1841
P.“" eine Univerſität in Warſchau u. eine Reihe
praktiſcher Fachakademien in8 Leben gerufen wur=
den. Der Unterricht8miniſter Graf Stanislaus
Potocki entwickelte eine ſtaunen8werte Negſamkeit
u. überließ ſeinen Nachfolgern 1820 das Sc weſen P.8 im Zuſtande des Aufblühens. --- Nah
der Niederwerfung der Novemberrevolution von
1831 wurden dann die Univerſitäten in Wilna
ut. Warſchau aufgehoben, das Lyzeum in Krze=
mieniec nach Kiew verpflanzt u. dort in eine ruſ=
ſiſche Univerſität umgewandelt. Das ganze Schul-
wejen P.8, ſoweit dieſe3 Rußland einverleibt war,
wurde nach u. nach vollſtändig ruſſiſiziert. = Die
Univerſität in Krakau behielt ihren polniſchen Cha-
raſter. [M. v. Straszewöski.]
Polytechnikum ſ. Hochſchule (Abſchn, 111),
Pontan, Jakob, 8.3., j. Jeſuiten (Bd I],
Sp. 1010).
Populariſieren ſ. Elementariſieren u.
Populariſieren.
Portugal (Schulweſen). 1. Geſchicht-
liche Entwieklung. 1. Von 1139 bis 1290.
Die erſte Periode ſelbſtändigen nationalen Leben3
litt unter den fortwährenden Kriegen P.8 mit
Spanien u. den Mauren, Der Wiſſenſchaftsbetrieb,
mit Einſchluß der Medizin, lag ausſchließlich in
den Händen des Klerus. Der geſamte öffentliche
Unterricht wurde an den Kathedralen erteilt;
außer der obligatoriſchen Unterweiſung in Theo-
logie ſowie in Grammatik, Nhetorik u. Dialektik
wurden an ihnen damal8 Schulen für arme Kin-
der eingerichtet gemäß den Vorſchriften des 1V.
Laterankonzil8. Ein Mitglied des Kapitels fun-
gierte als Lehrer u. führte in der Folge den Titel
„Haupt der Schule“ (caput scholae --- cabis-
001). -- Ähnlich hatte jedes Kloſter eine od.
mehrere Schulen, Außer den berühmten Klöſtern
Lorvao, Pedroſo, S. Thyrſo, Pombeiro, Arouca
ujw. (ſeit dem 9. bzw. 10. Jahrh.) iſt vor allem
zu nennen das Auguſtinerkloſter Santa Cruz in
Coimbra (gegr. 1131), in welche3 da3 von D. Pa-
terno ebenda 1082 errichtete Seminar verlegt
wurde. D. Sancho 1. (1185/1212) ſtattete e3
mit Stipendien aus, u. ſeine Geſchichte verzeichnet
berühmte Namen, wie D. Mendo Dias, St Theo=
tonius u. St Antonius von Padua. Gleichen
Nuhm genoß das Ziſterzienſerkloſter von Alcobata,
das 1269 eine Schule für Grammatik, Logik u.
Theologie eröffnete u. die Errichtung einer Uni-
verjität tatkräſtig förderte, =- Nicht weniger ver=
vient machten ſich um das öffentliche Unterrichts8=
wejen die Dominikaner (ſeit 1218 in Alemquer)
u. die Franziskaner (zur ſelben Zeit in Coimbra)
durch Errichtung zahlreicher Schulen. -- In3 Jahr
1248 fällt die Gründung der „Handſchriſtenſchule“
durc D. Alfons I11. Der berühmteſte Pädagog
zu Anfang de3 13. Jahrh. war Peter Juliäo, ge
nannt Petrus Hiſpanus ; ſeine Summulas logi-
cales waren das allgemein gebrauchte Schulbuch.
2. Von 1290 bis 1495. D. Diniz (1279
bi3 1325), deſſen Negierung8zeit den Namen des
Polytechnikum -- Portugal (Schulweſen).

1342
„Goldenen Zeitalter8“ führt, war ein großer För»
derer der ſchönen Wiſſenſchaften. 1289 errichtete er
die Univerſität Liſſabon (nac) dem Muſter der
von Bologna) mit 6 Fakultäten; Theologie wurde
in den Dominikaner= u. Franziskanerklöſtern ge-
lehrt. Als Profeſſoren berief er berühmte Gelehrte
aus dein Auslande. Die 1307 nach Coimbra ver-
legte Univerſität ſtattete ex 2 Jahre ſpäter mit ſehr
bedeutenden Privilegien aus. Das war der ofſi-
zielle Anfang des höhern Unterrichts. D. Pedro I.
(1357/67) errichtete am Hofe eine Adelsſchule auf
Koſten der Krone. = Einen bemerken3werten Auf-
ſchwung nahm da3 Unterricht8weſen unter der
Dynaſtie von Aviz (1385/1495). Durch Ge-
lehrjamkeit u. Sammlung koſtbarer Bücher ragte
D. „Zoao 1. (1385/1433) hervor; D. Duarte
(1433/38) gründete die erſte ſyſtematiſch organi-
ſierte Bibliothek in P., die von D. Alfons I. tat-
fräſtig ausgebaut wurde. 1431 gab D. Joägo der
Univerſität die erſten Statuten ; ſeit 1400 beſaß
ſie auch eine theologiſche Fakultät, deren Dotierung
der Znfant D. Heinrich (7 1460) übernahm.
„Zhm verdankt man aud) den Lehrſtuhl für Mathe-
matik (1431) u. die Akademie von Sagres (die
erſte nautiſche Lehranſtalt Europa8), aus der die
berühmteſten portugieſiſchen Entde>er hervor=
gingen. Wegen der Wichtigkeit der Mathematik
für die Nautik ſtellte D. Joao Ill. eine Kommiſ-
ſion von Gelehrten zur Überwachung dieſes Unter-
richt3 auf,
3. Von 1495 bi3 1750. Das 16. Jahrh. iſt
die Blüteperiode der Geſchichte, Literatur u. Kunſt
P.3 (Gräo Va3co, Gil Vicente, Barro3, Camöe8,
Lui3 de Souza uſw.). 3) Der höhere Unter-
richt. D. Manuel 1. (1495/1521) reformierte
die Statuten der Univerſität Coimbra, errichtete
neue Lehrſtühle u. erhöhte die Profeſſorengehälter
(1496). 1518 wurde u. a. ein Lehrſtuhl für
Aſtronomie errichtet, deſſen berühmteſter Inhaber
Peter Nunes, der Entdeker des „Nonius“, war.
Der Siß derUniverſität Coimbra wechſelte mehrere=
mal: 1307 in Coimbra, 1338 in Liſſabon, 1354
wieder in Coimbra, 1877 abermals in Liſſabon.
D. Joao I11, (1521/57) überließ ihr ſeinen Palaſt
in Coimbra u. beſtimmte ihr dieſe Stadt 1537 als
endgültigen Siß.-- Die nachmals ſo berühmte Uni=
verfität Cvora wurde von dem Kardinal u. ſpätern
König D. Heinrich (1578/80) 1553 als Kollegium
errichtet u. 1558 als Univerſität päpſtlich beſtätigt.
Anöjchließlich von Jeſuiten geleitet, ging ſie mit
deren Vertreibung (1759) ein. -- b) Der Se-
kundärunterricht war teilweije mit dem
höhern Unterricht verbunden bis zur Errichtung
der „Allgemeinen Schulen“, aus denen ſich dann
die „Philoſophiſche Schule“ (Collegio das Artes)
in Coimbra entwickelte zum Zwecke der Vorberei=
tung auf die Univerſitätöſtudien. Daneben wurde
inoffiziell in allen Klöſtern unterrichtet; auch gab
es viele private Kollegien. Bedeutungs8voll für die
Ausbreitung des Unterricht3 wurden dann die
Jeſuiten. Sie erhielten von D. Joao I1]. die

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