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pätern Zeit vorbehalten blieb, hier zu beſſern,
py muß man doch H. dafür danken, daß er ſich
nicht ſcheute, den Finger auf eine oſſene Wunde
zu legen 1. die allgemeine Aufmerkſamkeit auf die
traurigen Zuſtände zu lenken, unter denen die
Bildung des Volke8 aufs empfindlichſte litt u,
leiden mußte,
Wenn ſo das, was H. ſür die Volksſchule ge-
tan hat, keine8wegs gering anzuſchlagen iſt, ſo
pflegt man doc< bei H.8 Erwähnung zunächſt an
ſeine Bedeutung für die Taubſtummenbil-
dungzu denken. Sein Verdienſt iſt e8, die Taub=-
ſtummen aus der Jſoliertheit, zu der die Ges
bärdenſprache de 'Eptes (ſ. d.) ſie verurteilte, her=
ausgehoben u. ihnen den Verkehr mit den übrigen
Menſchen ermöglicht zu haben. Das erreichte er,
indem er ihnen durch die Erlernung der ſreilic
ſc dankenaustauſch mit ihren Mitmenſchen zu treten,
Wenn das von ihm hierbei eingeſchlagene Ver-
ſahren , über deſſen Cinzelheiten man den Art.
Taubſtummenbildung vergleichen möge, ſich aud
noch nicht ganz mit der heute allgemein vejolgten
„deutſchen Methode“ de>t, ſo hat H. dieſe doch in
wirkjamer Weiſe u. mit feinem Verſtändniſſe für
da3, wa3 den Taubſtummen not tat, vorbereitet.
Dieſe Tatſache allein wird ihm für alle Zeiten
einen ehrenvollen Plaß in der Geſchichte der Taub-
ſtummenbildung ſichern.
Literatur. H. ECE. Stößner, S. H. Sein Leben
u. Wirken (1870); J. E>, H. als Kämpfer f. d. Ente
wickl. d. Volksſchule (1884); Allg. Deutſche Biogr.
XI 369 (8. Kellner) ; Brau>mann, in W. Neins
Enzyklop. Handb. d. Pädag. 1V (21906) 186 ſf;
derſ., ebd. IX (*?1909) 131 ff in d. Art. Taubſtum«
menbildung ; G. u. P. Schumann, Neue Beitr. z.
Kenntnis S. H.8 (1909; mit vollſtänd. Bibliogr.
S. 135 ff) ; dieſ., S. H.8 geſ. Schriften (19182).
[W. Kahl.]
Heiterkeit |. Humor, Freude.
Heizung. 1. Örtliche Heizanlagen. Die
H. in den Schulen iſt je nac deren Größe eine
örtliche einzelne od. aber eine zentrale. Die Hy
giene ſtellt an fie folgende Anforderungen: 1. Sie
foll den Raum gleichmäßig, aber nicht zu ſehr
erhißen, 2. ſie muß gut funktionieren, 3. ſie darf
dem Naume nicht zuviel Sauerſtoff entziehen,
4. keinen Nauch erzeugen, 5. die Luft nicht zu ſehr
austro>nen, Die frühern eiſernen Öfen der Einzel-
H. hatten die Cigenſchaſt der ſchnellen Erhißung,
ja Glühendwerdung, erkalteten aber auch ebenſo
ſchnell. Cine ſolche H. kann deshalb für die Schule
nicht in Betracht kommen, weil manche3 dem Ofen
naheſihende Kind troß de3 Ofenſchirmes zu ſehr
unter der Hiße zu leiden hat u. leicht Naſenbluten
u. allerhand Krankheiten bekommt, ferner weil die
Luſt durc) dieſe ſchnelle Erhißung zu ſehr aus=
getrod>net wird, auch wenn man Gefäße mit Waſſer
zur Berdunſtung auſſtellt, In einer tronen Luſt
aber befällt die Kinder Kopſſ e3 ſich in ihr ſehr ſchwer. Dieſem Übelſtande hat
die Ofentechnik dadur< abgeholfen, daß ſie einen
Heiterkeit -- Heizung.

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Heizkörper in den eiſernen Ofen einmauern ließ
od. Mantelöfen ſchuſ, die außerdem etwas zur
Ventilation der Zimmerluſt beitrugen. Auch die
Füllofenfabrikation hat dem Übelſtande der raſchen
Erhißung durch Negulierung3möglichkeit der Ofen
Rechnung getragen ; ſowohl die Mantelöfen wie
vie Fullöſen bieten, wenn nicht zu ſehr geſpart
wird, einen brauchbaren Heizkörper für Schulen.
Manchmal findet auch die Ga3-H, Eingang in
die Schulzimmer ; iſt ihre Bequemlichfeit u. Nein=
lichkeit auch groß, ſo ſchließt ſie doch anderſeit3
die Gefahr der Exploſion, der Austro>knung der
Luſt u. der Möglichkeit der Vergiſtung ein. Gute
Dienſte könnte ſie al3 Erſaß-H. bei Nichtfunktio=
nieren der Zentral-H. leiſten. -- Bei der H. ſelbſt
wird oſt der Fehler begangen, daß man zu ſehr
an Heizmaterial ſpart, jo daß genügende Lüſtung
nicht möglich iſt. Aud ſollte keine beſtimmte Zeit
feſtgeſeßt werden, in der nicht mehr geheizt werden
darſ, das ſollte ſich vielmehr ganz nach der Witz
terung richten. Die übrigen 4 Bedingungen für
gute Einzelheizanlagen können von der heutigen
Technik wohl erfüllt werden.
I1. Zentral-H, In großen Sc ſind Zentralheizanlagen Üblich, die den Vor=
teil haben, daß die Wärme gut reguliert, die
Ventilation mit dieſer in Verbindung gebracht
werden kann, 11. daß die Bedienung bequem u.
reinlich iſt. Die Nachteile der Zentral-H. beſtehen
darin, daß ſie nicht immer gut funktioniert, ſo
daß zur Vorſicht neben ihr noc eine Einzeloſen=
anlage vorhanden ſein muß, u. daß manchmal
die Luſt zu tro>en wird. Leßtere3 iſt beſonder3
häufig bei der Luſt-H. der Fall, neben der die
beiden andern Arten der Zentralheizanlangen : die
Warms- bzw. Heißwaſſer=-H. u. die Dampf=H. (mit=
tel3 Niederdru>dampfe3), no) in Betracht kommen.
1. Die Luſt =H. ſchafſt im Kellergeſchoß mittels
Heizregiſter warme Luſt u, führt dieſe in Schä<-
ten dur< die Schulräume. Jhre Anlage iſt ver=
hältniamäßig teuer. Die Luſt muß, wenn ſie
brauchbar werden ſoll, bei der Erwärmung ſtark
befeuchtet werden, wa3 dadurch geſchieht, daß auf
einen Flanellrahmen Waſſer geträufelt wird, das
dann dort verdunſtet. Die Luſtentnahmeſtelle iſt
jo anzulegen, daß nur reine Luſt zur H. verwandt
werden kann. =- 2, Die Warmwajſſer-H. be-
ſteht darin, daß in einem Rohrſyſieme in den
Räumlichkeiten Warm= od. Heißwaſſer zirkuliert.
Dieſe3 wird in einem Behälter aufbewahrt, der
entweder auf dem Speicher od. im Kellergeſchoß
ſteht ; in erſterm Falle wird er durch Dampf, in
leßterm durd) Holz= od. Kohlenfeuer erhißzt. Von
dort au8 verbreitet ſich da8 Waſſer durch das
ganze Haus. Man kann auch den Auſtrieb des
warmen Waſſer3 u, den Abtrieb de3 kühlen zur
Zirkulation vom Keller aus benußen. =- 3. Am
häufigſten iſt in Schulen die Dampf=H., meiſt
mit Niederdru>. Der Dampf wird im Erdgeſchoß
erzeugt u. dann durch Nöhren in Heizregiſter ge-
führt, die genau reguliert werden können. Da3
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