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Lagen, =- Nichlige Vanabung der K. iſt auf
erziehlichem Gebiete für die Jugend noch immer
von wohltätigſiten Folgen gewejen. Ordnyungs»
liebe, Fügjamkeit u. Gehorſam werden dem Hinde
eine glücdbringende Mitgiſt fürs Leben werden.
„Die K. hat eine gewöhnende Kraſt u. wirk! mit
dieſer alſo, daß zur Notwendigkeit wird, was an»
ſang3 nur mit Widerſtreben geſchah“ (L. Kellner).
Die Erziehung zur K. wird aber erſt dann
glüden, wenn der Lehrer ſelbſt eine einheitliche
Perſönlichkeit iſt, deren Denken, Neden u. Hau=
deln in jeder Hinſicht von K zeugt. Wenn Folze-
richtigkeit, Stetigkeit u. Feſtigkeit dem Lehrer eigen
ſind, dann werden ſie auc) Charakterzüge des
Schülers werden ; das Beiſpiel der Lehrerperjſönlichkeit wird auch hier ſeine wunder»
bare Macht beweiſen. --- Vgl. auch die Art. Ekiek»
tiſ Literatur. H. Abegg, Was ſchulden wir un»
ſern Nindern? (1893) ; F. W. Foerſter, Schule u.
Charalfter (''1912) ; H. Kern, Grundriß d Pädag.
(21593) ; 8. Nellner, Zur Pädag. der Schule 13. des
Hauſes (71907). [W. Walter.)
HKonſtanztheorie ſ. Entwielungstheorie
(Vd 1, Sp. 1057).
Kontrolle, Schulauſſichtsbeamten liegt die
Pflicht ob, darüber zu wachen, daß die allgemein
gültigen Beſtimmungen des Staate3, die beſon»
dern der Kommunen od. Vereinigungen ſür die
von dieſen unterhaltenen Schulen beobachtet wer-
den, aljo die allgemeinen Lehrpläne, die Anforde»
rungen bezüglich des Lehrziels, die Hauptgrund-
jäße der Methodik u. Didaktik. Und wie ſie, ſo
kontrollieren die Leiter der einzelnen Schule die
Tätigkeit der Lehrer, u. dieje mit ihnen Arbeiten,
Leben u. Treiben der Zöglinge in u. außer der
Schule. Die Pflicht einer Auſſicht führt zur 8K.,
die jedoch nicht Zweck, ſondern nur Mittel iſt
(val. IJ. Ziehen, Über die Führung des Schul»
aufjichtzamtes an höhern Schulen [1907] 20 u.
31). In Internaten iſt K. über die Beobachtung
der Hansordmuing ſo unentvehrlich wie in der Fa=
milie. Auch in der Schule kann man nicht darauf
verzichten (3. B. bei Feſtakten, ob die Schüler
jämtlich anweſend ſind; zu kontrottieren iſt die
Führung der Tagebücher, der Heſte ujw.). Wo
Echn!gottezdienſt eine anerkannte Einrichtung iſt
u. die Lehrer Auſſichtspflicht durch den Staat
haben, bejißen ſie auch das Necht zur K. über die
Teilnahme der Schüler, unbeſchadet des den Eltern
zuſtehenden Nechtes, für den Beſuch de3 Gottes»
dienſtes durch ihre Kinder ſelbſt die Verantwortung
zu tragen. In Preußen ſind darüber beſondere
Beſtimmungen erlaſſen (j. Zentralbl. der allg.
Unterrichtäverwaltung, beſonders 1892 [27, Jan.],
437, u. O. Heinemann, Handbuch über die Or-
gani). 1. Verwaltung d. öſſ. preuß. Unterrichts»
anſt. 11 [1909] 902). Die Entſcheidung darüber,
ob u. inwicweit die Schüler höherer Lehranſtalten
in Preußen von ſeiten der Schule zur Erfüllung ' porationen ärmern Studierenden den Unterhalt
Konſtanztiheorie --- KLonpikt.

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gottesdlenſlen anzuhalten ſind, ſteht den Provin»
zial»Schulkollegien zu (Erlaß v. 23. Jan. 1904,
Zentratbl. S, 302, der die frühern Erlaſſe von
1872, 1874, 1875, 1876 in dieſer Hinſicht auf-
hebt). Tritt an Stelle einer Unterrichtsſtunde ein
Schulgottesdienſt, z. B. am Geburtätage des Lan-
deöherrn od. an Allerſeelen od. an einem vater-
ländiſchen Gedenktage, ſo ſind zweifellos die Schü-
ler zum Beſuche des Schulgottesdienſtes ihrer
Konfeſſion od. der Schulandacht verpflichtet u.
ebenſo die Lehrer zur Ansübung der K. vollberech»
tigt, ja verpflichtet. Dagegen ſollte eine K. der
Schüler bezüglich der Teilnahme an dem Emp-
ſange der Salramente u. an Prozeſſionen nicht
ſtattſinden, wie ſie in Preußen unſtatthaſt iſt
(Erlaß v. 19. Jan, 1876); „ſonach iſt das
fernere Einſordern von Beichtzetteln“ nicht zu=
läſſig, weil dieſe Maßregel „zu Gewiſſen83wang
u, unlauterm Scheinweſen in nicht ſeltenen Fällen
verführt hat u. ſomit eine Schädigung wahrer
Neltigiofität mit ſich bringt“ (Zentralbl. 1876,
106). Soviel Gründe ſür Beichtzettel angeführt
werden mögen, ſie ſind nicht ſtichhaltig gegenüber
der traurigen Tatſache, daß gerade dieſe Einrich»
tung einen Zwang bedeutet, der aufrichtige Neli-
giojität nicht fördert, u. zu höchſt bedauerlichen,
den Geiſtlichen meiſt nicht bekannt werdenden
Täuſchungen u. bellagenöwerten Safkrilegien Ver-
anlaſjung gibt. Frühzeitiges liebevolle3 Gewöhnen
an religiöje Übung iſt gut, Polizei nicht gut, da
ſie zu leicht ein Pharijäertum heranzieht. Viele
tieſſromme, ſeeleneifrige Neligionslehrer verwerſen
daher die K. durch Beichtzettel, u. zwar mit vollem
Recht. [S. P. Widmann.]
Honvikt, K. (lat. convictus, von convi-
vers == zuſammenleben) bezeichnet im weitern
Sinne eine Verpflegung8- u. Erziehungsöanſtalt
für Knaben u. Jünglinge, die fern vom Eltern?
hauſe eine höhere Schule beſuchen, u. fällt hier in
allen weſentlichen Punkten mit dem Begriffe Alum»-
nat (j. d.) zuſammen. -- Im engern, hier allein zu
berücſichtigenden Sinne iſt das K. eine kirchliche,
unter der Auſjicht des Biſchoſs ſtehende u. von
Prieſtern geleitete Anſtalt zur Erziehung u. Heran-
bildung der Aſpiranten des geiſtlichen Standes.
1. Die Geſchichte der geiſtlichen Bildung3an=
ſtalten zeigt, daß die Kir ſreiern Entſaltung an es als eine ihrer wichtigſten
Aufgaben angeſehen hat, die künſtigen Diener des
Heiligtums von früheſter Jugend an in geeigneter
Weiſe auf ihren Beruf vorzubereiten. So ent
ſtanden u. blühten im Lauſe der Zeit die berühmten
Katecketenſchulen (ſj. d.), die Anſtalten in den bi-
ſchöſtichen Wohnungen, Kloſter», Dom-, Stiſt3»
u. Pfſarrſchulen (f. d.). Im Mittelalter kamen da=
zu od. traten an ihre Stelle die Univerſitäten mit
ihren zahlreichen Kollegien u. Burſen, die ſür die
Dizziplin unter den Scholaren ſorgten u. dur
Stiſtungen einzelner Männer od. kirchlicher Kor-

religiöjer Pflichten u. zur Teilnahme an Schul- | boten. An manchen Univerſitäten haben ſich dieſe

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