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einzelne Fächer an den Heeresfachschulen (5. d.)
usw. Die Pesolaung iSt im Reiche nicht einheitlich
geregelt. In den Z/azusaStädten, in Sachsen, Baden
u. einigen andern Ländern entspricht 5ie der der
Studienräte ; am Schlechtesten ist Sie in P722027.
Die Az/SSichten für den Nachwuchs Sind ungünstig:
einerseits herrscht ein großer Zudrang, anderseits
geht infolge der wirtschafti. Lage die Schaffung
neuer Schulen u. Stellen nur Sehr Jangsam vor Sich.
Reichsverband Deutscher H.slehrer mit Hoch-
Schulbildung, gegr. 1908; Organ: Deutsche H.Ss-
Schulwarte, Leipzig, Dr. M. Gehlen.
Schrifttum: O. Benecke u. R. Sauer, Die Prü-
fungen für Kaufleute an den Universitäten u. H.S-
hochschulen in Preußen (*1929); für die nicht-
preuß. Länder vgl. das «Jahrbuch des ReichSsver-
bandes Deutscher H.slehrer mit Hochschulbil-
dung» (1928/29); J. Oberbach, Der Diplom-H.s-
lehrer (1923, enthält auch die Prüfungsordnung
einschließl. Ersatzreifeprüfung); viele Artikel über
alle Stritigen Fragen in den Jahrgängen 1921 bis
1928 der Deutschen H.sSchulwarte; W. Schleef, Die
Anstellungsverhältnisse der Diplom-H.Sslehrer u.
ihr Einfluß auf das Studium (1926). 3. Oberdbac/.
Hänisch, Konrad.
Geb. am 14.111.1876 zu Greifswald, Studierte H.
Geschichte, Nationalökonomie, Statistik; .Sc277/7
leiter im Mannheim u. Dortmundg, I911 Leitung der
SOzZlaldemokrat. Parteifugblattzentrale in Berlin,
Lehreran derArbeiterbildungsanstalt; 1913/18 427Z-
glied des Preuß. Landtags, 1918/21 Preuß. Azu/7us-
mniSter (anfangs mit A. Hoffmann); starb am
28.1V.1925 als RegierungspräSstident im WieSbaden.
Er Schrieb: Die deutsche Sozialdemokratie in
u. nach dem Weltkrieg (1916); Kulturpolit. Auf-
gaben (Vortrag, 1919); Staat u. Hochschule (1920);
Neue Bahnen der Kulturpolitik (1921); G. Haupt-
mann u. das deutscheVolk(1922); F. Lassalle(1923).
H. hat als Minister die Artikel «Bildung u.
Schule» derRVerf. beeinflußt u.die Einberufung
Ger Reichsschulkonferenz (1920) mitveranlaßt.
Das preuß. Bildungswesen Suchte er nach den
Forderungen der entschiedenen Schulreformer
(in reformsozialistiScher Ausprägung) neu zu
gestalten. Kulturpolitisch will er die Arbeiter-
masSe in die Gesamtkultur eingliedern, «EsSen»
mit «Weimar» verbinden. Volkserziehung in
Volksschule u. Volkshochschule ist Somit die
wesentlichste Aufgabe des Kultusministers. Er
denkt an die Verbindung von neuzeitl. Gemein-
wirtschaft u. Führerpersönlichkeit. Staatsbür-.
gerl. u. volkswirtschattl. Denken, demokrat. u.
Soziales Empfinden Sind Seine Erzielzungsziele.
Auf dem Boden der Demokratie u. des Sozialis-
muSerhoftiter dasallmähl. «Ersteheneinerneuen
gSeistigen Aristokratie». IVYege der Erziehung
Sind ihm: Stärkere IndividualiSierung in der
Jugendpflege u. Schuleeinerseits, EinheitsSchule
anderseits miteinereinheitl. nationalen Bildung,
verankert im Mutterboden des Volkstums. Sie
iSt auch ein bedeutsames Mittel zur Sozialen
Verständigung u. Annäherung der Klassen. Er.
erkennt die sittl. Kräfte der Religion an, die er.
ganiSch eingeordnet durch den die heutige
in den Dienst der GeSamtheit Stellen will. Frei-
Hänisch -- Hausauftgaben.

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lich ist er für eine Entkirchlichung des Staates
u. daherauch fürdie Abschaffung der geistl. Orts-
Schulaufsicht u. für eine frühzeitige Religions-
mündigkeit der Schüler, um Lehrer u. Schüler
frei von jedem Gewissenszwang zu machen.
Besondere Fürsorge ertuhr der Volksschul-
lehrerstand: Die Reform der Lehrerbildung
wurde in Angriff genommen (Offnung der Hoch-
Schulen). Land- u. Stadtlehrer wurden gleich-
gestellt u. in die allgem. Besoldungsordnung
eingereiht ; Reform des Konferenzwesens (Ver-
Suche mit kollegialer Schulleitung), Kreis-, Be-
zirkslehrerräte, SOwie päd. Beirat beim Mini-
Sterium bezwecken die Demokratizierung der
Schulverwaltung. Für die höheren Schulen
brachten Seine Erlasse Selbstverwaltung der
Schüler in Schülergemeinden, für alle Schulen
Elternbeiräte. H. hat die 1919 im Revolutions-
tempo erlassenen Verordnungen Später Selbst
z. T. widerrufen bzw. gemildert. Seine Grund-
Sätze Sind in vielen Punkten richtunggebend
geblieben für die unter Seinen Nachfolgern
(O. Boelitz u. C. H. Becker, s. jeweils d.) durch-
geführte Schulreform. F. Schramm.
Hausauigaben.
'H. = Hausaufgabe.]
1. Geschichtliches: Die H.n Sind ein alther-
kömml. Teil der Schularbeit, aber trotzdem im Für
u. Wider umstritten. Erst der neueren Pädagogik
iSt es gelungen, Sie organisch dem Lern- u. Bil-
dungsvorgang einzugliedern. Lange Zeit wies man
„Ihnen wesentlich bloß gedächtnismäßige u. übende
Zwecke zu: Auswendiglernen von Katechismus- u.
Bibelstoffen, Gedichten , Stoffen aus GesSchichte
u. Erdkunde, Sprachregeln u. Rechtschreibstoffen,
Ausarbeitung von vorbereiteten Aufsätzen , Ein-
prägung von fremdsprachl. Vokabeln u. Sprach-
regeln, Anfertigung von Übersetzungen. Das in-
nere Verhältnis von Schularbeit u. H. bestand also
darin, daß das Ergebnis der ersteren durch die H.n
gesichert werden Sollte. Die H.n waren ein Anhäng-
Sel des Unterrichts. Die Frage, ob der Schüler
Freude an der Arbeit habe, ob Seine innere Reg-
Samkeit ihr entgegenkomme, stellte man nicht;
es war eben Seine Pflicht. die Arbeit zu leisten,
mochte Sie auch oft Schwer u. langweilig Sein. Da-
bei überschritt das i/aß der H.n oft den zuläsSigen
Umfang, bes. an den Löheren Schulenmitdem Fach-
lehrersystem. Und So verstummten im abgelautfe-
nen Jahrh. me die Klagen über die Überbürdung
der Schüler der höh. Schulen u. über die mit dieser
Überbürdung verbundenen geistigen u. Körperl.
Schäden. Eine Reihe von behördl. Erlassen Suchte
für die höh. Schulen die H.n zu beschränken.
Um die Jahrh.wende Setzte eine Bewegung
ein, die eine grundsätzl. Anderung in der Stel-
lung u. Bewertung derH. u. der gesamten Eigen-
beschättigung des Schülers herbeiführte. Man
wies beiden eine Selbständige Aufgabe inner-
halb der Bildungsarbeit zu; damit wurden die
H.nausderherkömml. Anhängselstellung erlöst.
Sie wurden dem gesamten Bildungsvorgang or-

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