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Volksschullehrerbildung eingeschlossen wissen.
Die Meinung der techn. Lehrerinnen (Nadel-
arbeits-, Turn- u. Hauswirtschaftslehrerinnen)
ist gespalten. Die Philologinnen haben Sich für
einen Ausbildungsweg ausgesprochen, der nach
Obersekundareife über eine 3jähr. Frauenober-
Schule (s. d.) geht u. in einer 2jähr. Akademie
die päd. u. fachmethod. Ausbildung der Fächer
Nadelarbeit, Hauswirtschaft u. Turnen ver-
mittelt. Das preuß. Min. für W., K. u.V. rich-
tete Ostern 1930 in Halle einen Versuch dieser
Art ein, die 2jähr. Staatl. akadem. Lehrgänge
zur Ausbildung von Lehrerinnen für Volks-,
Mittel- u. höh. Schulen in Nadelarbeit, Haus-
wirtschaft, Turnen u. Werk.
Während die Frauenoberschule die Fächer
Nadelarbeit u. Hauswirtschaft in den Dienst der
Allgemeinbildung Sstelit, betont die ebenfalls
3jähr. höh. Fachschule für Frauen stärker die
fach]. Gebiete. Zu der berufl. Ausbildung der
Berufsschullehrerin gehört ein Praktikum u.
der BeSuch eines berufspäd. Instituts (s. d.).
Die stärkere fach]. Einstellung der Berufsschul-
lehrerinnen 1st bes. notwendig für den Fach-
unterricht, der Sich als Ergänzung der gewerbl.
Lehrzeit mit Besonderheiten des Fachgewerbes
beschäftigt, denen die Meisterin nicht gerecht
werden kann (s. Art. Gewerbl. Berufsschulen 1V).
Einrichtung von Nadelarbeitssälen ist eine
Forderung des Tages u. erklärt Sich aus Inhalt
u. Art des Unterrichts. Ausstellungen von Schü-
lerinnenarbeiten Sind geeignet, die Eltern für
den Unterricht zu gewinnen u. bei Schülerinnen
u. Lehrerinnen die Werkfreude zu beleben. --
Zur Fortbildung der Lehrenden Sind Arbeitsge-
meinschaften bes. zu empfehlen. Auch an guter
Literatur über method., techn., künstlerische,
Stoff kundl. Gebiete mangelt es z. Z. nicht.
Schrifttum: E. Altmann, M. Grupe u. A. Mun-
dorfft, Methodik des N.s (*1929, unterrichtet über
geschichtl., künstler. u. method. Fragen des N.s
mit Angaben über Literatur u. amtl. Verfügungen);
Methodik des N.s. 1. Erg.-Heft, hrsg. von A. Mun-
dorff(1928) M. Grupe, Die neue Nadelarbeit (*1928)
J. H.Walther, Kunsthandarbeiten (? 1928); A. Mun-
dorfft, Die neue Nadelarbeit in der Volksschule
7 H.e, I-IV *1930/31, V *1928, VI *1931, VII
* 1928, ausführl., fachlich-method., reich bebilderte
Darstellung eines Lehrstoffaufbaus); A. v. Bolzano,
Naqelarbeit in der Arbeitsschule (1928); A. Ott,
Material- u. Warenkunde über textile Rohstofie u.
deren Verarbeitung (*1930); E. Rüst, Warenkunde
(1926) W. Spitschka, Textilatlas (1928); H. Dycker-
hoft, Prakt. Farbenlehre (21929); G. Behrendsen,
MasSchinennähen (*1928); Th. Düsing, Hand- u.
Maschinennähen (1921); M. u. W. Kircher, Vom
Handweben auf einfachen Apparaten (*?1930); H.
Pralle, Flechtarbeiten (* 1927). A. Mundor/f.
Nahrungsmittel- u. Ernährungslehre.
N. u. E. als Unterrichtsfach geht mit der Ent-
wicklung des hauswirtschaftl. Unterrichts (s. d.)
Hand in Hand. Die Erfahrungen des Krieges,
Nahrungsmittel- u. Ernährungslehre -- Nase u. Nasgenkrankheiten.

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die Fortschritte in der Naturwissenschaft, ins-
bes. der Biologie, nicht zuletzt die volkswirt-
Schaft]. Bedeutung des Haushalts u. die Ver-
antwortlichkeit der Hausfrau dem Volksver-
mögen gegenüber haben der N. 1. E., die nicht
voneinander zu trennen Sind, in den Schulen
die heutige bedeutsame Stellung verschafft. Ihr
Ziel ist gründl. Kenntnis unserer Nahrungs-
mittel, ihrer Nähr- u. Ergänzungsstoffe u. das
richtige Verständnis für die Vorgänge bei
der Verarbeitung dieser Stoffe im menschl.
Körper auf der Grundlage der Naturwissen-
Schaft. Chemische u. physikal. Veränderung der
Nahrungsmittel während des Kochprozesses
u. Verdauungsvorganges lassen auf die zweck-
mäßigste Zubereitungsweise Schließen, die den
Schülerinnen durch Versuche u. deren Be-
obachtung klar gemacht werden. Es wird nicht
mehr, wie bisher üblich, der Wert auf den Ge-
halt an Kalorien u. Nährgeldwert gelegt, son-
dern hauptsächlich auf den Gehalt an Mineral-
Stoffen, Basen bzw. Säureüberschuß, Vitamine,
Sowie auf die Möglichkeit der Verwendung als
rohes Nahrungsmittel. Der Unterricht in N.
u. E. iSt nicht nur eine Unterrichts- u. Erzie-
hungsfrage für den einzelnen, Sondern Sie Iist
eine staatsbürgerl. Frage, die das Ziel hat, in
den Schülerinnen das Verständnis anzubahnen
für die Zusammenhänge u. Bedeutung einer
richtigen Volksernährung zum Wohle der Staa-
ten u. Völker. -- Die Sichtung des Stoffes muß
dem Gesichtskreis der Schülerinnen in den ver-
Schiedenen Schulgattungen angepaßt werden.
Solche Sind: die Volksschule im hauswirt-
Schaftl. Unterricht, Haushaltungs-, Frauen-,
Frauenoberschulen, höh. Fachschulen, Haus-
frauenklassen an Mittelschulen, Hauswirt-
SChaftsschulen (s. d.), Seminare für Haushalt-
pflegerinnen, Ausbildungskurse für Haushalt-
lehrlinge u. Meisterinnen der Hauswirtschaft
Sowie die kaufmänn., gewerbl. u. hauswirt-
Schaft]. Berufsschule.
Schrifttum: Die Volksernährung (Seit 1925);
W. Ziegelmayer, Leben u. Ernährung (1928); Nah-
rung u. Ernährung, hrsg. von M. Winckel (1927);
Lexikon der Ernährungskunde, hrsg. von E. Mayer-
hofer u. C. Pirquet (5 Lfgn., 1923/26, empfehlens-
wertestes Nachschlagewerk); ]. König, Chemie der
menschl. Nahrungs- u. Genußmittel I1 (*1920, für
Seminare geeignet); R. Berg u. M. Vogel, Die
Grundlagen einer richtigen Ernährung (1925, für
jede Schulgattung). L. Holtz.
Nase u. Nasenkrankheiten.
[N. = Nase.]
1. Nase: Entstanden aus einer zum Reci-
grüdchen zich einszenkenden Epithelverdickung am
Vorderkopf, bildet Sich durch einen komplizierten
Entwicklungsgang die N.aus, welche als Eingangs-
pforte für die Atmungsluft eine wichtige Funktion
als Sinnes- u. Schutzorgan zu erfüllen hat. Als 977277eS-
organ dient das in den allerobersten Teil der N.
eingebaute, aus Schlanken, Sspindelförmigen, an

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