Geschlechtsunterschiede
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Geschlechtsunterschiede

Vererbung, über die bevölke-
rungspolitischen Aufgaben und
Maßnahmen aufzuklären und
Sein cigenes Verantwortungs-
bewußtsein zu stärken,
Die geschlechtlichs Beleh-
rung ist grundsätzlich Sache des
Viternhauses. Die Aufgabe der
oSchule ist es, die Eltern durch
Besprechungen, Vorträge und
Kiternabende unter Hinzuzie-
hung geeigneter Persönlichkei-
ten, z. B. cines Arztes, zu be-
raten. Nur wo das Elternhaus
vergagt, kann im Kinvernelimen
mit ihm die Belehrung von der
Schule durchgeführt werden.
Als Regel gilt dabei, daß die
Belelivrungen bei Jungen durch
einen geeigneten Lehrer, bei
Mädchen durch eine geeignete
Lehrerin, gegebenenfalls auch
durch cinen Arzt vorgenommen
werden. Kine Belehrung vor der
Klasse isb Stets abzulehnen und
durch eine zwanglose indivi-
duelle Beratung zu ersetzen. --
1..: W. Hermannsen, G. Jugend-
erziehung, Ziel und Weg, 1937.
Gesechlechtsunterschiede, sSe6C-
lisSche, Die Unterschiede zwi-
Schen dem männlichen und dem
weiblichen Geschlecht erstrck-
ken gich nicht allein auf die
eigentlichen Gegsechlechtsmerk-
male und dio körperliche Ent-
wicklung, gondern auch auf die
geelischen LKigenarten. Diese
gind nicht, wie früber gelegent-
lich behauptet wurde, eine Yolge
verschiedener Erziehung, 8on-
dern in der Vrbstruktur be-
gründet. Wesgentlichen Anteil
an der Ausprägung des Ge-
Schlechtscharakters hat das Sy-
Stem der endokrinen Drügen,
voran die Geschlechtsdrügen.
Die 8. G. zeigen gich bereits
im Jugendalter in der stärkeren
KTA 94/10
Gefühlsverhaftetheit, der grö-
Beren Gebundenheit an das
Pergönliche, der vorbherrschen-
den Spontaneität der Aufmerk-
gamkeit, dem schnelleren Ent-
wicklungstempo und bhervor-
tretendem Ausdrucksbedürfnis
bei den Mädchen, und in der
betonteren Sachlichkeit, Akti-
vität, dem Gorechtigkeitssinn
und dem gedankenmäßigen Ab-
wägen bei den Jungen. Im
Schulleben tritt nicht gelten die
größere Beweglichkeit und
Schnelligkeit in der Auffassung
und Verarbeitung von HLEin-
drücken, die geringere Neigung
zu abstrakten und formalen
Denkprozessen, aber die gstär-
kere Empfänglichkeit für Ge-
fühlsgebalte (Mitleid, Gefühls-
wallungen) bei den Mädchen in
auffallender Weisge hervor, wäh-
rend der Junge eher eine ge-
wisse Trägheit und Langsam-
keit, dafür aber gelegentlich
Freude am YPVormal-Konstruk-
tiven, am Sachlichen und Ge-
dankenmäßigen erkennen läßt.
In der Entwicklung der geisti-
gen Yähigkeiten erscheint bis
etwa zum 8. LebensJahre das
Mädchen, von da an bis zum 15.
oder 16. Jahre der Junge und
in der Volgezeit bis zum Ab-
gchluß des Reifealters wiederum
das Mädchen deutlich überlegen.
Die unterrichtlichen Leistungen
in den LKinzelfächern sind bei
Mädchen mehr, bei Jungen we-
niger an das Vorhandengein von
spezifisgchen Interessgen ge-
knüpft, bewegen Sich bei den
Mädchen mehr in einer guten
Mittelzone, während die Lei-
tungen der Jungen nach oben
und unten stärker streuen u1r:d
häufig in formaler Hingicht
denen der Mädchen unterlegen

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