Full text: Abendgymnasium bis Kinderfreude (1)

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tung viel weniger abhängt als vom klaren, ein- 
heit]. Geist, in dem Sie geleistet wird, läßt Sich 
ein Mangel in dieser Ausgestaltung leichter 
verschmerzen. Dies ist um So mehr der Fall, 
als die eV. in ihren Unterrichts- u. Erziehungs- 
erfolgen tatsächlich oft den Vergleich mit 
einem ausgebauten System aufzunehmen ver- 
mag. Wenn in ihr eine Ideale Lehrerpersön- 
lichkeit wirkt, hat Sie gegenüber der mehr- 
klasSigen zunächst nach der erzieherischen 
Seite große Vorzüge. Der Unterricht in der 
eV. leidet zwar unter der Kürze der zur Ver- 
fügung Stehenden Zeit. Alle Kinder sämtl. 
Jahrgänge müssen gleichzeitig unterrichtet 
werden. Auf den einzelnen Jahrgang kommen 
in jeder Stunde nur wenige Minuten. Trotz- 
dem Sind die Leistungen vielfach besser, als 
man glaubt. Die große Gefahr des didakt. 
Materialismus, des Verbalismus, der Zersplit- 
terung u. Verflachung ist in der eV. nicht vor- 
handen. Die Kinder werden früh an Sachl., 
Selbständiges (vor allen Dingen Schriftl.) Ar- 
beiten gewöhnt. «Mit einem Minimum an Wis- 
Sensstoff verbinden Sie--nach einem Ausspruch 
Kerschensteiners -- ein Maximum an Fertig- 
keiten.» Durch die Anwendung des arbeits- 
teiligen Unterrichts können auch in der eV. 
die Forderungen der modernen Arbeitsschul- 
bewegung erfüllt werden. 
Schrifttum: Die Landschule, hrsg. vom 
Deutschen Lehrerverein (1926); E. Heywang, Die 
einklassige Schule (1927); M. Spielhagen, Ge- 
Samtunterricht in der einklasSigen Landschule 
(21927); H. Kloos, Erfahrungen u. Vorschläge aus 
der Versuchsarbeit in der Einklassigen (1926). 
I. Schröteler. 
Einleitung u. Einführung in 
die Pädagogik. 
1. Begriff u. Wesen: Die Einleitung oder. 
Einführung in eine Wissenschaft soll nicht eine 
Übersicht über ihre Ergebnisse geben, Sondern 
eine Darstellung ihrer Aufgabe, ihrer Diszipl- ; 
nen u. Forschungsmethoden, um 50 die Ein- 2- + 5 VorDut Ine hrun 
in die Pädagogik ist Alpes Einleitung in die 
Sicht in die grundlegende Problematik der be- 
treffenden Wissenschaft zu vermitteln. Das Be- 
dürfnis nach einer Einleitung in diesem Sinne 
wird um S0 größer Sein, je verschiedenartiger die 
Disziplinen Sind, die zu einer Wissenschatft zu- 
Sammengefaßt Sind. Während daher die in ihrer 
Systematik leichter durchschaubare Medizin 
eine Einleitung kaum ausgebildet hat, mußte 
bes. die Zheologzie an einer Einführung vor allem 
deswegen interessiert Sein, weil in ihr SyStemat., 
histor., philolog., jurist. u. prakt. Disziplinen 
vereinigt Sind. Wird dieser Sprachgebrauch nun 
Schon dadurch verwickelter, daß man außer der 
Einführung in die Theologie im System Sselbst 
eine Solche in das Alte u. Neue Testament adb-: 
Einleitung u. Einführung in die Pädagogik. 
 
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auf die PrailoSsophie anwendet. Bei einer Eir- 
leitung in die Philosophie handelt es Sich 
nämlich um eigenartige Aufgaben, die einer 
Spezielleren Einführung fremd Sind, z. B. der 
in die Geschichtswissenschaft, die Sich in der 
Behandlung der Arbeitsmittel fast erschöptt. 
Gerade aber im Hinblick auf die viel gebrauch- 
ten Einleitungen in die Philosophie, die durch 
ihre große Zahl das Bedürfnis nach vorberei- 
tenden Werken Solcher Art erweisen, muß eine 
Einführung in die Pädagogik gefordert werden, 
u. diese päd. Einleitung dürfte ihrem Zweck am 
besten dienen, wenn Sie Sich an der Einführung 
in die Philosophie orientiert. 
11. Pädagogische Einleitung: Wäre die 
Erziehungswissenschaft, wie das von manchen 
behauptet wird, unabhängig von den Fragen 
der Welt- u. Lebensanschauung, So Könnte die 
Einführung in die Pädagogik Sich beschränken 
auf die Darstellung ihrer Aufgaben, Quellen u. 
Methoden, ähnlich den Einleitungen in enger 
begrenzte Fächer. Da aber die Pädagogik in 
jenerHinsichtnichts weniger als vorausSetzungs- 
los Sein kann, muß ihre Einleitung außer den 
genannten Gegenständen noch einen andern 
Problemkreis behandeln, nämlich die durch- 
gängige (in ihrer Tragweite heute noch kaum 
erkannte) Bedingtheit der päd. Forderungen u. 
Folgerungen durch bestimmte weltanschaul. 
Voraussetzungen. Diese Abhängigkeit muß um 
50 größer Sein, als die Zahl u. Tragweite der 
päd. Grund- u. Hilfswissenschaften (s. d.) die- 
jenigen mancher andern Wissenschaften weit 
überragen. So wird es zur Hauptaufgabe einer 
Einführung in die Pädagogik, die philosoph. 
Richtungen aller Art als in den päd. enthalten 
festzustellen. Die Lösung dieser Aufgabe kann 
: aber in zweifacher Weise erfolgen : 
 
1. Der betreffende Autor trifft beim Auf- 
Suchen dieser Abhängigkeit Entscheidungen, 
die in Sein eigenes päd. System einmünden, wie 
das etwa F. Paulsen auf philosoph. Gebiet tut. 
2. Ein bessSeres Vorbild für eine Einführung 
Philosophie: wir wollen in der Einleitung nicht 
einführen in ein bestimmtes päd. System, SOn- 
dern in päd. Denken überhaupt. 
III. Der Wert dieser noch erst zu Schafien- 
den Einführung in die Pädagogik ist 1. didak- 
tischer Art: Sie Stellt die beste päd. Propädeutik 
dar; 2. Sie dient einer reinl. Scheidung der päd. 
Probleme von andern ; 3. Philosophie u. Päda- 
gogik machen dabei gegenseitig in gewisSer 
Weise die Probe aufs Exempei. 
gesondert hat, S0 verschiebt Sich der Begriff 
einer Einleitung noch weiter, wenn man ihn, 
was Seit mehr als 100 Jahren gebräuchlich 1st, 
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F 
Schrifttum: E. Dürr, Einführung in die Päd. 
(1908); E. Stern, Einleitung m die Päd. (1922); G. 
Grunwald, Die Päd. des 20. Jahrh.s (1927) 266--282; 
L. Bopp, Weltanschauung u. Päd. (1921); M. Ett- 
linger, Die philosoph. Zusammenhänge in der P3G. 
der jüngsten Vergangenheit u. Gegenwart (192 5,5 
Th. Litt, Die Philosophie der Gegenwart u. ihr Ein- 
Außaufdas Bildungsideal /? 1927). G. Grunwald.
	        

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