Full text: Fortbildung - Kolping (2)

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A. Stoc>kmann 8. JI.), A. Bielſchows8ky (2 Bde, 
263913) u. a. (R. Hornic.] 
Gott, I. Bedeutung der Erkenntnis G.es 
für die Erziehung. Die <hriſtliche Erziehung iſt 
Erziehung der Kinder für G., d. h. nicht etwa 
bloß die zum geiſtlichen Stande Beruſenen, ſon- 
dern die geſamte Jugend muß zu einem Leben er- 
zogen werden, das in Wahrheit ein Dienſt G.es iſt, 
jojern nämlich die Unterordnung des ganzen Le 
ben3 unter den göttlichen Willen ein Dienſt G.es 
genannt wird. Daraus folgt, daß die Unterwei- 
jung der Jugend über G. zu den erſten Pflichten 
der Erzieher gehört. Ohne Kenntnis G.e3 käme die 
Jugend nie zur Erkenntnis eines ſeſten Lebens8- 
zieles u, überhaupt zu keiner wahren Tugend u. 
Sittlichkeit : nicht zur übernatürlichen, weil dieſe 
die gläubige Annahme der göttlichen Ausſprüche 
vorausſeht, nicht zur natürlichen, weil die ganze 
ſittliche Ordnung jeden Halt verliert, ſobald ſie 
von G. abſchen wollte. Denn zu ihrem Weſen 
gehört e3, daß ihre Normen das Gewiſſen binden, 
alſo eine abſolute Kraft haben; daher muß hinter 
ihnen die abjolute, alſo göttliche Autorität ſtehen. 
Aber nicht bloß Grundlage der Sittlichkeit iſt die 
rechte Erkenntnis G.es ; je nach ihrer Vollkommen» 
heit, Tiefe u. Weite vermag ſie da3 ſittliche Leben 
zu einer immer reichern Entfaltung in allen Les 
benslagen u, auf immer höhere Stuſen zu führen, 
weil eben G.e8 Weisheit, Macht u. Heiligkeit un= 
beſchränkt weit reicht u. doch für Kinder G.es8 nur 
G. ſelbſt der Grenzpunkt u, Abſchluß des Ningens3 
nach ſittlicher Vollkommenheit iſt: „Seid denn 
Nachahmer G.e3 als vielgeliebte Kinder“ (Eph 5, 
1; vgl. Mt 5, 47 u. 1 Petr 1, 16). Ferner iſt die 
rechte lebendige Erkenntnis G.es die mächtigſteHilfe 
zur ſtandhaſten Erfüllung der erhabenen Pflichten 
<riftlicher Sittlichkeit, wie ja z. B. die bloße Er- 
innerung an G.es Allgegenwart auch ſchon für das 
Kind der beſte Schuß der Unſchuld iſt. Endlich 
iſt G. u. ſein heiliges Geſeß da8jenige, was dem 
ganzen Jugendunterrichte u. der Erziehung die 
heute ſo ſehr vermißte „Konzentration“ zu geben 
vermag. Alle übrigen Konzentrations8verſuche blei- 
ben unvollſſändig od. Künſtelei. Man fehre zu 
den uralten Konzentrationsregeln zurück: „Die 
Furcht des Herrn iſt der Weisheit Anfang“ 
(Spr 1, 7), u. „Wie groß iſt, wer WeiSheit u. 
Wiſſenſchaft geſunden hat, aber . . . die Furcht 
de3 Herrn ſteht über allen" (Sir 25, 13f); nur 
jo wird im ganzen Bildungösbetriebe Reichhaltig- 
keit mit Geſchloſſenheit u. Einheit ſich vereinigen 
laſſen. =- Aus allem geht hervor, daß es nicht 
genügen würde, die Kenntni3 G.e3 u. die Folge- 
rungen daraus nur als ein Hilfsmittel der 
Pädagogik anzuerkennen, das allmählich, wenn es 
ſeinen Dienſt getan, entbehrlich werden könnte. 
Gewiß iſt der Hinweis auf G. für die Erzie- 
hungsarbeit ſelbſt das kräſtigſte Hilfsmittel ; aber 
no< höher ſteht die Erkenntnis u. Liebe G.es al3 
Ziel der Erziehung u. de8 ganzen Streben3 auch 
des ſchon erzogenen Menſchen, Die Autorität des 
Gott. 
 
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Erzieher8 u. andre Erziehungsmittel treten mit 
dem Voranſchreiten der Erziehungsarbeit allmäh- 
lich zurück, nie aber G, u. ſein Geſeß. 
11. Zeit u. Art der Unterweiſung über G. 
Die heute vielerörterte Frage, wann die Unter= 
weiſung des Kindes über G. beginnen ſolle, bietet 
für die <riftliche Auſſaſſung keine Schwierigkeit. 
Weil das Kind gänzlich G. angehört u. ihm ſchon 
in der Taufe geweiht wird, ſo gehören ſelbſiver= 
ſtändlich auch bereit8 die allererſten Regungen 
ſeines geiſtigen Lebens G. Aus der Weihe des 
eben erjt entwöhnten Knäbleins Samuel zum 
Dienſte G.e3 (1 Kg 1) u. aus der Art, wie 
Chriſtus mit den Kindlein umging, ſowie aus 
vielen ausdrüclichen Mahnungen der Hl. Schrift 
lieſt die <hriſtliche Pädagogik die Pflicht heraus, 
ſhon bei den erſten Angewöhnungen u. bei den 
erſten Worten des Kinde8 mit der Unterweiſung 
über G. u. G.esfurcht zu beginnen. Der weitere 
Unterricht paßt ſich den Entwiklungsſtufen der 
geiſtigen Fähigkeiten an. Wenn irgendeine Päd= 
agogik e3 verſtanden hat, auch ſchon das Kind die 
erhabenſten Wahrheiten „erleben“ zu laſſen, ohne 
mit dieſem Worte viel zu prunken od. in Irrtümer 
zu geraten, ſo war es die kirchliche Erziehung3= 
weiöSheit : das ſo reich u. ſchön nach außen her= 
vortretende religiöſe Leben im G.e8hauſe, in der 
Familie u, Gemeinde, nicht beſchränkt auf ab=- 
ſtrakte Worte u. tote Buchſtaben, iſt auch ſchon 
dem Kinde faßbar u. erregt in ihm das lebhaſteſte 
Intereſſe für G. u. göttliche Dinge. Vielleicht 
hat man, troß der eindringlichen Mahnungen ein= 
ſichtiger Pädagogen, die Bedeutung rechter Leben8- 
führung der Eltern für die religiöſe Bildung des 
Kindes nicht immer voll erfaßt. Chriſtus lehrt 
uns G. als unſern Vater ehren u. lieben ; iſt da 
nicht das Kind am allerbeſten befähigt, G. richtig 
zu erkennen u. innig zu lieben, vorausgeſeßt freilich, 
daß ſeine irdiſchen Eltern wirklich „Stellvertreter“, 
würdige Abbilder G.e3 ſind. Gewöhnung, ſinn- 
fällige Anſchauung, Gefühl, unmittelbare3 Leben 
herrſchen naturgemäß vor im erſten Unterrichte 
über G., auch nod in den erſten 2--3 Jahren des 
ſchulpflichtigen Alters. Dann muß allmählich an 
die Herausarbeitung klarer, beſtimmter Verſtan= 
deöbegriffe geſchritten werden. Obgleich eine voll= 
fommenere Erkenntni3 de3 Weſens u. der Eigen= 
ſchaften G.e3 nur der Offenbarung zu entnehmen 
iſt, ſo darf doch auch die natürliche Fähigkeit, G. 
aus ſeinen Werken zu erkennen, nicht vernach= 
läſſigt werden. Denn der „Traditionaliamus“, 
der alle Erkenntni3 über G. ausſchließlich aus der 
Überlieferung der geoffenbarten Wahrheiten ſchöp- 
ſen wollte, iſt als falſch erwieſen u. verurteilt 
worden; ferner hat e3 die Erfahrung immer be= 
ſtätigt, daß eine ungebührliche Herabſezung der 
natürlichen Erkenntniskräfte in religiöſen Dingen 
ſchließlich in eine Auflehnung der Vernunſt gegen 
den Glauben umſchlägt. Cbenſowenig kann es 
genügen, eine Erkenntnis od. ein „Erſaſſen“ G.e8 
bloß auf Geſühle zu gründen. Aud die Nede=-
	        

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