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Mosgterts, Carl.
Bedeutender kath. Jugendführer u. Pädagoge,
geb. am 28. X. 1874 in Goch (Niederrhein), gest.
am 25. VI11.1926. Nach Vollendung Seiner theolog.
Studien in Freiburg 1. Br., Innsbruck u. Bonn am
25. VII11. 1900 zum Priester geweiht, in St. Max zu
Düsseldorf Kaplan u. Jugendpräsges bis 1908, erster
Generalsekretär des Kath. Jungmännerverbandes
Deutschlands zu Düssgeldorf, Seit 1913 Gereral
Aräses, 1920 Päbszl. Geheimkämmerer.
Als Persönlichkeit war M. eine der markan-
testen Gestalten im kath. Deutschland, organi-
Satorisch, kulturell, politisch dessen Entwick-
lung mitgestaltend, ein tiefinnerl. Priester, ein
moderner, Seiner gottgegebenen Aufgabe Sich
völlig opfernder Apostel, ein harmonischer, die
Herzen gewinnender MensSch, ein führender, an
den Problemen u. den Strömungen der Zeit leb-
haftteilnehmender u. einflußreich mitgestalten-
der Geist. Erst gegen Ende Seines Lebens u.
mehr noch nach Seinem Tode wird die in deut-
Scher Jünglingspädagogik führende Bedeutung
u. der im deutschen Kulturleben beachtens-
werte Einfluß geiner Person u. Seines Werkes
recht gesehen u. bewertet. -- Sein Lebenswerk
war: Der Aufbau des Fungmännerverbandes als
eines großen Verbandes der Manneszugend in
Deutschland, der in jeder Pfarrei womöglich
Fuß fassen Sollte, um das Jungvolk der Kirche,
aus allen Berufen u. Schichten, von der Schul-
entlassung bis zum Mannegalter in einem ein-
heitl. Gefüge zu fassen u. zu führen; die Gyäür-
dung des Reichsverbandes für LeibeSsübungen in
kath. Vereinen «Deutsche Jugendkraft» 1920,
der zum ersten Mal im kath. Deutschland die
Idee der Körperkultur u. Leibesübung aufgriff
Uu. ein ganz neues, bahnbrechendes Programm
einer geistbestimmten Körperkultur schuf; die
Gründung u. geistige Grundlegung des Keic/ſts-
ausschusses der deutschen Fugendverbände ; die
Gründung der « Kath. Fugend Deutschlands».--
Der Jugendbewegung war M. in der Zeit ihres
Werdens u. Kampfes ein Freund, Berater u. Ver-
teidiger, in den kath. Studentenverbänden ein
maßgebender Mitarbeiter, auch in der polit.
Jugend, dem Jung-Zentrum, von Starkem Ein-
fluß, bei der Gründung der Internationalen kath.
Jugend, Iuventus catholica, in Rom entschei-
dend mitwirkend. -- Sein literar. Nachlaß
iSt gering. Außer dem Werk «Jünglingsseel-
Sorge» (1920, *711923, in Verb. m. O. Barth u. 2.
hrsg.) nur Aufsätze in Zeitschriften. Das Seit
1896 bestehende X&orrespondenzblatt für Ratti.
Fugendbräsides, die Seit 1904 bestehende Wackt
(Ztschr. kath. Jungmänner) baute er weiter aus;
neu begründete er: Führerzeitsckhriften: Fugend-
führung, Ztschr. für Jünglingspädagogik u. Ju-
gendpflege; Zugendverein, Ratgeber u. Korre-
Spondenzblatt für die Vorstände u. Mitarbeiter;
Deutsche Fugendkraft, Nauptorgan des Reichs-
verbandes der Deutschen Jugendkraft; Fugend-
. Mosterts-- Motz1v.

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zeitschreften : Fungwackt, Ztschr. kath. Jugend;
Am Scheidewege, Blätter zur Schulentlassung ;
Stimmen der Fugend, Blätter der kath. Jung-
männerbewegung. Seine Kraft war das leben-
dig Schöpferische u. führende Wort. -- Seine
päd. Bedeutung liegt vor allem darin, daß er für
alle kath. Jugendarbeit wissenschaftlich grund-
gelegter Systematik u. Pädagogik die Wege
bahnte, wobei er die Erziehung zum kath.
Menschen als besonderes Ziel Setzte. Es gelang
ihm, an Stelle des Begriffs der Jugendpflege
Idee, Wort u. Art der Yugendführung zur Gel-
tung zu bringen. ZL. Wolker.
Motiv.
1. Wortbedeutung: M. (causa motiva) ist
allgemein betrachtet alles, was zur Erregung
einer Bewegung beiträgt (Beweggrund). Im
Unterschied vom Wirkgrund (causa efficiens)
Setzt das M. nicht die Wirkung, Sondern es
leitet nur ihre Verwirklichung ein. Anlaß zur
Bildung dieses Begriffes gab das Nachdenken
über den Ablauf der Lebens- u. Erlebnisvor-
gänge, näherhin über die Willensbetätigung.
Zum Verständnis dieser pSycho-phys. u. psych.
Auswirkungen reicht nämlich die Heranzie-
hung reiner Wirkursächlichkeit nicht aus. Sie
Sind ausnahmslos von einer aus der Lebens-
ganzheit entspringenden Zielstrebigkeit be-
herrscht. Die Faktoren nun, die dieser Ziel-
Strebigkeit S0zusagen die Richtung zu weisen
Suchen u. dadurch zur Auswirkung anregen,
nennt man «Motive». I. e, S. Spricht man aller-
dings von M. nur bei bewußter Betätigung u.
auch hier -- im engsten Sinne-- eigentlich nur
bei derselbständig(auf Grund geistiger Einsicht)
getroffenen Entscheidung (Willensakt).
11. PSycholog. Erklärung: Wenn wir unter
im Folgenden nur diesen engsten Sinn
meinen, S0 müssen wir doch zum Verständnis
der Wirkungsweise dieser M.e auf die Dynamik
(Kräftespiel) des Seelischen Lebens im allge-
meinen zurückgreifen : Der Mensch als Lebe-
wesen ist zunächst triebhaft bestimmt. Sein
Kräfteschatz drängt von innen her (spontan)
nach den mannigfachsten Richtungen zur AUus-
wirkung, zusammengehalten nur durch die Lin-
heitlichkeit des Lebensganzen. Diesem SPpON-
tanen Drängen kommt nun die Umweltreizung,
ebenfalls mannigfacher Art, entgegen. Die Ein-
zelbetätigung ist Ergebnis dieser miteinander
konkurrierenden Faktoren: Motiviert, d.h.nicht
nur ausgelöst, Sondern in die konkrete Rich-
tung geleitet wird zie durch eine Art «Parallelo-
gramm der Kräfte», durch die Gesamtheit
der an ihrer Auswirkung beteiligten Kräfte
u. Antriebe, deren jeweiliges Mit- u. Gegen-
einanderstreben eben jene Betätigung in ihrer
Eigenart zur Folge hat. (Der angezogene Ver-
gleich dart allerdings nicht gepreßt werden. Der
Ausgang des jeweiligen «Kräftespiels» 1st letzt-

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