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ein Ausschuß für Lehrerfortbildung geschaffen, der
aus dem Bezirksschulrat als Vorsitzendem u. 3 bis
4 Lehrern, die die BezirksSchulversammlung wähit,
besteht. Dieser Ausschuß Sorgt fürdie zweckmäßige
Errichtung von A. u. bestellt für jede auf ihren
Vorschlag widerruflich einen Leiter, der vom Ober-
Schulrat genehmigt wird. Die 2. Dienstprüfung
bleibt nach wie vor bestehen ; der Meldung Sind
die Abhandlungen u. andere Selbstandige Dar-
Stellungen, die aus der Teilnahme von A. Stammen,
beizulegen. Hervorragende Abhandlungen werden
im Prüfungszeugnis gewürdigt u. für die Gesamt-
note bewertet.
In Zaden werden die A. nur in der Bekannt-
machung vom 11. III. 1929 betr. Vorbereitungs-
dienst der Schulamtsbewerber, Amtsbl. S. 45/46
S IO, erwähnt.
In Sayern tragen die amtlich vorgeschriebenen
Fortbildungsverbände zwar nicht die Bezeichnung
«A.», Sie Sind aber in ihrem Sinne geführt. Das
Rahmenprogramm ist von der Regierung be-
Stimmt. Die Einzelaufgaben, bes. als Schriftl. ſahres-
arbeit, wählen Sich die Teilnehmer Selbst.
Für SacrSsen gelten die Leitsätze über A. der
Tunglehrer an den Volks-, Fortbildungs- (Berufs-)
u. Hilfsschulen, m: Verordnungsblatt des Sächs.
Min. für Volksbildung Nr. 13 vom 18. VI. 1927.
V. Arbeitsgebiete: Sie Sind verschieden
bei den einzelnen Lehrergattungen. Bei den
Lehrern an höheren Schulen u. bei gen Facſ-
lehrern kommt meist die durch die neuen
Lehrpläne bedingte Weiterbildung in den Spe-
zialfächern in Frage, z. B. beim Philologen
deutsche, engliSche oder französ. Kulturkunde,
heimatl. Volkskunde. In den A. der Vo/k&s-
Schullehrer finden wir die größte Mannigfaltig-
keit vor. Sämtliche Arbeitsgebiete Sind in An-
griff genommen worden. In Württemberg Sollen
Standesfragen nicht erörtert werden. Im AMt-
telpunkt der A. Stand meist das Werden der
ArbeitsSchule mit heimatl. Ausprägung, Seelen-
kundl. Begründung, philosophisch-geschichtl.
Vertiefung. Mit der Arbeitsschule haben Sich
alle A. beschäftigt. An andern Arbeitsgebieten
wurden in Freuen laut Bericht vom Jahre
1924 gemeldet: Heimatkunde (90/5), Mund-
art (24/6), heimatl. Naturkunde (10/5), Staats-
bürgerkunde (20%), Seelenkunde (100%), Ver-
SuchsSeelenkunde (20/4), Kinderseelenkunde
(vereinzelt), neuere u. neueste Geschichte der
Pädagogik u. Philosophie; von den Fachwis-
Senschaften bes. Naturkunde, Leibesübungen
(259%), Kunst (33%). Alle Arbeitsgebiete kom-
men in Unterrichtsproben u. Methodik zum AUS-
druck. Von A. wurden Heimatkarten, Führer,
Geschichtsbücher, Lehrerhefte, Sammlungen
von Volksnamen, Schnurren, alten Spielen,
Schulnamen herausgegeben. Sayerr bestimmt
jährlich ein theoret. u. ein fachmethod. Arbeits-
gebiet, z.B. für 1925: den ersten Schreib-u. Lese-
unterricht u. dieeth.Frage«Führung u.Freiheit».
VI. Schüler - ArbeitsgemeinsSchaften :
Der richtig aufgefaßte Sinn der Arbeitsschule
Arbeitsgemeinschatten, pädagogiSche.

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SOwohl an den Volksschulen als auch an
den höheren Schulen. Der gegenüber den
päd. Reformen mehr konservativ eingestellte,
akademisch ausgebildete Lehrer der /Zöſerenr
Schulen fand nur langsam die Umstellung von
der Lernschulklasse zu einer freaitätigen Arbeits-
gemeinschaft. Es mag dies auch in dem dort
eingeführten Fachlehrersystem begründet Sein,
denn zu einer Solch grundlegenden Umstellung
iSt ein harmonisches Zusammenarbeiten Sämt-
licher beteiligter Lehrkräfte erforderlich. Im-
merhin haben Sich für gewisse Fächer treiw1]-
lige Schüler-A. gebildet, in denen Sich gleich-
interesSierte Schüler in freien Zirkeln oder in
freiwilligen Übungen um einen Lehrer Sammeln
(Literaturzirkel, französ., engl., griech. Lese-
zirkel, naturwissenschaft]., liturg., bibl., biolog.
Übungen, botan., geolog., kunstgeschichtl. Ex-
kursionen). Die neuen Lehrpläne nehmen auf
diese freie u. freiwillige Art der Unterrichts-
gestaltung, bes. auf die /rezen 4. der Oberstufe,
weitgehend Rücksicht.
Die erfolgreichsten Versuche aui dem Ge-
biete der Schüler-A. finden wir in der Vo/Rs-
Schule. Der Arbeitsschulgedanke brachte es
mit Sich, daß die Klassenlehrer der Volksschule
ihre Schüler in Arbeitsgruppen aufteilten. Die
alte Stumme Schulordnung, der entwickeind-
fragende oder darsteilende Unterricht mit all
den kleinen methodisSchen Feinheiten, Zusam-
menfassungen u. Stoffestlegungen, die WisSsens-
übermittlung durch Wortunterricht, mit einem
Worte: die alte Lernschule verschwand, u. an
inre Stelle trat das freie Wechselgespräch der
Schüler miteinander u. mit dem Lehrer ; SelD-
Ständig u. in Arbeitsgruppen Sollten die Schüler
die Gesamtgebiete des Erfahrungslebens u. die
in Büchern dargestellten Kulturgebiete geistg
erobern. 4/2. Spielhagen zeigt in Seinem Buch
«Von der Lernschulklasse zur freitätgen A.»
(1928) an Arbeitsversuchen mit Anfängern, am
einfachen Gegenstand, am lebenden Objekt,
am Anschauungsbild, am Sprichwort die ersten
Schritte zur Schüler-A. Weitere dankbare Betä-
tigungsgebiete auf der Mittel- u. Oberstute bil-
den die Arbeit an der Karte, die Bearbeitung
eines Quellenstücks, die Zeitungsabschnitte
im Unterricht, die Bildbetrachtung. Von den
Schriftl. Arbeiten Sind zu nennen: derlTagesbe-
richt, die tägl. Niederschriften, die Kasperle-
Spiele, der freie Aufsatz, die Ausfilugergebnisse.
Zum Schlusse noch ein Wort über die er-
zieherische Bedeutung der Schüler-A.,
die überall wenigstens dort unverkennbar 1St,
wo manihre 7mmarnenten Grenzen wohl beachtet.
Willensstarke, das Gute wollende Menschen
werden durch Gemeinschaftsarbeit erzogen ;
dieSchüler haben das Bewußtsein, durch eigene
Arbeit dem Mitschüler geholfen zu haben. Da-
durch wird gegen SelbstSucht u. Eigennutz ge-
führt von Selbst zur Bildung von Schüler-A.,
kämptt. Die Schüler müssen Sich als dienendes
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