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wohl am häufigſten durch die Atemluſt in den
Körper auſgenommen werden, ſo wird es gut ſein,
bei allem perſönlichen Verkehr ſich in möglichſter
Entfernung von ſeinem Nachbar zu halten, ſelbſt
aber nie auf den Boden zu ſpucken u, beim Huſten
die Hand od. das Taſchentuch vor den Mund zu
halten. J.kranke Schulkinder bedürfen noch reich»
lich 14 Tage nach Wiedererlangung normaler Tem»
peratur größter Schonung u. dabei des Schul»
diöpenſes, --- Viele JZ.kranke verſchmähen es, den
Arzt beizuziehen, was ein großer Fehler iſt. Andre
begehen den noch größern Fehler, ſich mit ſtarkem
Weingenuß kurieren zu wollen. Mag durch dieſen
anch einmal ein ſtarker Schweißau3bruch zu er»
möglichen ſein, ſo leidet durch ihn dod) ſicher der
Magen, namentlich der Magenſaſt, der die ein»
dringenden Bakterien nicht mehr wie in normalen
Verhältniſſen zu töten vermag ; ſich gejund trinken
heißt alſo den Teufel mit Beelzebub austreiben.
Wenn man ſchwitzen will, ſo kann man dies viel
billiger, beſſer u. geſahrloſer zuwege bringen durch
einen Trank von Lindenblüten- od. Fliedertee od.
durch ein heiße3 Bad mit Nachſchwißen in einem
wohlgewärmten wollenen Teppich.
Literatur, Pſeiſſer, Ätiologie der J. (Zeitſchr.
f. Hyg. u. Inſektionskrankheiten XU1) ; A. Baur,
Geſundheitspflege f. d. Haus (1905). [A. Baur.]
Inkonſequenz in der Erziehung ſ. Kon-
ſequenz.
Inſpektion, Znſpekior |. Schulauſſicht.
Inſtanzenweg., Der J. (vom lat. in-
gtarso == auf etwa3 ſtehen; dann bildlich: auf
etwas beſtehen, etwas unabläſſig betreiben) be=
zeichnet bei dem Beamten den dienſtlichen Weg,
den er bei Beſchwerden od. Geſuchen der vorge-
ſezten Behörde gegenüber innezuhalten hat. In
bezug auf Beſchwerden beſtimmen in dieſer Hinſicht
8 83 de3 nt v. 31. März 1873
u. 8 21 des preußiſchen Geſeßes betr. die Dienſt»
vergehen der nichtrichterlichen Beamten v. 21. Juli
1852 (vgl. H. Kanngießer, Da3 Necht d. deutſchen
NReichsbeamten [1874] 152--229 ; Jlling-Kantz,
Handb. |. preuß. Verwaltung3beamte 1 [71898]
242--272; G. Kauß u. F. Appelius, Preuß.
&Kommunalbeamtenrecht [1900] 275--329; A.
Brand, Da3 NReichsbeamtengeſ. v. 31, März 1873
[1902] 132--206; G. Herrſurth, Das Beamten-
recht [ *1905] 687---802; M. v. Brauchitſch, Die
neuen preuß. Verwaltungsgeſche 1 [?1908] 749
bis 790): „Gegen die Verfügung von Ordnung3-
ſtrajen ſindet nur Beſchwerde im vorgeſchriebenen
Inſtanzenzuge ſtatt.“ Dagegen ſteht e3 dem Be»
amten nicht zu, Anſprüche, die auf dem Beamten-
verhältniſſe beruhen, im Recht8wege zu verfolgen.
Dahin gehören Anſprüche, die gegen das Staats»
hoheitörecht der Amterverleihung gerichtet ſind,
namentlich Anſprüche auf Anſtellung in einem
Amte un. Anſprüche auf Belaſſung im Amte od.
auf Entſernung aus dem Amte, mag der Anſpruch
von dem Beamten od. gegen ihn erhoben werden.
Deshalbiſt gegen Anordnungen, dieim Diſziplinar-
Inkonſequenz in der Erziehung -- Inſtanzenweg.

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wege getroſſen ſind, beſonder8 gegen eine Amt3ſus»
penſion, der Nechtöweg unzuläſſig, ebenſo gegen die
Diſziplinarerkenntniſſe u, gegen die in einem Diſzi-
plinarerkenntniſſe enthaltene Bewilligung einer
Unterſtühung, Desgleichen kann eine Anordnung
der Auſſichtöbehörde zur Erzwingung einer Amts»
pflicht im Nechtöwege nicht angefochten werden.
Streitigkeiten über den Umfang der einem Beamten
obliegenden Amtöpſlichten ſind von der Dienſtz
behörde, nicht von den Gerichten zu entſcheiden.
Für die Anſprüche der unmittelbaren Beamten auf
Dienſteinkommen (Gehalt, Penſion uſw.) war der
Recht3weg früher nicht geſtattet, er wurde aber
dafür durch die 88 1 ſf des preußiſchen Geſehes
betr. die Erweiterung de8 Nechtsweges v. 24. Mai
1861 eröſjnet; vorher muß indes der adminiſtra-
tive Inſtanzenzug erſchöpft ſein. Wegen der ver-
mögenörehtlichen Anſprüche der mittelbaren Be-
amten aus ihrem Dienſtverhältniſſe, namentlic
auf Gehalt u. Penſion, war in Preußen ſchon
vor 1861 u. iſt noc< jeht der Nechtsweg zuläſſig.
(Vgl. Droop, Der Necht3weg in Preußen [1899]
21---25 ; Fr. Kretſchmar, Handb. d. preuß. Schul-
rechts [1899] 180 184---186.) Gegen die von den
Neſſortminiſtern au8gehende Straſverfügung gibt
e3 keine Beſchwerdeinſtanz. (Bgl. H. Lorenz, Nat=-
geber für Reich3-, Staats= u. Kommunalbeamte
[171908] 174.) Der Kaijer hat das Necht, die von
den Diſziplinarbehörden verhängten Strafen zu
erlaſſen od. zu mildern (H. Lorenz a. a. O. 181).
Für den J. gilt als Grundſatz, daß die Be=-
ſchwerde od. da8 Geſuc ſtet8 bei der unmittel-
bar vorgeſehten Dienſtbehörde einzureichen iſt.
Die letztere iſt ſür die Lehrer an Volks3» u, ſog.
Mittelſchulen der zuſtändige Lokal-Sc der die Cingaben zu prüſen, mit den nötigen ſach-
lichen Bemerkungen zu verſehen u. dann dem zu=-
ſtändigen Kreis-Schulinſpeltor zu übermitteln hat;
für Direktoren u. Lehrer an höhern Schulen ſo-
wie für die Volksöſchullehrer in Berlin (ſ. M.
v. Brauchitſch 1 62, A. 75) das Kgl. Provinzial-
Sc das Kgl. Provinzial-Sc ſcheidung de3 1, Senates des Kgl. Preuß. Ober-
verwaltungsgericht38 v. 21. Jan. 1898 wird be=-
ſtimmt, daß auch ſeitens der Städte in innern
Sculangelegenheiten alle Berichte der Stadt-
magiſtrate u. der ſtädtiſchen Schuldeputationen
durch die Hand der ſtändigen Kommiſſare der Re-
gierung in Schnlauſſichtöſachen, den Krei8-Landrat
u. den Hrei8»-Schulinſpeltor, zu gehen haben, Pflicht
der vorgeſehten Behörde iſt es hingegen, jede an
ſie eingereichte Cingabe zur Vorlage zu bringen,
gleichviel ob ſie die Eingaben inhaltlich für be-
gründet erachtet od. niht. Die Erledigung ſoll
mit möglichſter Beſchleunigung geſchehen, ſpäte-
ſtens innerhalb 14 Tagen. Unmittelbar vorgelegte
Geſuche werden den Abſendern ohne weitere Prii-
ſung durch die Geheime Negiſtratur de8 Miniſter3
portopflichtig zurükgeſchi>dt. E3 iſt ein Irrtum
zu glauben, durch unmittelbare Einreichung der

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