Full text: Abendgymnasium bis Kinderfreude (1)

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Jahr, das an allen anerkannten landwirtschaftl. 
Schulen abgeleistet werden kann. 
VII. Maidenlehrgänge, JetztFrauenlehr- 
jahr genannt, 1jährig, eine Art landwirtschatftl. 
Frauenschulen, dienen der Ausbildung zur 
wirtschaftl. Tätigkeit als Landtrau u. als Vor- 
bereitung fürden BesSuch der wirtschaftl Frauen- 
Schule. -- Au/nalhmebedin gungen: MittlereReife. 
--- Berechtigung: Eintritt in gie wirtschattl. 
Frauenschule, Eintritt ohne Aufnahmeprüfung 
indiekindergärtnerinnen-u.Hortnerinnensemi- 
nare. S. die Art. Haushaltungsschulen, Haus- 
wirtschaftl. Bildung. L. Holtz. 
Naut u. Hauterkrankungen. 
H. = Haut.! 
1. Die Haut ist phySsiologiSch zunächst 
als Szznesorgan von Bedeutung. Sie enthält 
4 Ärten von verschieden lokabsierten Sinnes- 
punkten nebeneinander, wenn auch an den 
verschiedenen Stellen der Körperoberflächen 
verschieden verteilt: Tastpunkte, Warmpunkte, 
Kaltpunkte u. Schmerzpunkte.--Die Tempera- 
turempfindung wächst mit der Stärke der Tem- 
peraturänderung, der Schnelligkeit ihres Ein- 
tritts u. dem Umfang der betroffenen H.fläche. 
-- Der Schmerz wird langsamer, aber auch 
länger empfunden als Tast- u. Yemperaturreize. 
Sodann ist die H. an der Zemperaturregulie- 
rung des Körpers beteiligt. Etwa 80%/, von der 
gesamten abgegebenenWärme fallen aufdie H.- 
oberfläche, 15%/) auf die Schieim-H. der Luft- 
wege, der Rest auf die Exkrete usw. Die H. 
gibt die Wärme ab durch Strahlung u. Leitung 
an die umgebende Luſt Sowie durch das Ver- 
dunsten des WassSers auf der H., insbes. bei 
Schweißsekretion. Reguliert wird die Wärme- 
abgabe zunächst durch den Umtang der H.- 
durchblutung: Vermehrung der Blutzufuhr 
durch Erweiterung derH.gefäße u. Vermehrung 
der Herzschläge Steigert die Wärmeabgabe ; 
Verengerung' der Blutgefäße u. HerabSsetzung 
der Herzschläge vermindert zie. Darum 1st der 
erhitzte Mensch gerötet, der frierende blaß. 
Sodann iSt die Schweißsekretion von Wicht1g- 
keit; je mehr Schweiß gebildet wird u. zur Ver- 
dunstung zur Verfügung steht, um So größer 
iSt die Verdunstungskühle. Die Schweißsekre- 
tion kann auch durch psych. Einflüsse (Angst- 
Schweiß) u. durch Gifte bgeinflußt werden. 
Weit überschätzt wird dagegen für gewöhn- 
lich die Bedeutung der H. als Azmurgs0rgar. 
Der durch die H. aufgenommene Sauerstott ist : 
Haut u. Hauterkrankungen. 
 
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nungen (Leinölverband) u. Erfrierungen (all- 
mähl. Erwärmungen durch Reiben, evtl. mit 
Schnee) u. entzündl. Blasgen durch Druck 
(z. B. an den Füßen ; Sofort öffnen, Flüssigkeit 
herausdrücken u. mit Leukoplast bedecken) 
zu rechnen. Chem. Reize führen zu akuten u. 
chron. Ausschlägen (Ekzeme). Als chem. Reiz- 
mittel wären zu nennen Säuren 1. Alkalien, 
ferner Jodoform, Quecksilber, Karbol, Senföl, 
"Terpentin usw. Auchalkalireiche Seiten gehören 
hierher. Sodann ruten einige Pflanzen bei der 
Berührung Sehr starke Ekzeme hervor, insbes. 
der Gifts5umach (Rhus toxicodendron) u. die bei 
uns Sehr häufige japan. Primel (Primula ob- 
conica). Schließlich Sind auch noch die Kratz- 
ekzeme zu nennen, auf der H. bes. bei Krätze 
u. Läusen, an der Schleim-H. des Afters (u. der 
Scheide) bei den Sehr verbreiteten Würmern im 
Darm. Die Rolle der Bakterien ist nicht völlig 
geklärt. Ekzeme gehören in ärztl. Behandlung. 
2. Schädigungen durch Stoifwechsel- 
Störungen: Insbes. Sind hier die Ekzeme 
der Säuglinge u. Kleinkinder zu nennen, die 
teils auf eine bestimmte Anlage, teils auf über- 
mäßige u. falsche Ernährung zurückgehen. B21 
der Vorbeugung ist vor allem auf den regel- 
mäßigen Stuhlgang u. auf Einschränkung der 
Kuhmilch zu achten. k 
3. Schädigungen aufGrundeinerüÜber- 
empfindlichkeit des Organismus gegen 
bestimmte Substanzen, Seien es nun Arzneil- 
mittel wie 2. B. Aspirin u. Pyramidon, Seien es 
bestimmte Nahrungsmittel wie Erdbeeren, Fier, 
Hühnerfleisch, Spargel usw. Die H.reaktion be- 
Steht entweder in den Quaddeln der Nessei- 
SUCHht oder in Ausschlägen. 
4. Schädigungen aut Grund Speziel- 
lerInfektionen der H. mit Pizen oder 
Bakterien. Als Beispiele Seien hier nur die Bart- 
echte, der Grind, der Furunkel usw. genannt. 
5. Schließlich kann die H. auch noch im 
Rahmen einer allgem. Erkrankung 
ergriffen Sein: H.tuberkulose (Lupus), Syphilis, 
Milzbrand, Krebs usw. 
III. Die Hautpflege besteht vor allen Din- 
' gen in Reinlichkeit. In den Schulen 1ist daran 
zu denken, daß viele Kinder, imSbes. natürlich 
vom Lande, nicht einmal wisSsen, daß man Sich 
den Rücken waschen kann, u. daß die betret- 
fenden Handbewegungen erst geübt werden 
: müSsSen. Über die Bedeutung des Badens S. Art. 
Bad. Ein leichtes Eincremen der H. kann ihre 
minimal; auch die Ausscheidung der Kohlen- 
- werden. Eine Creme, die ätzende Substanzen 
: enthält, ist Selbstverständlich zu verwerfen, 
; auch wenn diese Substanzen gut riechen oder 
: eine gewünschte Farbe verleihen. Ein reizioser 
Säure beträgt nur 195 der GeSamtausscheidung, 
doch findet Sie Sich bei Starker Schwoißsekre- 
tion vermehrt. 
I. An Hautkrankheiten unterscheiden 
wir: I. Schädigungen durch äußere 
Einwirkungen phySik. oder chem. Na- 
"ursachen kann: bes. wichtig iSt das Pudern Ces 
tur. Zu den ersteren Sind vor allem Verbren- 
Geschmeidigkeit erhöhen, doch muß die Creme 
durch Sorgfältiges Waschen täglich entiernt 
Puder, wic Vaseno!, kommt dort in Frage, wo 
aine Starke Schweißabsonderung Ekzeme ver-
	        

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