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die von Engländerinnen erteilt wurden ; manche
Internate Schickten ihre Schülermnen in den Ferien
nach England, wo Sie planmäßig weitergebildet
wurden. Nach den preuß. Maibestimmungen des
Jahres 1894 wurde das E.e in den 3 oberen Klassen
der höheren Mädchenschulen mit je 3 Wochen-
Stunden gelehrt; die Ausführungsbestimmungen
über die Neuordnung des höheren Mädchenschul-
wesens in Preußen vom 12. XII. 1908 bestimm-
ten für E. an den Lyzeen 16, an den Oberreal-
Schulklassen der Studienanstalten 20, den real-
gymnasialen 18, den gymnasialen 6 Wochen-
Stunden. Durch die Neuordnung des preuß. höheren
Schulwesens von 1924 wurden die beiden neueren
Fremdsprachen gleichgestellt; es bleibt den ein-
zelnen Schulen überlassen, welche Fremdsprache
als erste u. welche als zweite gelehrt werden Soll.
Auf den Stundentafeln vom 31. X. 1924 wird das
Französ. bei der Verteilung der Sprachl. Stunden
in den Oberklassen etwas bevorzugt. Seit dem
Weltkrieg gewinnt die engl. Sprache außerorgent-
lich an Bedeutung ; die französ. tritt zurück.
2. Anhöheren Schulen: Innerhalb der
Lehrfächer nimmt der EDU. eine wichtige Stelle
ein, bes. an den Schulen, wo er zu den «charak-
teristiSchen Fächern» gehört: an den Lyzeen,
Oberlyzeen, realgymnasialen Studienanstalten.
Er wird in lebendige Beziehung gezetzt zur Erd-
kunde, zur Geschichte, zum Französ. u. bes. zum
Deutschen. Schon im Aru/angsunterricht wird
den Schülerinnen die Starke Ahnlichkeit des in
den Anfangsgründen leicht erlernbaren E.en
mit der Muttersprache deutiich gemacht. In den
höheren Klassen können Sie durch das Ver-
gleichen beider Sprachen u. Kulturen, durch
histor. u. psycholog. Erklärung der Sprach-
erscheinungen zu einer gründl. Kenntnis beider
Völker u. Länder geführt werden. Die Auswahl
dung zu erweitern durch Deutsch u. eine Fremd-
: Sprache, meistens E. Für diese Fremdsprache
der Zesestoie, die im Mittelpunkt des Sprach-
unterrichts Stehen, ertolgt nach kulturkundl. Er-
wägungen ; zugleich betont s1e den Anteil, den :
die Frauen am geistigen u. wirtschaftl. Leben
"Fachschule von 1--2jähriger Dauer) baut die
haben. Man wählt Solche Schriftwerke aus, in
denen das Seelonleben des Mädchens u. der Frau
geschildert wird, u. die man auswerten kann zur
Erörterung der verschiedenartigen Frauenpro-.
- ZöS. Oder E. mit mindestens 4 Stunden. Dazu
bieme unserer Zeit.
Für das Cnzerrichtsverfahren iSt die jetzt fast
allgemein verbreitete « Vermittelnde Methode»
maßgebend. Man beginnt mit Hör- u. Sprech-
übungen u. greift erst dann zum Buch, wann Ohr
u. Sprechwerkzeuge S0 weit geSchult Sind, daſ
das neu hinzukommende Lesen u. Schreiben
keine besondere Vermehrung der Schwierig-
keiten bedeutet. Durch eine verständige An-
wendung derlLautschrift erleichtert man das Er-
lernen der Aussprache (Vi&torsche Lauttafeln).
Spreckübungen müssen in jeder Stunde ge-
macht werden. (Über method. Einzelheiten s. o.)
Guter Sprachunterricht ist Stets « Arbeitsun-
bald jene Art des Arbeitsunternichts anzuwen-
den, um die mündl. u. Schrift]. Übungen mög-
Englischer Unterricht.

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lichst abwechslungsreich zu gestalten. Bei den
Schriftl. Aufgaben bevorzugt man. die Nacher-
zählung u. die treie Wiedergabe; wegen der
Schwierigen Schreibart des E.en Sind häufige
Diktate unerläßlich.
Während der EU. an den /Zözeren Schulen
wissenschaftl. Charakter trägt, um hinüberzu-
leiten zu der Ausbildung auf den Univerzsitäten,
dient er an der Mittelschulenur den Anfor-
derungen des tägl. Lebens. Man Sieht hier Gavon
ab, die Spracherscheinungen wisSenschaftlich zu
begründen, u. hat rein prakt. Ziele: Sicherheit
begrenzter grammat. Kenntnisse; Fähigkeit, die
gesprochene Sprache richtig aufzufasSen, SOwie
leichtere Schriftsteller Selbst zu lesen ; einige
Gewandtheit im mündl. u. Schriftl. Ausdruck ;
begrenzte Kenntnis des fremden Volkes, Seiner
Geschichte u. Seines Landes, Seiner geistigen
u. materiellen Kultur. Für die Mittelschule ist
nur eine Fremdsprache verbindlich; die Neu-
regelung vonI9g1oweistdemE.en Schon eine Vor-
zugsstellung zu gegenüber dem FranzöSischen.
3. An den Berufsschulen kann Unter-
richt in einer fremden Sprache erteilt werden
an Solche Schüler, die im Deutschen durchaus
Sicher Sind. E. ist zu bevorzugen, da es leichter
erlernbar u. für den Kaufmann am wichtigsten
iSt. Das Ziel ist die Übung im mündl. Gebrauch;
kaufmänn. Schriitstücke Scllen verstanden wer-
den; einfache Handelsbriefe Sind zu Schreiben.
Korrespondenzlehre ist zu erteilen auf Grund
von Briefmustern. Das Lehrbuch Soll den kaut-
männ. Wortschatz liefern 1. die wirtschaftl.Ver-
hältnisse des Auslandes beleuchten.
4. In der Handelsschule, die eincn
11/,--2jähr. Lehrgang hat, ist die Allgemeimbil-
Stehen 4--6 Wochenstunden zur Verfügung.
Die Höhere Handelsschule (Höhere
fremdsprachl. Vorkenntnisse aus zum fremd-
Sprachl. Schrittverkehr u. zum Verstehen der
fremdsprachl. wirtschaftl. Literatur. Es 1st Fran-
kommt meistens eine 2. Fremdsprache mit min-
destens 4 Stunden. Die Sprachstunden an den
Handelsrealschulen norddeutscher Art Sind et-
was anders verteilt als an den Handelsrezi-
Schulen SächsiScher Art.
Schrifttum: Ph. Aronstein, Methodik des neu-
Sprachl. Unterrichts (2 Bde., ?1926); Berichte über
die Verhandlungen der 17. Tagung des Allgemeinen
Deutschen Neuphilologen-Verbandes (= ADNYV..
in Halle vom 4.--6. X. 1920, hrsg. vom Vorstand
des ADNV. (1921); Handbuch der Englandkunde.
I u. 11(1928/29 = Handbücher der Auslandskunde
I u. 17; F. Glauning, Didaktik u. Methodik des
. . „4... 7 : EU.s * 1919, bearb. von M. Hartmann); W. Hüd-
terricht» gewesen ; es 1st wichtig, bald diese, '
kundl. Unterrichts (1925); A. Krüper, Die arbeits-
ner, Die engl. Lektüre im Rahmen eines Kkultur-
unterricht]. Ausgestaltung des neusprach]. Unter-

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