Höhere Schulen
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Nöhere Schulen

dem Jahre 1907 in Wien, H. er-
warb gich Verdienste um die
Neubegründung der Didaktik
der höheren Schule und vertrat
eine auf der Philosophic auf-
bauende »„Wirklichkeitspäd-
agogik“. -- Schr.: Psychologie,
1897; Didaktische Handbücher
(mit Poske), 2 Bde., 1910---13.
Höhere Schulen, ursprünglich
fast ausschließlich Schulen für
die männliche Jugend, entstan-
den aus den Kloster- und Stifts-
Schulen des MA.s und den La-
teinschulen der Humanisten,
deren Bildungsstoſfe die alten
Sprachen und die gieben „artes
liberales“ waren. Unter dem
vinfluß der Aufklärung durch
moderne Bildungsstoffe (neue
Sprachen u. Naturwissenschaf-
ten) bereichert, bildeten sic als
„Gymnagien“ bis zum Ende des
19. Jhs. den einzigen Weg zum
VUniversitätsstudium. In den
meisten deoutschen Ländern
wurden sie scit dem Ausgange
des 18. Jhs. mehr und mehr ver-
glaatlicht, Seit diesor Zeit ent-
Standen neben den Gymnagien
„Realschulen“ mit dem Ziel
einer Vorbildung für die mitt-
leren Berufe des Handels und
des Handwerks, allerdings ohne
Berechtigungen. Der Kampf um
ihre Gleichberechtigung führte
im Preußen 1870 die Zulassung
der Realschulabiturienten zu
naturwissenschaftlichen sStu-
dien und 1882 die Bildung des
„Realgymnasiums“ (mit La-
tein) herbei. Latcinlose Vollan-
Stalten hießen jetzt Oberreal-
gchulen. Die „Lehrpläne und
Lehraufgaben“ von 1901 gaben
den drei Schularten volle
Gleichberechtigung.
Die h. Sch, für Mädchen ha-
ben in kirchlichen und privaten
KLinrichtungen frühe Vorläufer,
blieben aber in der Minderzahl
und ohne staatliche Förderung,
Auch die „Höheren Mädchen-
gchulen“ des 19. Jhs. waren
meist private Anstalten. Frst
nach dem Vorgange Preußens
(1908) wurde in den meisten
Ländern das höhere BSchul-
wegen für Mädchen staatlich ge-
ordnet (Lyzeum, Oberlyzeum,
Studienanstalt) und den Frauen
ein vollwertiger Bildungsgang
gewährleistet.
Die Reform des Hhöheren
Schulwesens nach dem 1. Welt-
kriege (in Preußen 1925) ver-
zichtete endgültig auf eine
Bildungseinheit, indem sie den
nunmehr Dbestchenden vier
Schulformen des Gymnaginms,
Realgymnagiums, der Oberreal-
gchule und der Deutschen Ober-
gchule vier verschiedene Bil-
dungsaufgaben zuerteilte.
Die nationalsozialistische Neu-
ordnung betrachtet es demge-
genüber als ihr oberstes Ziel,
die innere Kinheit der deutschen
Krziehung herzustellen und der
Aufspaltung durch die Grün-
dung der Erziehung auf die ge-
meingame nationalsozialistische
Weltanschauung zu begegnen.
vie begeitigte zunächst die
territoriale Zersplitterung der
h. Sch. in Verwaltung und
Aufbau und regelte durch
Erl. d. REM, vom 29. 1. 1938
das gesamte höhere Bchul-
wegen des Reiches neu, Damit
wurdo zum erstenmal in der
deutschen Gegschichte das h6ö-
here Schulwesen nicht mehr
durch die Länder, 8ondern ein-
heitlich ſür das ganze Reich ge-
ordnet. Hiernach ist die deut-
che Schule ein "Teil der natio-
nalsozialistischen Erzicbungs-«

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