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Meridian Kurzsichtigkeit. Er iSt fast immer an-
geboren u. oft mit Übersichtigkeit oder Kurz-
Sichtigkeit verbunden. Astigmatismus Setzt die
SehSchärfe herab u. verursacht, Selbst in ge-
ringen Graden, mangelhafte Ausdauer beim
Arbeiten u. häufig Kopfschmerzen. Durch pas-
SendeGläger wird die Sehschärfeoft bis zurRegel
gesteigert, u. die Beschwerden werden behoben.
Nicht Selten Sind die Fälle, in denen die Brech-
kraft beider A.n verschieden ist: KurzSichtig-
keitoder Übersichtigkeit verschiedenen Grades,
Kurzsichtigkeit eines, Übersichtigkeit des an-
dern A.s. Dieser Zustand wird als A4A7z2s07merrope
bezeichnet.
Nureine Sorgfältige Untersuchung klärt diese
Zustände u. gibt die Mittel zur Behebung der
daraus erwachSsenden BeSchwerden in die Hand.
Brechungsfehler aller angegebenen Arten ver-
urSachen nicht Selten, wie Schon angedeutet,
mehr oder minder ausgeprägte Beschwerden
bes. bei andauerndem Sehen (Asz/enopie). Die
Mittel zur Abhilfe Sind meist optischer Art u.
dem Einzelfall anzupassen.
In der Regel Sind die beiden A.n durch ihre
Verbindungen mit der Umgebung So gelagert,
daß beim Blick in die Ferne ihre Gesichtslinien
(annähernd die DurchmessSer vorn-hinten) par-
allel gerichtet Sind ; dabei fallen die Bilder des
fernen Gegenstandes der Aufmerksamkeit auf
die Netzhautmitte. Von dieser <«Primärstellung»
aus werden Sie durch je 6 MuSkeln in die durch
den Gegenstand der Aufmerksamkeit geforderte
Richtung eingestellt, 50 wie der letztere Seine
Lage im Raume ändert. Die Stets gleichmäßige
Einstellung beider A.n derart, daß der Gegen-
Stand der Aufmerksamkeit auf den Netzhaut-
mitten, die daneben liegenden Sehdinge auf
gleichweitdarvon entfernten (identischen)Stellen
beider Netzhäute abgebildet werden, ist Vor-
bedingung für die Fähigkeit der K&aumwalr-
nelunung, Gas räuml. (Stereoskopische) Sehen. Die
Raumwahrnehmung mit ezuem A. allein 1St z/7-
vollkommen , Kann aber durch Ubung u. Ge-
wöhnung zu verhältnismäßig hoher Vollkom-
mennheit gesteigert werden.
Das normale menschl. A. hat die Fähigkeit,
alle Strahlen, in welche das Sonnen-oder künstl.
Licht durch ein Prisma zerlegt werden kann,
als Lichtreize verSchiedener Art zu empfinden,
Farben genannt. Durch Erkrankungen, welche
ihren Sitz in der Netzhaut oder im Sehnerv
haben, können die von Strahlen bestimmter
Wollenlänge ausgelösten Empfindungen «rot,
grün, blau» verändert werden, gänzlich oder
als farbige ausfallen. Angeborene Störungen
des Farbensimns Sind häufig; an Roigräünblimd-
heit (bei der alle Strahlen des Spektrums nur
als zwei farbige Empfindungen gelb zu. 6lau
wahrgenommen werden) leiden 4%/; aller Män-
ner, 0,4% aller Frauen. Gel/bdlaublindjeit iSt
außerordentlich Selten, häufiger die Zotale Far-
/
Auge u. Augenkrankheiten.

I50
benblandkeit, die durch das Fehlen jeglicher far-
bigen Wahrnehmung charakterisiert ist, bei
der also die Strahlen des Spektrums nur als
Helligkeiten verschiedenen Grades empfunden
werden. Den verschledenen Formen der an-
geborenen Farbenblindheit liegen wohl Sicher
Anomalien im Bau der Netzhaut zu Grunde.
Diese Sind in bestimmter Form vererblich.
Unter Schzelen im allgemeinen Sinne des
Wortes versteht man den Zustand der A.n, bei
welchem Sich die Gesichtslinien (welche nur
annähernd mit dem Durchmesser vorn-hinten
zusammenfallen) nicht in dem gewollten Ding-
punkt Schneiden. Die gewöhnl. Form des Schie-
lens iSt das Begleitschielen, SO genannt, weil
das Schielende A. die Bewegungen des andern
(«fxierenden»), wenn auch in regelwidriger
Stellung, begleitet. Nach der Richtung, in wel-
cher die Gesichtslinie des Schielenden A.S von
derregelrechten abweicht, nasen- oder Schläten-
wärts, unterscheidet man das Einwärts- u. AuS-
wärtsschielen. Selten Sind Abweichungen nach
oben oder unten allein. Das Schielen im Kindes-
alter iSt fast immer ein Einwärtsschielen. Dieser
Form liegt 50 gut wie immer ein angeborener
(erbl.) Fehler im Bau eines der A.n oder des
A.nbewegungsapparates oder beides zu Grunde.
Es iSt allerdings ott Sehr Schwer, ausfindig zu
machen, wo im Linzelfali der Fehler Steckt.
Jede Schielbehandlung hat mit dieser Aufgabe
zu beginnen. Meist läuft die Behandlung fürs
erste darauf hinaus, vorhandene Brechungs-
fehler, insbes. Übersichtigkeit, durch Brillen
auszugleichen, weiterhin durch StereoSkopiSche
Übungen mit geeigneten Bildern das Zusammen-
Sehen beider A.n (die «Fusion») anzuregen.
Operation kommt erst in Betracht, wenn die
friedl. Mittel erfolglos erschöptt Sind. Nur er-
fahrene Fachärzte Sind imstande, Schielbehand-
lung mit Erfolg in die Hang zu nehmen.
IV. Augenkrankheiten: Von den Er-
krankungen kommen an dieser Stelle nur Solche
zur Sprache, welche vorwiegend im Kindesalter
auftreten. Das Sind vor allem die Erkrankungen
des äußern A.S, der Binde- u. der Hornhaut.
Erkrankungen der Bindehaut Sind oft in aus-
gesprochenem Maße Zböbertragbar ().
Sie befailen oft ganze Schulklassen u. werden
von hier aus in die Bevölkerung weitergetragen.
Darum ist es wichtig, daß Kinder, welche ge-
rötete, lichtscheue A.n haben u. auf Befragen
angeben, daß ihre A.n des Morgens verklebt
Sind, frühzeitig dem Schul- oder Facharzt vorge-
führt u. gegebenenfalls bis zur Heilung von der
Schule ferngehaiten werden. Durch Unterlassung
dieser Maßnahme können weite Bevölkerungs-
kreise Schwer geschädigt werden. Bindehautent-
zündungen der gewöhnlich vorkommenden Arten
Sind aber meist durch ärztl. Behandlung mehr oder
minder Schnell heilbar. Liegt jedoch den oben be-
Schriebenen ErSchemungen eine konstitutionelle
Erkrankung, insbes. die S&70/zwlose zu Grunde,
SO richtet Sich die Behandlung vor allem gegen

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