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(Japan, China, Indien, Türkei) in großen Zügen
dargeſtellt werden, Bei Benußung der gegenwärtig
zu Gebote ſtehenden Literatur läßt ſich dies ohne
zu eingehende Vorſtudien unſchwer erreichen. Und
wenn die Lehrerſeminare künftig der M. die ent=
ſprechende Nuſmerkſamkeit ſchenken, wird die Schule
der Zukunft mehr noch als bisöher eine ſtarke Stüße
de8 Weltapoſtolate38 werden.
Beſondere Beachtung verdient auch die von
Amerika nach Europa verpflanzte proteſtantiſche
Miſſjionsſtudienbewegung (vgl. Evang.
Miſſ. = Magazin 1914, 185/199), welche die
Jugend auch außerhalb der Schulzeit für die Miſ-
ſion durch fog. Miſſionökränzhen zu gewinnen
jucht. Dieſe beſtehen gewöhnlich aus 8--12 jungen
Leuten, die fich der Beſprechung eigens zu dieſem
Zwecke verfaßter Miſſion3bücher u. dem gemein-
jamen Gebete für die Miſſionen widmen. In
Sommerſchulen od. Winterkurſen erhielten in
Nordamerika weit über 12 000 freiwillige Leiter
der Kränzchen beſondere Schulung für dieſen
Zwe. Jährlich nehmen dort mehr als 150000
junge Leute an den Kränzchen teil, u. die Auf=
lage der Studienbücher hatte ſchon 1912 die erſte
Million überſchritten. Mit dieſer Organiſation
ſteht im Zuſammenhange die Miſſionsbewegung
ver Studenten=-Freiwilligen, dur die in den
angelſächſiſchen Ländern bereits über 7000 Miſ-
ſionare gewonnen wurden. Auf katholiſcher Seite
entſprechen dieſen großzügigen Beſtrebungen in
etwa die zum Teil noch in Bildung begriffenen
Miſſionsvereine der Akademiker, Gymnaſiaſten u.
Zünglinge. Katholiſche Miſſionsözirkel zum Zwecke
des Miſſionsſiudiums3 beſtehen bis jeßt nur unter
den Theologieſiudierenden, Der katholiſchen Leh-=
rerwelt harren auf dieſem Gebiete vielleicht noch
große Aufgaben.
HYiteratur, 1. Katholiſ Mijſionsökunde (1913); derſ,, Die Heidenmiſſion
(1911) ; I. Schieſer, Methodik d. geſ. Religions-
unterr. (1911) 111/118; F. Schwager, Die kat).
„Heidenmiſſion im Schulunterr. (21913); derſ., Die
kath. Heidenmiſſion d. Gegenw. (1907/09); K.
Streit, Führer dur d. deutſche Miſſionzlit. (1911);
derſ. , AtJas Hierarchiceus (1914); derf., Rath.
Miſſ.-Atlas (1906); J. Sc Miſſ. i. d. dtſch. Schußgebieten (1913) ; J. Kehrein,
Beſondere Unterrichtölehre (181912, hrög. von F.
Wienſtein) 52--54; J. Ziegler, Noſen u. Lilien.
Sammlung v. Beiſpielen a. d. kath. Miſf. (1901). --
2. Evangeliſche: G. Warnec>, Pflanzung u.
Pflege d. Miſſionsleb. in Gemeinde u. Schule
(1892) ; derſ., Die Miſſ. i. d. Schule ('41911);
der]., Abriß einer Geſch. d. prot. Miſſ. (191913);
H. Gundert, Die evang. Miſſ. (*1903); N. Grun-
demann, Neuer Miſſionsatlas (21903); K. L. Gäb»
ler, Die Mitarb. d. Schule a. d. Miſſ. (1910); K.
Heilmann, Miſſionskarte d. Erde f. d. Schulgebr.
(*1912) ; OD. König, Die Miſſ. im Katechismus-
unterr. (1913; Beiſpielſammlg) ; P. Oeſtergaard,
Neligionskarte d. Erde, Weltmiſſionskarte (1913);
Simon, Miſſionspädag. Blätter (ſeit 1913); O.
Schäfer u, A. Krebs, Hilfsb, f. d. evang. Neligion8-
unterr. an höh, Schulen 1 ('91913; 17 Beiſpiele) ;
Miſſion3ſ
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D. Vorwerk, Heidenmiſſ. u. Kindesſeele (1913).
Vgl. auch die Lit.»Angab. zum Art. Miſſionsſchulen.
[F. Schwager 8. V. D.]
Miſſionsſchulen, 1. Bedeutung. Unter
den verſchiedenen Arbeit8zweigen des Heiden=
apoſtolate8 kommt den M. eine einzigartige Be-
deutung zu. Sie ſind, zumal in den der modernen
Kultur juh erſchließenden Ländern, ein wirkſames
Werbemittel zur Anziehung der Jugend. Vor-
züglich bei den unkultivierten Völkern bilden die
M., beſonder8 wenn die Erwachſenen durch Viel-
weiberei, andre Laſter u. geiſtige Stupidität zu=
rücgehalten werden, das ſicherſte Mittel zur all-
mählichen Chriſtianiſierung ganzer Ortſchaften.
Ferner erleichtern die M. aud) bei den tiefſtehen-
den Völkern durch die allgemeine Förderung der
Geiſteöſunktionen eine verſtändni8volle Aufnahme
der religidjen Wahrheiten, ermöglichen eine an=
dauernde Beeinſluſſung der ſonſt der Erziehung
entbehrenden Jugend u. verleihen den jungen
Chriſten größere geiſtige Selbſiändigkeit gegenüber
den Verſuchungen des Heidentums u. andrer Re=
ligionen u. eine gehobene ſoziale Stellung gegen=
über den wild aufwachſenden Heiden, Beſonderes
Anſehen genießen die katholijhen M. dank ihrer
anerkannt großen erzieheriſchen u. wiſſenſchaft=
lichen Leiſtungen.
IT. Das Lehrperſonal der M. wird zum Teil
von denkatholiſchen Schulbrüder= u, Lehrſchweſtern-
Kongregationen ſowie von den Prieſterorden ge=
ſtellt, die ſich, wie namentlich die Geſellſchaft Jeſu,
die Pflege der höhern Schnlen u. der Wiſſenſchaft
zur beſondern Aufgabe gemacht haben. Bei allen
dieſen handelt es ſich alſo vielfach um fachmän-
niſch geſchultes Perſonal, das ganz im Lehr= u.
Erzieherberufe aufgeht. Jm übrigen wird das
europäiſche Perſonal der M. von den männlichen
u. weiblichen Miſſion8geſellſ denen viele ihren Mitgliedern eine mehr od.
weniger elementare unterrichtömethodiſche Vor-
bildung, wenigſtens für die Erteilung des Neli=
gionsunterricht3, mehrfach aber auch für Profan=
fächer mitgeben. Jndes erjheint angeſichts der
zunehmenden Bedeutung de38 Miſſionsſ eine noch gründlichere methodiſche Ausrüſtung der
in den M. tätigen Perſonen ſchr wünſchenswert.
Weitgehende Unterſtüßung erhält das europäiſche
Perſonal durch einheimiſche Lehrer u. Lehrerinnen,
deren Anusbildung gleichfalls große Unterſchiede auf=
weiſt. Das evangeliſche Miſſionöſ ve8gleichen über ein Lehrperſonal von fehr verſchie=
dener Vorbildung. Die Ausbildung der katholiſchen
Miſſionsprieſter beanſprucht 12--15, die der deut=
ſchen proteſtantiſ wenige Akademiker ſind, höchſtens 7 Jahre, während
manche Angelſachſen Mittel= od. Hochſchulen beſucht
haben. Dod iſt da3 Beſtreben der deutſchen evan=
geliſchen Miſſion8geſfellſchaften auf Vervollkomms-
nung der fa 11. Schulfategorien. Zahl u. Lehrziel der
M. ſind entſprechend den beſondern Lande8- u.

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