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bereits in Abichn. 1 genannt. Für den Schulgebrauch
find beſtimmt : Geſenius-Kaußzſch, Nleine Ausg. d.
hebr. Gramm. (? 1909) mit Übungöbuch (* 1908) ;
2: P. DBalher, Hebr. Schulgramm. (*1904) mit
bungöbuch (*1903) ; Th. Dreher, Kl. Gramm. d.
hebr. Spr. (*1908) ; W. Hollenberg, Hebr. Schul-
buch, bearb. von K. Budde (1?1912); Ed. König,
Hebr. Gramm. (1908) ; W. Lob, Hebr. Sprachlehre
(1908) ; KN. Ludwig, Kurzer Lehrgang d. hebr.
Sprache (21899) ; A. Müller, Hebr. Schulgramm.
(1878) ; JI. Prill, Einſühr. i. d. hebr. Spr. (* 1910);
G. Sauberzweig»Sc Spr. (1903); K. Steuernagel, Hebr. Gramm.
39.41909); G. Stier, Kurzgef. hebr. Gramm.
21893); derſ., Hebr. Übungs- u. Leſebuch (* 1888) ;
. 8. Strack, Hebr. Gramm. (1'1911); Voſen»
Kaulen, Kurze Anleit. 3. Erlernen d. hebr. Spr.
(121900, bearb. von J. Schumacher); Rudimenta
linguaoe hebraicae (*?1910, hr8g. von I. Schu-
madher) ; B. Zapletal O. Pr., Gramm. ling. hebr.
(21910); N. Holzhey, Nurzgefaßte hebr. Gramm.
(1913). -- Wörterbücher: Jul. Fürſt, Hebr.
Yy. hald. Handwörterb. üb. das Alte Teſt. (2 Bde,
31876, bearb. von V. Nyſſel) ; K. Siegfried u. B.
Stade, Hebr. Wörterb. zum A. T. (1893); D.
Caſſel, Hebr. - Deutſches Wörterb. (81909); J.
Fürſt, Hebr. u. ausg. 15892). Die beiden lethztgen. ſind für Schüler
audreichend. Im Erſcheinen begriſſen iſt: Elieſer
Ben Jehuda, 'Thesaurus totius Hebraitatis et
voteris et recentioris (bis Anf. 1913: 4 Bde; auf
12 Bde berechn ). --- Unter den hebr, Bibelausg.
zeichnet ſich die von M. Letteris beſorgte (Wien,
A. Holzhauſen) durch Schönheit des Druckes aus,
die von Nud. Rittel (21909) durch die krit. An-
merlungen. Cin Auszug aus der hebr. Bibel ſür
die Hand der Schſiler, Florilegium hebr., hrsög.
von Hyb. Lindemann (1912), entſpricht den in
Abſchn. 111 auſgeſtellten Geſichtöpunkten.
Literatur (reiches Verzeichn. bei Geſenins»
Kautſch, Hebr. Gramm. 8 2, r, 8 3, u. bei Strat,
Einleit. in d. A. T. [*1906] 8 48). F. Kaulen,
Geſch. der Bulgata (1868); H. Deniſle , Die
Handſc Deniſle u. Chrle, Archiv f. Lit.- u. Kirchengejſ<.
1V [1888)]) ; Handb. f. Lehrer höh. Lehranſtalt.
(19065) 117 ff; P. Dörwald, Der hebr. Unterr.
(1910) ; Nivard Schlögl, Die echte bibl.chebr. Me-
trif (1912). [I. Schumacher.]
Heer, Johann Julius. 1. Sein Leben,
H. wurde am 2. Nov. 1707 in Werden a. d. Ruhr
geboren. Er entſtammte einer alten Lehrerfamilie,
deren PietiSmu3 der Knabe ſrüh in ſich auſnahm.
Nach dem Beſuche der von ſeinem Vater geleiteten
Stadtſchule bezog er das Gymnaſium zu Cſſen,
deſſen Nektor Zopf ein Schüler Frances war.
Um Theologie zu ſtudieren, kam H. 1726 nach
Halle. Hier machte namentlich Frank>es (+ 1727)
lebte Anſprache an die Studenten auf ihn einen
ſo tiefen Eindrud, daß er ſich ganz in den Dienſt
der Beſtrebungen Franes ſtellte. Er fand Auſ-
nahme in da3 Seminarium praeceptorum 80-
lectum 11. wurde ſpäter Lehrer am Pädagogium.
Während einer größern Studienreiſe dur< Deutſch»
land u. Holland erhielt er einen Ruf als Prediger
u. Sch ulinſpekior an das Militärwaiſenhaus in
Heder.

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Potsdam, dem er 1735 ſolgte. Hier wurde Fried»
rich Wilhelm I. auf ihn aufmerkſam, berief ihn
1739 als Prediger an die Dreifaltigkeitskirche in
Berlin u. ſagte ihm nach der Probepredigt : „Er
muß, wie er heute getan, den Leuten aus der
Friedrichſtadt den Herrn Jeſum Chriſtum predigen
11. ſich dex Jugend recht annehmen. Denn daran
iſt das meiſte gelegen.“ Dieſe Mahnung hat H.
tren beſolgt, Er errichtete inſeiner Pfarrei Schulen
U. brachte auf jede mögliche Weiſe, u. a. ſogar
durd) eine Schyllotterie, die Mittel zu ihrer Unter-
haltung auf. Friedrich d. Gr. wandte ihm noch
mehr als ſein Vater beſondere3 Wohlwollen zu,
da er bald erkannte, welche ſachkundige Unter-
ſtüßung er an ihm bei der Durchführung ſeiner
Sculpläne ſand. 1750 ernannte er ihn zum
Oberkonſiſtorialrat u. ließ ihm jede Förderung zu-
teil werden. Nad einem an Erſolgen reichen Leben
ſtarb H. am 24, Juni 1768. Nad) ſeinem Tode
berechnete man, daß ſeine Schuleinrichtungen, in
denen 7200 Kinder Unterricht empfingen, davon
3000 unentgeltlich, einen Wert von nahezu 59 000
Talern darſtellten.
11. H, 11. die Volköſchule. H. hatte in Halle
im Geijte Francke3 vor allem auch gelernt, daß die
Verbeſſerung der zum Teil traurigen Schulver-
hältniſſe die Heranbildung eine3 tüchtigen Lehrer-
ſtandes zur notwendigen Vorausſeßung habe, Zu-
nächſt behalf er ſich an ſeiner Realſchule (ſ. d.) u.
an den Freiſchulen, dur deren Errichtung er des
König3 Wort einzulöſen bemüht war, mit Kandi-
daten der Theologie. Aber mehr u. mehr ſah er
ein, daß dies nur ein Notbehelf ſei, u. er ſaßte
daher die Gründung eigner Anſtalten zur Aus-
bildung junger Lehrer, auch ſür die Landſchulen,
ins Auge. Wie es H. überhaupt, unbeſchadet
ſeine3 hervorragenden organiſatoriſchen Geſchies,
an ſchöpferiſcher Eigenart u. Selbſtändigkeit ge-
brad, ſo lehnte er ſich auch hier an bereits be-
ſtehende Cinrichtungen an, nämlich an da3 Land-
jhullehrerjeminar zu Kloſterbergen bei Magdeburg,
da3 der Abt Steinmeß 1736 gegründet hatte, u.
da3 auch auf Felbiger (ſ. d.) in ſeinen Bemühungen
um die Lehrerbildung nicht ohne Einfluß geweſen
iſt. H. legte ſeine Pläne in einer an den König
1748 gerichteten Denkſchrift nieder u. machte ihm
die Sache dadurch) bejonder3 ſchmachaſt, daß er
ſie mit einem Lieblingögedanken de3 Königs ver-
quickte : der Einſührung des Seidenbaues in Preu-
pen. Denn die zukünftigen Landlehrer ſollten auc
in der Pflege der Maulbeerbäume u. der Aufzucht
von Seidenwürmern unterwieſen werden. Fried-
rich d. Gr. genehmigte, daß H. am 14. Dez. 1748
ein Privatinſtitut zur Ausbildung von Lehrern,
zunächſt für die Schulen der Dreifaltigkeitskirhe,
eröffnete, u, förderte dieſe ſich allmählich erweiternde
Einrichtung namentlich dadurc<, daß er mehrfach
beſtimmte, „es ſeien alle zur Erledigung kommen«-
den Küſter» u. Schullehrerſtellen möglichſt mit
Subjekten aus diejem Seminare zu beſehen“.
Immer mehr überzeugte der König ſich davon,

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