Full text: Abbitte - Forstschulen (1)

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durchgeführt. Mit der Univerſität verbunden iſt 
der Forſtunterricht in Bayern (ſtaat8wirtſchaſt- 
liche Fakultät an der Univerſität München, 8 Se- 
meſter Studium ; bis 1910 noch wurden die erſten 
4 Semeſter erledigt auf der forſtlichen Hochſchule 
un Aſchaſſenburg, begründet 1844, bis 1899 
favemie, 1910aufgehoben), Württemberg(ſtaats- 
wiſſenſchaſtliche Fakultät der Univerſität Tübingen, 
7--8 Semeſter; die 1826 begründete Forſtaka- 
demie Hohenheim warde 1881 aufgehoben) u. 
Heſſen (Univerſität Gießen, ſeit 1831), mit der 
echniſchen Poul in Baden (Farlsruhe, ſeit 
1832), Bejondere Forſtakademien beſtehen in 
Preußen (Cberöwalde, ſeit 1830, hat ſeit 1872 die 
Leitung des preußiſchen forſtlichen Verſuchsweſens, 
u. Hann.Münden, ſeit 1868; 6 Semeſter Studium, 
dann Forſtreſerendar»Examen, darauf 2 Semeſter 
Univerſität) u, im Königreich Sachſen (Tharandt, 
begründet 1811 als Fortſehung der von H. Cotta 
1795 zu Zillbach in Thüringen eingerichteten 
Meiſterſchule, ſeit 1816 ſtaatlich; 6 Semeſter, 
vorher 2 Semeſter tem Erhe Di Bu Für die 
thüringiſchen Staaten beſteht die Forſtakademie 
zu erin (1830 entſtanden aus der 1818 von 
Oberſorſtrat König begründeten Privatſorſtſchule 
Ruhla; Sjähriger Kurjus, außerdem Univerſitäts» 
bejuch). Elſaß-Lothringen beſißt keinen eignen 
Forſtunterricht (läßt Akademie» u. Univerſitäts» 
beſucher zu). Gegenſtand de3 Unterrichts ſind die 
ſog. Grundwiſſenſchaſten, die eigentlichen Fach» 
wiſſenſchaften u. die Hilfswiſſenſchaſten. Al8 Grund» 
wiſſenſchaften gelten Mathematik, Chemie, Agri» 
kulturchemie, Phyſik, Meteorologie, Mineralogie, 
Geologie, Bodenkunde, Standortslehre, Botanik, 
Zoologie; die Fachwiſſenſchaſten gliedern ſich in 
forſtliche Produttionslehre (Waldbau, Forſtſchuß, 
Forſibenukung, Forſitechnologie), Forſtrentabili» 
tätzlehre u. Forſiverwaltungskunde, Forſtpolitik, 
Forſtgeſchichte. Hilſ3wiſſenſchaſten ſind : Necht8- 
kunde, Bolkswirtſchaſtölehre, Jagd», Fiſcherei- u. 
Baukunde. Die Beſähigung für den höhern Forſt- 
dienſt wird meiſt nachgewieſen 1. in einer theo» 
retiſchen Prüfung (in Preußen Forſtreferendar- 
Prüfung), die in einigen Staaten (Sachſen, 
Württemberg, Heſſen, Baden) wieder in 2 zeitlich 
geſonderte Teile zerſällt: in die die mathematiſch» 
naturwiſſenſchaſtlichen Wiſſenszweige umfaſſende 
Vor» od. Fortſchrittöprüfung u. in die die 
eigentlichen Forſiwiſſenſchaften u. zum Teil auch 
die Rechtskunde u, Wirtſchaftswiſſenſchaſt behan» 
delnde Fach-, Schluß» od. Abgangsprüſung; 2. 
in einer praktiſchen Prüfung (in Preußen Forſt» 
aſſeſjor-Prüſung) nach einer 2» od. mehrjährigen 
praktiſchen Vorbereitungszeit. Die praktiſche Prü» 
jung fällt weg in Baden u. Oldenburg. Einzelne 
Staaten haben aud) eine Lehrlin eprüfung bei der 
Auſnahme. Beſondere Wirtſchaftsprüfungen bes 
ſtehen in Nheinland u. Weſtſalen für die An» 
ſtellung von Kommunaloberſöritern. 
In Öſterreich wird ſorſiwiſſenſchaftlicher Unter» 
richt erteilt an der Univerſität Krakau, an den 
Jorſtſchulen, 
 
1844 
Techniſchen Hochſchulen zu Brünn (tſchechiſch), 
Graz, Lemberg, Prag (tſchechiſch) u. Wien, 
an der Hochſchule ſür Bodenkultur in Wien (ge» 
Ichaſfen 1872 nach Aufhebung der Forſtakademie 
Mariabrunn), in Ungarn an der Kgl. Ungar. Hoh» 
[cute für Berg» u. Forſtweſen zu Schemniß, in 
er Schweiz am Polytechnikum zu Zürich. 
Mit Rülſicht auf den großen Privatwaldbeſiß 
ibt es in Öſterreich mehrere Forſtmittel- 
ph nlen (oft gleichfalls Akademien genannt), die 
außer einer gewiſſen höhern Allgemeinbildung 
eine längere ee Lehre vorausſehen. Solche 
„Höhere Forſilehranſtalten“ beſtehen zu Mähriſch» 
eißkirc<hen (jeit 1896, errichtet 1852 zu Mähriſch» 
Auſſee, ſpäter in Eulenburg), zu Neichſtadt (Böh» 
men, begründet 1855, bis 1904 in Weißwaſſer), 
zu Piſek (tſchechiſch), zu Bruch a. d. Mur u. zu 
Lemberg. Zn Deutſchland iſt dieſen Schulen am 
ähnlichſten die Akademie zu Eiſenach. 
11. Das niedere Forſtſchulweſen. Die Heran- 
bildung des Forſtunterperſonal8 (Schuß u. Hilfs» 
perſonal) erſolgt in der Hauptſache durch praktiſche 
Lehrzeit, Zn Preußen müſſen alle Anwärter de8 
ſtaatlichen Forſtſchußdienſte3 bei den Jägerbatail» 
lonen dienen, hier werden ſie (ſeit 1880) durch 
Erteilung forſtlichen Unterricht8 weitergebildet. 
Im 2. Dienſtjahre wird die Jägerprüſung, nach 
dem 8. Dienſtjahre u. einer Probezeit im Walde 
die Förſterprüſung abgelegt. Gute praktiſche Kurſe 
zur Förderung der Ansbildung de8 Forſtunter- 
perſonals beſipt die Schweiz (ſeit 1880 mit Unter- 
eh des Bunde8); ſie gliedern ſich in Unter» 
örjterkurje (je 2 Monate, Schlußprüſung, dann 
Anſtellung) u. Fortbildungskurſe (je 14 Tage). 
In Öſterreich werden ähnliche Lehrkurſe (je 8 bis 
12 Wochen) abgehalten in Tirol u. Vorarlberg, 
auch in der Bukowina, in Deutſchland kennt 
ſie ſchon längere Zeit Heſſen, neuerdings anch 
Württemberg u. Baden (Forſtwartkurſe, je 8 
Wochen). Beſondere Schulen ſür die Forſtunter- 
beamten, meiſt Förſterſc<hulen genannt, wur» 
den zuerſt in Öſterreich, wiederum mit Nüdſicht 
auf den großen Privatwaldbeſiß, eingerichtet ; 
zurzeit (1912) beſtehen 9 ſolcher Schulen, meiſt 
mit jähriger, zum Teil aud) längerer Lehrzeit. 
In Preußen ſchuf man Förſterſchulen mit 1jäh- 
rigem Kurſus zu Groß-Sc<önebe> (Negierungs» 
bezirk Potödam, 1878, ſeit 1883 ſtaatlich) u. 
Proskau (1882/1905); im Jahre 1905 wurde 
das Unterrichtöwejſen ganz umgeſtaltet, die Schule 
zu Proskau aufgehoben u. 4 Forſtlehrlingsſ<hulen 
geſchaſſen : zu Groß-Sc<hönebe>, Steinbuſch (Ne- 
gierungs8bezir? Frankſurt a. O.), Margoninsdorf 
(Bromberg) u. Hachenburg (Wies8baden). Der 
jährige Beſuch einer ſolchen Schule wurde allen 
Lehrlingen des preußiſchen Förſterdienſte8 zur 
Pflicht gemacht ; ihm muß eine UHöhrige nur prak= 
tiſche Lehrzeit unter einem preußiſchen Oberſörſter 
vorau8gehen. Bayern ſchuf 1888: 6 Waldbau- 
ſchulen, zu Kelheim (Niederbayern), Trippſtadt 
(Nheinpfalz), Wunſiedel (Oberfranken), Lohr
	        

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