechaſter geiſltig=ſittlicher 
Zuſtand, der ſich zeigt al8 Widerwille gegen geiſtige 
od. körperliche Anſtrengung, deren Übernahme eine 
Pflicht iſt. Im einzelnen iſt die F. Intereſſe» 
lojigkeit gegen alle höhern geiſtigen Dinge, Uns= 
tätigkeit in den pflichtmäßigen Arbeitäverrichtungen 
u. religiöſen Übungen, Ekel u. Überdruß vor jeder 
guten Betätigung. Die F. al3 Sünde beſteht im 
Mangel der Anſpannung vorhandener Kräfte, 
Die Neigung zur F. iſt als eine Folge der Erb» 
fände im Menſchen zurückgeblieben 1. bildet, wenn 
dieſem Hange nachgegeben wird, die Wurzel zu 
vielen andern Sünden, wie zu Leichtſinn, Genuß» 
jucht, Unzucht. Darum iſt die F. unter die Haupts- 
od. Wurzelſünden zu recnen. „Sie verläuſt in 
einem oberflächlichen ſentimentalen Traumleben, 
erzeugt Abneigung gegen jede ernſtere Berufs= 
tätigkeit, täuſcht die Welt u. ſich durch geſchäſtige 
Nichtsötuerei mit ſtetem Wechſel der Liebhabereien, 
auch wenn möglich der Aufenthaltsöorte, u. endet 
mit geiſtig-ſitllichem Mara8mu3“ (Linſenmann). 
11. Urjachen der F. Die F. iſt de8halb als 
ein Grundübel durch die Erziehung zu bekämpfen, 
damit der Fehler womöglich gleich in ſeinem Keime 
erſtidt wird. Doch iſt hierbei Vorſicht geboten ; 
denn nicht alles, wa3 beim Kinde wie Trägheit8= 
ſtinde ausſicht, iſt eine ſolche. Um klar zu ſehen, 
muß der Erzieher den Urſachen einer derartigen 
Erſcheinung im Kindes8leben nachſorſchen. Da 
wird ſich dann herauäſtellen, daß in manchen Fäls- 
len die F.3özeichen Symptome eine38 körperlichen 
Sc<wächezuſtandes ſind infolge von Blutarmut 
(ſ. den Art, Bleichſucht) od. Unterernährung (ſ. d.). 
Hier einzugreifen u. zu heilen, iſt Sache des Arztes 
uU. der Hygiene. Der Erzieher darf ſolc< arme Ge 
ſchöpſe nicht als Sünder behandeln, ſondern muß, 
wenn möglich, die Eltern aufklären u. zur Abhilfe 
anregen. Dort, wo die Kinder zu verhältni8mäßig 
ſchweren Arbeiten herangezogen werden, zeigen ſich 
ebenfalls Trägheitserſcheinungen. Viel anch iſt 
daran da3 übermäßige Genußleben der Eltern 
ſchuld, die ihre Kinder ebenfalls zu ſolchen Ge- 
nüſſen anhalten od. Gelegenheit dazu geben (Al» 
koholitmus). Auch die ſchlehten Wohnung3- 
verhältniſſe in Stadt u, Land helfen mit, da die 
Kinder daheim nicht das nötige Maß von Nuhe 
u. Schlaf erhalten, ſchlecht beauſſichtigt werden 
bei ihren Aufgaben u. in böſe Geſellſchaft u. unter 
lähmende Cinflüſſe andrer Art kommen. Ein 
großer Teil der F.3ſymptome wird aber auch durd)
	        

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